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EU fördert Super-Bahntrasse

Von Dresden nach Prag wird eine neue Strecke geplant, mit Abzweig zwischen Heidenau und Pirna. Für die Planung gibt es nun Geld.

Schnellbahntrasse mit Tunnel: So ähnlich könnte es künftig auch zwischen Heidenau und Pirna aussehen.
Schnellbahntrasse mit Tunnel: So ähnlich könnte es künftig auch zwischen Heidenau und Pirna aussehen. © DB AG/Klaus Kruse

Die Europäische Union unterstützt bis 2023 die Planungen für den grenzüberschreitenden Abschnitt der geplanten neuen Eisenbahnstrecke von Dresden nach Prag finanziell. Nach Auskunft der Deutschen Bahn fließt aus dem Förderprogramm "Connecting Europe" ein Zuschuss von 3,375 Millionen Euro. "Die EU-Fördermittel sind ein deutliches Signal für ein europäisches Verkehrsprojekt. Die neue Bahnverbindung zwischen Dresden und Prag wird den Verkehr auf dieser Verkehrsachse deutlich beschleunigen und dafür sorgen, dass Europa weiter zusammenrückt", sagt Kay Müller, Projektleiter für die Neubaustrecke bei der Deutschen Bahn.

Die Deutsche Bahn plant bereits seit geraumer Zeit eine neue Bahnstrecke von Dresden nach Prag. Die Trasse soll zwischen Heidenau und Pirna von der bestehenden Elbtalstrecke abzweigen und durch einen mindestens 25 Kilometer langen Tunnel bis nach Tschechien verlaufen.

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Das erforderliche Raumordnungsverfahren bei der Landesdirektion Sachsen ist inzwischen abgeschlossen. Daraus ergeben sich zwei mögliche Korridore für die Bahntrasse.

Bahn plant zwei Varianten für den Tunnel nach Prag

Die Bahn will nun konkret zwei Varianten detailliert planen - eine sogenannte Volltunnel-Variante, bei der die Strecke ab Heidenau vollständig im Tunnel bis Tschechien verläuft. Zudem wird eine teiloffene Variante geplant, die zunächst durch einen kurzen Tunnel und über eine Brücke übers Pirnaer Seidewitztal führt, ehe die Strecke bei Dohma vollends im Tunnel verschwindet.

Mit der neuen Trasse soll sich die Fahrzeit von Dresden nach Prag von derzeit knapp zwei Stunden auf dann 50 Minuten verkürzen. Darüber hinaus ist die Strecke Dresden-Prag nach Aussage der Bahn ein wesentlicher Abschnitt der transeuropäischen Netze Richtung Südosteuropa. Eine Erweiterung und Beschleunigung der bestehenden Strecke im Elbtal sei aus Gründen der Topografie und des Umweltschutzes nicht möglich. Daher plane die Bahn die neue Trasse mit einem Tunnel unter dem Erzgebirge.

Damit sollen Reise- und Transportzeiten im nationalen und internationalen Personen- und Güterverkehr verkürzt und mehr Verkehr auf die Schiene verlagert werden. Zudem erhält Tschechien einen Anschluss an das europäische Hochgeschwindigkeitsverkehrs-Netz.

Mehrheit plädiert für einen Volltunnel für die Bahn

Die meisten Anrainergemeinden sowie die Mehrheit der betroffenen Einwohner in der Heidenauer und Pirnaer Region plädieren für eine Volltunnelvariante, weil aus ihrer Sicht von einer teiloffenen Strecke zu viel Lärm ausgeht und sie gravierende Eingriffe in die Landschaft befürchten.

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Von sieben Varianten sind vier übrig geblieben. Welche gebaut wird, ist noch offen. Die Bürgerinitiative ist unzufrieden und Heidenau erwischt es besonders hart.

Die neue Bahntrasse soll - abhängig von der Planungs- und Bauzeit - möglicherweise 2039 fertig sein. Allein der Bau des Tunnels dauert zwischen zehn und zwölf Jahre. Das Projekt kostet schätzungsweise 1,3 Milliarden Euro.

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