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Baumeigentümer in der Pflicht

Die Pflege der Bäume an Bundes- und Staatsstraßen im Landkreis SOE ist Sache des Freistaats. Doch auch Privatbesitzer müssen ran.

Die Instandhaltung der Bäume an Bundes- und Staatsstraßen obliegt dem Freistaat, doch auch Privatbesitzer können in die Pflicht genommen - und haftbar gemacht werden.
Die Instandhaltung der Bäume an Bundes- und Staatsstraßen obliegt dem Freistaat, doch auch Privatbesitzer können in die Pflicht genommen - und haftbar gemacht werden. © Claudia Hübschmann

Ein Großteil der Bäume entlang Sachsens Straßen liegt in der Obhut des Freistaats. Diese instand zu halten und damit für die nötige Verkehrssicherheit zu sorgen, liegt in der Verantwortung des Landesamtes für Straßenbau und Verkehr. Sächsische.de berichtete, wer in der Sächsischen Schweiz der Baumkontrolleur ist und wie diese Kontrollen vonstatten gehen.

Viel weniger Bäume neu gepflanzt als gefällt

Insgesamt werden die Bundes- und Staatsstraßen im Landkreis von über 22.000 Bäumen gesäumt. Am häufigsten sind Spitzahorn, Winterlinde und Bergahorn. Von 2010 bis 2018 wurden über 6.300 Straßenbäume gefällt - eine erschreckend hohe Zahl, wenn man bedenkt, dass gerade mal ein Drittel, nämlich knapp über 2.000, im Gegenzug neu gepflanzt wurden.

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Hauptgrund für die vielen Fällungen ist die Gewährleistung der Verkehrssicherheit als eine Aufgabe des Straßenbaulastträgers. Obwohl im Falle einer sachgemäßen Fällung keine Pflicht zur Ersatzpflanzung besteht, versucht das die Straßenbauverwaltung in Abhängigkeit der örtlichen Rahmenbedingungen, heißt es. Häufig stünden Neupflanzungen die Eigentümer der jeweiligen Flächen im Weg, die nicht bereit seien, ihr Grundstück zur Verfügung zu stellen.

Hohe Kosten für Baumpflege

Die Instandhaltung der Bäume obliegt den jeweiligen Landkreisen. Dabei wurden für die Pflege der Bäume entlang von Bundesstraßen im vergangenen Jahr über 200.000 Euro ausgegeben. Von 2015 bis 2019 kommt man auf über 600.000 Euro. Für die Bäume neben Staatsstraßen nahm der Kreis seit 2015 ganze 1,4 Millionen Euro in die Hand. Auch hier knapp 200.000 Euro allein für das Jahr 2019.

Dabei sind Totholzbeseitigung, Fällung, Kronenpflege und Auslichtungsschnitte die häufigsten Pflegemaßnahmen.

Grundstücksbesitzer in der Pflicht

Die Hitze und vor allem Trockenheit der vergangenen Sommer hat nicht nur in den sächsischen Wäldern ihre Spuren hinterlassen. Auch andere Bäume haben gelitten - und könnten im öffentlichen Raum die Verkehrssicherheit beeinträchtigen. Stehen Bäume an Bundes- und Staatsstraßen im Landkreis, so ist die Niederlassung Meißen des Landesamts für Straßenbau und Verkehr zuständig für die Baumkontrolle.

Die Behörde appelliert an die Eigentümer von Flächen an Bundes- und Staatsstraßen sowie öffentlichen Wegen, darauf befindliche Bäume in einem sicheren Zustand zu halten. Sie stehen in der Verkehrssicherungspflicht.

Abgestorbene und geschädigte Bäume stellen ein erhöhtes Risiko für die Verkehrsteilnehmer dar, heißt es. Schließlich kann der Eigentümer bei schuldhafter Verletzung der Verkehrssicherungspflichten für etwaige Schäden haftbar gemacht werden.

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