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Gefragtes Toilettenpapier in Pirna

Corona-Hamsterkäufe wie im Frühjahr gibt es in den Supermärkten im Landkreis nicht. Bei einigen Artikeln wird trotzdem rationiert.

Derzeit wieder wird wieder öfter gekauft als gebraucht: Toilettenpapier. Wie hier in Heidenau gibt es deshalb oft Rationierung.
Derzeit wieder wird wieder öfter gekauft als gebraucht: Toilettenpapier. Wie hier in Heidenau gibt es deshalb oft Rationierung. © Daniel Schäfer

Manche Kunden trauten am Freitag im Netto-Einkaufsmarkt auf der Dr.-Steudner-Straße in Sebnitz ihren Augen kaum. Wie im Frühjahr: Kein WC-Papier, keine Küchen-Krepp, nichts. Für Nachschub werde gesorgt, heiß es. Aber auch ein Blick in die Tiefkühltheken lässt erahnen: Es gibt sie wieder - die Hamsterkäufe. Das sieht man auch den übervollen Einkaufswagen, die am Montag zum Beispiel durch den Lidl-Markt in Neustadt geschoben wurden. Nudeln, Reis, Mehl, Tee finden sich unter anderem darin und davon gleich mehrere Packungen. Das Wort Hamsterkauf will wohl so aber niemand in den Mund nehmen. "Für mich ist es eine normale Bevorratung, falls unsere Familie in Quarantäne muss", sagt Petra Weser. Sie habe das auch schon so im Frühjahr praktiziert.

Bereits am Freitag war das Regal mit WC-Papier und Küchen-Krepp in einem der beiden Netto-Märkte in Sebnitz komplett leer.
Bereits am Freitag war das Regal mit WC-Papier und Küchen-Krepp in einem der beiden Netto-Märkte in Sebnitz komplett leer. © Tom Weber

Mehr los als sonst ist am Montagmorgen auch in der Kaufland-Filiale in Neustadt. Hier sind es vor allem die Regale mit Fertigprodukten in Büchsen und Gläsern die verstärkt aufgefüllt werden müssen. Nachschub ist aber auf jeden Fall noch vorhanden. Und von Lieferengpässen ist hier auch nichts bekannt. Angst, dass es nichts mehr zu kaufen gibt, haben auch die Kunden nicht. "Aber etwas Vorsorge sollte schon jeder selbst treffen und sich ein paar Lebensmittel einlagern, natürlich nur welche die sich halten und eben auch nützlich sind, falls man nicht aus dem Haus darf", sagt Kundin Anne-Katrin Merkur. 

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Bei Real in Heidenau sind am Montagvormittag verschiedene Regale etwas leerer als sonst. Manche Sorten Zwieback und Frühstückfleisch, Spaghetti und Bihun-Suppe sucht man grad vergeblich. Auch bei Nutella, Backbrötchen und Cornflakes gibt es Lücken. Es wird aber auch schon wieder überall aufgefüllt.

Vorbeugender Hinweis am Regal im Heidenauer Real - und offenbar halten sich die meisten Kunden daran.
Vorbeugender Hinweis am Regal im Heidenauer Real - und offenbar halten sich die meisten Kunden daran. © Heike Sabel

Die Beobachtung vom Montagvormittag stimmt mit den Erfahrungen der Real-Zentrale überein. „Wir beobachten seit einigen Tagen einen leichten Anstieg im Absatz bestimmter Hygieneartikel und von haltbaren Lebensmitteln wie Konserven und Nudeln“, sagt Pressesprecher Frank Grüneisen. Dieser Anstieg sei jedoch derzeit noch weit entfernt vom Frühjahrs-Niveau. Wie auch damals gilt: Es droht kein Engpass. Handel wie auch Hersteller haben Lagerhaltung und Logistik im Frühjahr so angepasst, dass auch auf eine erhöhte Nachfrage reagiert werden kann, sagt Real. „Daher besteht keine Veranlassung zu Hamsterkäufen.“ Deshalb appelliert Real an die Kunden, fair zu bleiben und nicht mehr als die haushaltsübliche Menge der jeweiligen Produktkategorie einzukaufen. Beim Toilettenpapier und den Küchenrollen hat Real in Heidenau schon mal vorgebeugt und ein Schild angebracht - es darf nicht unbegrenzt gekauft werden. So handhaben das auch Kaufland in Pirna-Copitz und Edeka im Pirnaer Scheunenhofcenter - pro Haushalt gibt es nur ein Packung Klopapier.  Bei Kaufland gilt das auch für Taschentücher. In beiden Einkaufsmärkten sind die Vorräte sichtbar dezimiert - ganz leer sind die Regale aber nicht. Weniger streng ist der Drogeriemarkt dm in Pirna-Copitz, wo das Limit bei drei Packungen Klopapier liegt. 

Der Ansturm bei Aldi in Heidenau hat am Montagvormittag andere Gründe als mögliche Hamsterkäufe: Der Verkauf der Werbe-Angebote. Zwischendrin werden bereits leere Regale wieder aufgefüllt. Bei Toiletten- und Küchenpapier werde vereinzelt schon wieder eine größere Nachfrage festgestellt. Zu Engpässen habe das aber noch nicht geführt. Es wird einfach mehr bestellt, sagt die Pressestelle. Darauf sind auch die Produzenten vorbereitet. Nach den Erfahrungen vom Frühjahr hat auch Aldi die Lieferfrequenz erhöht. Dennoch werden die Kunden um „bedarfsgerechtes“ Einkaufen gebeten. Wer es übertreibt und über das übliche Maß hinaus einkauft, wird von den Mitarbeitern darauf hingewiesen. 

Auf Appelle setzt auch Edeka. In den Filialen in Sachsen seien in den vergangenen Tagen noch keine Hamsterkäufe beobachtet worden, wie Sprecherin Stefanie Schmitt mitteilt. Kunden sollten beim Einkauf dennoch beherzigen: "Wenn jeder nur das kauft, was er braucht, ist auch auf lange Sicht genug für alle da", so Schmitt. Fast die wortgleiche Antwort gibt es auch von der Pressestelle von Kaufland.

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Leere Regale gäbe es derzeit auch in den Rewe-Filialen in Ostsachsen nicht. "Selbst wenn, dann ist das nicht automatisch ein Indiz für Hamsterkäufe", sagt Pressesprecher Thomas Bonrath. Es sei schlicht eine Frage, wann das Marktteam das Regal wieder auffüllt oder der Lkw mit Nachschub kommt.

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