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Jessener und Bonnewitzer pochen erneut auf Wanderweg

Die gesperrte Strecke soll jetzt öffentlich gewidmet werden. Allerdings liegt der Antrag noch im Pirnaer Rathaus.

Seit mehreren Jahren kämpfen Jürgen Reichel, Thomas Horn, Andreas Oest und Carsten Ahrens (von vorn) vom Heimatverein Bonnewitz für die Öffnung des versperrten Wanderweges an der Ilke.
Seit mehreren Jahren kämpfen Jürgen Reichel, Thomas Horn, Andreas Oest und Carsten Ahrens (von vorn) vom Heimatverein Bonnewitz für die Öffnung des versperrten Wanderweges an der Ilke. © Archivfoto: Daniel Schäfer

Die Mitglieder des Heimatvereins Bonnewitz lassen nicht locker. Bereits seit über zwei Jahren kämpfen sie dafür, dass der beliebte Wanderweg von Bonnewitz nach Jessen an der Ilke wieder durchgängig begehbar wird. Das ist momentan nicht der Fall, denn der Weg verläuft im unteren Bereich nahe Jessen über das Areal einer Bungalow-Anlage und ist mit einem Zaun gesperrt.

Näheres weiß Gernot Heerde, Ortsvorsteher von Graupa, und somit auch für Bonnewitz zuständig. "Der Heimatverein Bonnewitz hat jetzt einen Antrag gestellt, dass der Weg öffentlich gewidmet wird. Damit könnte man die Strecke wieder öffnen und der Zaun müsste abgebaut werden", erklärt. Der Graupaer Ortschaftsrat hat den Antrag der Bonnewitzer bereits an Stadtverwaltung Pirna weitergeleitet. "Er liegt jetzt zur Prüfung im Rathaus, ein Ergebnis gibt es aber noch nicht", informiert Heerde über den aktuellen Stand.

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Auch Jessener haben Begehrlichkeiten

Das Thema beschäftigt, beziehungsweise ärgert, nicht nur die Menschen in Bonnewitz. Immer häufiger bekommt Gernot Heerde auch Anfragen aus Jessen. "Die Bewohner dort wünschen sich ebenfalls die Öffnung des circa drei Kilometer langen Wanderweges", berichtet Heerde.

Bereits 2018 wurde der historische Wanderweg in dem lauschigen Tal mit einem Zaun zugesperrt. Zwar kann der Naturfreund vom Hohnsteiner Weg aus Bonnewitz kommend zunächst noch entlang des schmalen Baches laufen, aber nach circa gut einem Kilometer steht er vor einem hohen Maschendrahtzaun. Damit auch wirklich hier keiner mehr rüberkommt, wurde Stacheldraht an der oberen Kante befestigt. Was ist geschehen?

Bungalowsiedlung macht dicht

Der Weg führt über eine Bungalowsiedlung, die zu DDR-Zeit errichtet wurde. Es ist ein privates Grundstück“, sagt Gernot Heerde. Immer häufiger hätten sich die Grundstückseigentümer jedoch von Wanderern gestört gefühlt „Auch Radfahrer und sogar Jugendliche auf Mopeds nutzten den Weg, weshalb die Besitzer schließlich den Zaun errichten ließen“, berichtet Graupas Ortschef. Er hat Verständnis für diese Maßnahme, bedauert aber dennoch, dass die kürzeste Verbindung zwischen Bonnewitz und Jessen und damit ins Wesenitztal nicht mehr durchgängig ist.

Deshalb suchte Heerde nach alternativen Routen. Eine mögliche Option wäre eine Strecke gewesen, die westlich um die Bungalowsiedlung herumführt. Aber auch bei dieser Variante gab es einen Haken. Denn die von Heerde favorisierte Strecke befindet sich ebenfalls teilweise im Privatbesitz. So scheiterte die angedachte Lösung an Grundstücksverhältnissen und auch an geografischen Hindernissen, denn den Weg war zu steil.

Historischer Verbindungsweg

Unterdessen sind die Kämpfer für die Strecke nicht allein. Vor zwei Jahren rief der Heimatverein Bonnewitz zu einer Unterschriften-Aktion auf. Mit großer Resonanz: 282 Einwohner unterzeichnetet die Petition und sprachen sich somit für den Erhalt des Wanderweges aus. Schließlich habe der Wanderweg auch eine historische Bedeutung, wie Tobias Richter, Vorsitzender des Heimatvereins ausführt. „Die Verbindung zwischen den Sandsteinbrüchen im Liebethaler Grund über die Grundmühle in Hinterjessen nach Bonnewitz war im 17. Jahrhundert eine Alternative zum Transport von Sandsteinen nach Dresden“, führt der Fachmann aus.

In den vergangenen Jahrzehnten sei diese Strecke von Einwohnern als Fuß- und Radweg nach Jessen und Copitz genutzt worden, auch von den Schülern, die das Herdergymnasium besuchen. „Zudem gibt es eine touristische Bedeutung mit zunehmendem Zuspruch als Route zwischen dem Wagner-Museum Graupa und dem Wagner-Denkmal an der Lochmühle“, ergänzt Richter. Alles gute Gründe, warum der Bonnewitzer Heimatverein die Kappung des Weges nicht kampflos hinnehmen will.

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