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Falschgeld aus dem Darknet

Ein Mann aus Pirna, der wegen des Erwerbs von Falschgeld auffällt, wird nun auch wegen Besitz von Waffen und Sprengstoff angeklagt.

© dpa

Bis zu fünf Jahre Haft kann es für das Inverkehrbringen von Falschgeld geben. Wenn sich das dann noch mit dem Besitz von Waffen und Sprengkörpern paart, wird es richtig gefährlich. Doch in diesem Fall stellt sich am Ende manches anders dar. 

Ein 24-Jähriger aus Pirna wird der Besitz von Waffen, Sprengstoff und der Erwerb von Falschgeld zur Last gelegt. Letzteres habe er sich im Darknet bestellt. Wie einfach man auf dieses zugreifen kann, zeigt sich, als der Angeklagte auf Nachfrage des Richters antwortet, er habe sich den Zugang dazu einfach heruntergeladen. Von den vierzehn 50-Euro-Scheinen, die in zwei Chargen geliefert wurden, ist nur eine tatsächlich bei ihm angekommen - die andere fiel dem Zoll in die Hände. Ganze 400 Euro hat er laut eigenen Angaben für das Falschgeld bezahlt.

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Sprengstoff und Waffen

Nachdem der Zoll die Blüten gefunden hatte, wurden in der Wohnung des Mannes, der demnächst Vater wird, weitere Gegenstände von kriminellem Potenzial entdeckt. Zwei Schlagringe und sieben als illegal eingestufte Feuerwerkssprengkörper des Typs "La Bomba" - Jugendsünden, wie sein Anwalt zu Protokoll gibt. 

Zusätzlich wurde auch Munition im Besitz des Angeklagten gefunden. Es ist von mehreren Patronen, unter anderem vom Typ Magnum, die Rede. Zu diesem Tatbestand verlas der Richter einen Brief vom Landeskriminalamt (LKA), das die Munition untersucht hat. In dem Schriftstück heißt es, die Patronen hätten auch aufgrund der Tatsache, dass sie teilweise aus dem Zweiten Weltkrieg stammen, ihren Waffencharakter verloren. Der Einschätzung des LKA zufolge geht von den Patronen keine Explosionsgefahr mehr aus. Es handelt sich damit um sogenannten Munitionsschrott. 

Mit dieser Einschätzung wird der Angeklagte zumindest in diesem Punkt entlastet, der ansonsten nach dem Kriegswaffenkontrollgesetz gehandhabt worden wäre. 

Das Falschgeld kam nie zum Einsatz

Der 24-Jährige, der nach seinem Realschulabschluss zwischen Nebenjobs, Arbeitslosigkeit und abgebrochenen Ausbildungen hin- und hertingelte, möchte nun ein geregeltes Familienleben mit einem festen Beruf und Einkommen erreichen, sagt er. Diese Aussicht und die Tatsache, dass er sich vor Gericht einsichtig präsentiert hat, Reue gezeigt und seine Vergehen gestanden hat, veranlassen den Richter zu einer milderen Strafe, als in einem solchen Fall üblich. 

Unter Berücksichtigung der Umstände, vor allem denen finanzieller Natur, sieht der Richter von einer Geldstrafe ab. Auch, dass das Falschgeld, welches einem im Regelfall mindestens ein Jahr im Gefängnis einbringt, nie in Umlauf gekommen ist, mildert das Strafmaß. Letztlich wird der Pirnaer zu einer Freiheitsstrafe von fünf Monaten, die auf zwei Jahre zur Bewährung ausgesetzt sind, verurteilt.

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