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Einkaufen ja, feiern nein

Pirnas 18. Einkaufsnacht am 11. September fällt der Corona-Pandemie zum Opfer, die große Sause bleibt aus. Länger geöffnet haben die Läden dennoch.

Einkaufsnacht 2019 in Pirna: Ganz so üppig wird es in diesem Jahr nicht, aber es gibt eine Alternative.
Einkaufsnacht 2019 in Pirna: Ganz so üppig wird es in diesem Jahr nicht, aber es gibt eine Alternative. © Archiv: Daniel Förster

Königliche Hoheiten flanierten durch die Gassen, das Volk belustige sich an allerlei Brettspielen, die Auslagen waren edel geschmückt - gemäß dem Motto "Königlich einkaufen" zeigte sich Pirna zur Einkaufsnacht 2019 in herrschaftlichem Gewand.

Traditionell ist die Konsum-Sause in der Innenstadt gespickt mit Künstlern, Musikern und vielen Aktionen, aus dem einfachen Einkaufsbummel wird so jedes Mal ein Fest. Zumindest war es bislang so.

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In diesem Jahr aber macht die Corona-Pandemie der Einkaufsnacht gehörig einen Strich durch die Rechnung, die für dieses Jahr geplante 18. Auflage der Einkaufsfete - organisiert vom Verein "Citymanagement Pirna", den Händlern und der Stadt - kann es in bewährter Manier nicht geben. 

Gänzlich flach fällt das Einkaufsvergnügen allerdings nicht. Der Citymanagement-Verein sann lange über Alternativen nach, herausgekommen ist die Aktion "Langes Einkaufen". "Natürlich ist es sehr schade, dass wir den Pirnaern die lieb gewonnene Einkaufsnacht so in diesem Jahr nicht bieten können", sagt Anne Carl vom Verein. Gleichwohl wollen die Händler für die Kunden da sein und ihnen die Möglichkeit bieten, die Innenstadt mit ihren Geschäften zu genießen. 

Die Läden werden am Freitag, 11. September, bis 22 Uhr öffnen. "Wir verzichten aber auf eine große Veranstaltung und auf ein flächendeckendes Programm", sagt Anne Carl. Der Fokus liege auf den verlängerten Öffnungszeiten. Einige Geschäftsinhaber planen jedoch kleine Aktionen oder geben spezielle Rabatte. 

Mehr als 50 Geschäfte sind dabei

An der Einkaufsnacht-Alternative beteiligen sich über 50 Geschäfte, Lokale und Cafés. Neben Läden auf der Dohnaischen Straße, den Marktgassen und der Jacobäerstraße sind auch Geschäfte auf der Gartenstraße, Breiten Straße, Grohmannstraße sowie im alten Bahnhof dabei. Zwar fällt in diesem Jahr alles etwas kleiner aus als in den Vorjahren, die Händler wollen aber dennoch die Stadt für ihre Gäste herausputzen. "An diesem Abend dekorieren wir unsere Geschäfte besonders hübsch von außen, um eine malerische Atmosphäre zu schaffen. Die Kunden sollen sich wohlfühlen", sagt Kelly Beier von der Parfümerie Thiemann in der Schuhgasse. 

Darüber hinaus feiert die "Kaffeerösterei Ernst Schmole Nachf." in der Langen Straße parallel zur Einkaufs-Aktion ihr 140-jähriges Jubiläum. Seit 1880 wird in dem Geschäft Kaffee geröstet.

Abstand und Schutz gehen vor

Angesichts der aktuellen Lage müssen die Bummelnden die geltenden Hygieneregeln beachten. Die Händler bitten darum, dass sich alle an die allgemeinen Richtlinien halten. So sollte jeder Kunde unter anderem darauf achten, Abstand zu seinen Mitmenschen zu halten und Geschäfte nur mit Mund-Nase-Schutz zu betreten. "Möglicherweise kann es in dem einen oder anderen Geschäft auch mal etwas voller werden. Wenn eine gewisse Anzahl von Personen erreicht ist, werden die Ladenbesitzer die Kunden bitten, noch etwas draußen zu warten", sagt Dina Stiebing vom Citymanagement-Verein. Man hoffe in der derzeitigen Situation auf Verständnis. Der Alternativvorschlag: Die Gäste könnten ja derweil in einem der Cafés einkehren, um die Wartezeit zu verkürzen.

Dankeschön an die Kunden

Für die Händler sind die verlängerten Öffnungszeiten am Freitag auch ein wichtiger Baustein, das Geschäft weiter anzukurbeln. Hinter vielen Ladenbesitzern liegen harte Zeiten, aufgrund der coronabedingten Schließzeit mussten viele erhebliche Umsatzeinbußen hinnehmen. 

Gleichwohl sind nach Aussage des Citymanagement-Vereins viele Kunden in den zurückliegenden Monaten nach der Wiedereröffnung zu ihren Lieblingsläden gegangen, um die Händler zu unterstützen. Viele halfen den Geschäften auch schon während der Schließzeit, indem sie Gutscheine kauften - über ein Portal, welches das Stadtmarketing und Händler spontan ins Leben gerufen hatten. 

"Dieses Bewusstsein der Kunden schätzen die Händler sehr und sind dankbar", sagt Anne Carl. Beim Händler vor Ort einzukaufen sei entscheidend, um die Innenstadt lebendig zu halten. Auch aktuell hat das Stadtmarketing gemeinsam mit dem Citymanagement-Verein die Kampagne "Deine Stadt. Deine Läden. Kauf in Pirna!" initiiert. Anzeigen und Videos werben beispielhaft für die Vielfalt der Läden und der Gastronomie sowie fürs lokale Einkaufen. 

"Für mich ist unsere Stadt ein Kleinod. Die malerische Altstadtkulisse, die individuellen kleinen Läden und die abwechslungsreiche Gastronomie - davon können viele Städte nur träumen", sagt Anne Carl. Sie hoffe, dass sich bei vielen Kunden das Bewusstsein verankere, lokal einzukaufen, damit die kleinen Geschäfte weiter langfristig das Stadtbild prägen. "Das lange Einkaufen", sagt Anne Carl, " ist damit auch ein kleines Dankeschön der Händler an die Kunden."

Eine Übersicht der Geschäfte, die beim Langen Einkaufen mitmachen, findet sich auf der Internetseite Kauf in Pirna. 

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