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SOE: CDU geht mit Frau in den Wahlkampf

Die Christdemokraten wollen mit Corinna Franke-Wöller das Bundestagsmandat zurückholen. Bei der Nominierung erhielt sie prominente Unterstützung.

Corinna Franke-Wöller will das Bundestagsdirektmandat für die CDU zurückgewinnen. Ihre Partei hat sie schon mal überzeugt.
Corinna Franke-Wöller will das Bundestagsdirektmandat für die CDU zurückgewinnen. Ihre Partei hat sie schon mal überzeugt. © Daniel Förster

Nun ist es entschieden. Die CDU will mit Corinna Franke-Wöller das Bundestags-Direktmandat im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge von der AfD zurückgewinnen. Die 47-Jährige erhielt beim Parteitag am Sonnabend in der Herder-Halle in Pirna 83,7 Prozent der Stimmen.

Die promovierte Juristin hat in einer kämpferischen Rede erklärt, dass die Region nach vier Jahren am politischen Katzentisch in Berlin wieder eine Ansprechpartnerin braucht, die etwas bewegen kann. Als ihre politischen Fachgebiete nannte sie Wirtschaft, Forschung, Digitalisierung und Umwelt. Corinna Franke-Wöller ist derzeit Chefin der Agentur für Wirtschaft und Entwicklung der Bundesregierung in Berlin.

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Öffentlich in Erscheinung getreten war sie im Landkreis bisher nicht. Politisch aktiv sei sie aber schon lange. Sie wies darauf hin, dass sie als gebürtige Leipzigerin schon 1989 für Freiheit und Wiedervereinigung auf die Straße ging. In den 1990er-Jahren war sie Juso-Vorsitzende in Sachsen. Dazu erklärte sie, in die SPD eines Helmut Schmidt eingetreten und aus der SPD vom Schlage der jetzigen Vorsitzenden Saskia Esken wieder ausgetreten zu sein.

Ehefrau des Innenministers Roland Wöller

Seit 2013 ist Corinna Franke-Wöller CDU-Mitglied. Viele Parteifreunde konnte sie schon von sich überzeugen. Wochenlang hatte sie in den Ortsverbänden ihre politischen Positionen erklärt und dafür auch gestritten, wie sie sagt. Die Frauen-Union unterstützte ihre Kandidatur als Erste, zahlreiche Ortsverbände und auch die Junge Union folgten.

Bei ihrer Nominierung erhielt sie prominente Unterstützung. Auch Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) kam nach Pirna. Er könne sich Franke-Wöller gut in Berlin als Abgeordnete des Landkreises vorstellen. "Der braucht dort eine Schutzpatronin und nicht nur polemische Sprüche", sagte Kretschmer.

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Politische Klippen hat Franke-Wöller in ihrer Rede nicht ignoriert, aber geschickt umschifft. Dass es zu Nachfragen führen wird, dass sie Ehefrau des sächsischen Innenministers Roland Wöller ist, müssten alle in Kauf nehmen. Scheiden lassen wolle sie sich jedenfalls nicht, um ihre eigenen politischen Ambitionen mit der CDU zu verwirklichen.

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