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City Outlet: Warum dieses Einkaufskonzept in Pirna gelingen kann

Eine Machbarkeitsstudie von einer führenden Agentur weist Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken aus – und kommt zu einem positiven Ergebnis.

Von Thomas Möckel
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Ecostra-Chef Joachim Will auf der Gartenstraße: "Ein City Outlet Pirna ist aufgrund der gegebenen Voraussetzungen realistisch."
Ecostra-Chef Joachim Will auf der Gartenstraße: "Ein City Outlet Pirna ist aufgrund der gegebenen Voraussetzungen realistisch." © Daniel Schäfer

Die Analyse benötigt viel Platz, auf 99 Seiten ist aufgeschrieben, dass es geht, wie es geht, warum es geht und dass es eine wichtige Grundlage sei, Pirnas Innenstadt als Einzelhandelsstandort zu erhalten. Erleichtert nahm Henryk Vogel den schweren Packen Papier zur Kenntnis, begeistert das Ergebnis, weil es so ausfiel, wie er es sich erhofft hatte. „Ich bin sehr dankbar für die Studie mit einem Fazit, wie wir es erwartet haben“, sagt er.

Weil in Pirnas Innenstadt mittlerweile ein Drittel der Ladenflächen leer steht und der inhabergeführte Einzelhandel schrumpft, entwickelte Vogel vor anderthalb Jahren eine Idee, um diesen Rückgang zu stoppen und die Läden wieder mit Leben zu füllen. Er initiierte das Projekt „City Outlet Pirna“, holte sich Mitstreiter ins Boot, man gründete eine Projektgruppe, arbeitete zunächst im Verborgenen, ehe man Anfang 2024 mit einer schon klaren Vision an die Öffentlichkeit ging.

Die Idee: Die Pirnaer Innenstadt könnte zu einem Outlet-Center werden, aber eben keines wie die üblichen außerhalb von Städten auf der grünen Wiese, sondern zentral in der Stadt. Die Markenhersteller, die in solchen Geschäften ihre rabattierte Markenware anbieten, sollten in bestehende Geschäfte ziehen, um den Ladenleerstand zu minimieren und Kaufkraft in die Stadt zu ziehen, von der auch die ansässigen Händler und Gastronomen profitieren sollten. Europaweit gibt es dafür bislang nur ein funktionierendes Beispiel – in Bad Münstereifel in Nordrhein-Westfalen.

Auch andere Städte verfolgten solche Konzepte, scheiterten aber bislang, entweder weil die Verkaufsfläche nicht ausreichte oder die touristische Grundattraktivität der Städte fehlte. Um zu ergründen, ob diese Modell in Pirna funktioniert, gab die Projektgesellschaft eine Machbarkeitsstudie in Auftrag. Erarbeitet wurde sie von der Ecostra GmbH aus Wiesbaden, eine der führenden Wirtschafts- und Unternehmensberatungen auf diesem Gebiet. Die Studie kostete rund 36.000 Euro, finanziert zu zwei Dritteln von der Volksbank Pirna und zu einem Drittel von der Stadtentwicklungsgesellschaft Pirna (SEP). Ecostra-Geschäftsführer Joachim Will hat diese Studie am Montag in Pirna vorgestellt. Sie zeigt Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken auf – und kommt letztendlich zu dem Ergebnis, das ein City Outlet Pirna funktionieren kann. Sächsiche.de gibt einen Überblick.

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