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Gottleubaer: "Ich habe eine Dampf-Macke"

Wenn etwas dampft, muss es Martin Mäke haben. Doch die Dampfmaschinen sind nicht seine einzige Leidenschaft. Besucher sind am Wochenende eingeladen.

Martin Mäke ist für die Mini-Dampfmaschine ein bisschen zu groß. Deshalb überlässt er die Fahrten für die Kinder am Wochenende einem Kumpel.
Martin Mäke ist für die Mini-Dampfmaschine ein bisschen zu groß. Deshalb überlässt er die Fahrten für die Kinder am Wochenende einem Kumpel. © Egbert Kamprath

Ein Feuerchen, ein bisschen Dampf, etwas Gestank: So sieht das Traumland von Martin Mäke aus. Es befindet sich in und um die Gottleubaer Bähr-Mühle, die seiner Familie gehört und wo noch genug Platz für Mäkes Träume ist. Er sucht ja nicht direkt, aber irgendwie findet ihn immer wieder etwas. Zum Beispiel die Dampfmaschine der Stuttgarter Firma Assmann, Stockder und Stein, Baujahr 1944.

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Die bot ein Österreicher auf E-Bay-Kleinanzeigen an. Mäke fuhr schnell mal hin, schaute sich die Maschine an und wurde sich mit dem Verkäufer einig. Zum Schrottwert, sagt Mäke. Der Transport kam hinzu und schließlich musste der Koloss noch von der Straße auf das Mühlengelände gehoben werden. Dort steht die Maschine jetzt unter einem Schauer. Der Rost ist kein Rost, sondern Patina. Für Liebhaber wie Mäke ein riesengroßer Unterschied. Er kann auf die Maschine klettern und dort Feuer machen. "Das ist wie ein überdimensionaler Räucherofen und dampft dann schön."

Wenn Martin Mäke auf die Dampfmaschine klettert und ein Feuerchen macht, dann ist für ihn die Welt in Ordnung.
Wenn Martin Mäke auf die Dampfmaschine klettert und ein Feuerchen macht, dann ist für ihn die Welt in Ordnung. © Egbert Kamprath

Das allein aber reicht Mäke nicht. Er beschäftigt sich auch mit den Maschinen. Die österreichische ist Baujahr 1944 und trägt die Nummer 3333, was aber Zufall ist. Sie wurde auf Feldflughäfen eingesetzt und später dann in Sägewerken. Die Maschine hat viele Stationen hinter sich, die in Gottleuba soll die letzte sein. Die Dampfmaschine in der Bähr-Mühle wurde in den 1960er-Jahren verschrottet.

Mit dem Minitraktor zum Eisessen

Zu den Errungenschaften von Mäke gehört auch ein kleiner Dampftraktor. Der ist schon vom Rost bzw. der Patina befreit und gelb, grün und rot angemalt. Der Deutz-Traktor kann eine Kreissäge antreiben oder Mäke lädt seinen Sohn auf den Sitz über dem linken Rad ein und fährt mit ihm Eis essen.

Weiter hinten auf dem Gelände steht ein H6, der größte in der DDR gebaute Lkw. Alles, was Mäke sammelt, muss sich bewegen. "Standmodelle mag ich nicht", sagt er und lacht immer wieder auch über sich. "Ich habe eine Dampf-Macke." Davon können sich am Wochenende auch die Besucher der Bähr-Mühle überzeugen.

Maxen: Drei Denkmäler geöffnet

Am Blauen Häusel, das nur über den Winzerweg zu Fuß zu erreichen ist, gibt es zwischen 11 und 15 Uhr stündlich Führungen unter dem Motto "Eine Moschee, die keine ist". Im Haus Nr. 17 an der Maxener Straße freut sich Familie Wobst von 12 bis 17 Uhr auf Gäste. In Maxener Kirche mitten im Dorf werden von 13 bis 1.30 Uhr Führungen angeboten.

Dohna: Musik, Führung und Ritter-Geschichten

Die Eckstein-Gemeinde lädt am Sonntag ab 15 Uhr zum dritten "Musikalischen Burg-Cafe" auf die Burg Dohna ein.
16 Uhr gibt es eine Führung durch die Gebäude und das Gelände. Ab etwa 15.30 Uhr können Kinder Spiel- und Mal-Angebote nutzen. Außerdem können sie an einer Ritter-Geschichte zum Mitmachen teilnehmen.

Neustadt: Lokschuppen erstmals zu besichtigen

Erstmals kann am Sonntag das Lokschuppenareal in Neustadt besichtigt werden. Es befindet sich auf der Dr.-Otto-Nuschke-Straße und ist von 12 bis 17 Uhr offen. Die Sektion Neustadt der Initiative Sächsische Eisenbahngeschichte hat im April erste Museumsfahrzeuge nach Neustadt geholt. Die Besucher können sich von den Sanierungsarbeiten am Lokschuppen überzeugen und sich auf Schautafeln oder im Gespräch mit den Eisenbahnfreunden über die Geschichte des Bahnknotens Neustadt informieren.

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Der Mühlentag ist eigentlich immer am Pfingstmontag. Voriges und dieses Jahr war das wegen Corona nicht möglich. Deshalb wird er nun am zweiten Sonntag im September und damit gemeinsam mit dem Tag des offenen Denkmals begannen. Eine Kombination, die für die Bähr-Mühle wie gemacht scheint. Die Getränke sind schon geliefert, ein Dach gespannt und das Spezial-Fahrzeug der Feuerwehr steht bereit. Es ist das TSA-Auto - die Transportable Schankanlage.

Mühlenfest in der Bähr-Mühle:

  • 11. September: 11 bis 18 Uhr, u. a. Schauvorführungen, Dorfschmiede in Aktion,
  • 12. September: 10 bis 17 Uhr, u. a. Oldtimer-Ausstellung, Sägewerkmodell-Vorführung, Schrotsägenwettbewerb, Blasmusik
  • An beiden Tagen gibt es frisches Holzofenbrot und in der Mühle gemahlenes Mehl zu kaufen.
  • Weitere Veranstaltungen am Tag des offenen Denkmals im Landkreis finden Sie im Internet hier.

Für die Kinder gemacht ist eine Mini-Dampfmaschine. Die hat ein älterer Mann aus Dresden komplett selbst gebaut. In einer kleinen Gießerei zu Hause goss er die einzelnen Teile, fräste, drehte, erzählt Mäke. Er wollte das kleine Wunderwerk schon länger, das Dresdner Verkehrsmuseum auch. Als das nichts wurde, erinnerte sich der Dresdner wieder an Mäke. "Ich war natürlich sehr glücklich." Das Fahren der Maschine mit den zwei Anhängern überlässt er aber anderen. Er ist schlichtweg zu groß für diese Miniatur-Ausgabe.

Aufarbeiten und Mehl mahlen

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Die Bähr-Mühle Bad Gottleuba ist funktionstüchtig wie vor hundert Jahren. Dank einer begeisterten Familie.

Eigentlich will Martin Mäke, der bei Habema in Heidenau arbeitet, als Nächstes erst einmal alles aufarbeiten. Es soll ja nicht überall nur Schrott herumstehen, sagt er. Zwischendurch mahlt er auch immer wieder richtig Mehl in der Mühle, so wie am Wochenende. Aber wenn ihn ein dampfendes, stinkendes und rostiges Schmuckstück findet, wird er nicht Nein sagen können.

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