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Pirna: Abschied vom Hanno schmerzt

Der geplante Verkauf des Jugendhauses ruft unterschiedliche Reaktionen hervor. Sie reichen von Trauer bis Wut.

Jugendhaus Hanno in Pirna: "Lasst das Hanno, bitte!"
Jugendhaus Hanno in Pirna: "Lasst das Hanno, bitte!" © Archiv: Kristin Richter

Der geplante Verkauf des Jugend- und Vereinshauses "Hanno" an der Hohen Straße in Pirna hat ein sehr geteiltes Echo ausgelöst. Viele schmerzt der Abschied von der einstigen Kulturstätte, einige kritisieren zum Teil heftig das Ansinnen der Stadt, sich von dem Gebäude trennen zu wollen.

Der Stadtrat hatte in der Februarsitzung mit 14 Ja-Stimmen beschlossen, das Hanno sobald wie möglich zum Verkauf freizugeben - auch wenn Pirna in diesem Fall teilweise Fördermittel zurückzahlen muss, die einst zweckgebunden in das Gebäude flossen.

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Zur Begründung heißt es, das Objekt werde kaum noch genutzt und künftig nicht mehr als Jugend- und Vereinshaus benötigt. Bis auf den Jugendring Sächsische Schweiz-Osterzgebirge sind bereits alle früheren Mieter und Nutzer ausgezogen. Der Saal ist wegen Brandschutzmängeln schon seit Jahren gesperrt.

Pirna könnte so ein Haus gebrauchen

Vor allem in den sozialen Netzwerken wird das Thema nun eifrig diskutiert. Viele verbinden schöne Erinnerungen an das Haus und sind wehmütig, dass Pirna sich in naher Zukunft vom Hanno verabschieden will.

"Früher täglich da gewesen im Klub und bei Veranstaltungen. Man war zentrumsnah, aber hat auch keinen gestört. Perfekte Lage für die Jugend", schreibt beispielsweise Isabel Fiedler. Es sei echt schade, dass da keiner mehr Potenzial darin sehe. Es sei damals eine tolle Zeit gewesen im Hanno, an die sie immer wieder gern zurückdenke.

"Ich kenne das Hanno schon sehr, sehr lange. Disko, Freiluft-Kino, Fasching, Konzerte, der Jugendtreff, Vorträge etc.. Es war immer knackevoll und hat viel Spaß gemacht", schreibt Simone Michel. Sie plädiert dafür, das Haus zu erhalten. Lasst das Hanno bitte, schreibt sie, die Räumlichkeiten seien top, da könne man wieder etwas draus machen. Pirna und Umgebung könnten so ein Haus gebrauchen.

Wäre ein Umbau eine Alternative?

Diesem Tenor folgt auch Katrin Weiss. "Nehmt der Jugend doch nicht noch ihre Plätze zum Treffen in der Freizeit", schreibt sie. Die Jugend sei unsere Zukunft, sie sollte man fördern.

Dem stimmt auch Steffen Grundmann zu. "Wie wäre es mal, wenn Pirna ein Theater oder eine Konzerthalle daraus macht und nicht nur mit Scheuklappen denkt?", fragt er.

Auch Ronny Marks befürwortet eine Alternative jenseits des geplanten Verkaufs. "Vielleicht wäre ein Umbau auch möglich ohne Verkauf? Oder die Sanierung des Saales finanzierbar?", fragt er. Vielleicht könnte man danach dann wieder Veranstaltungen stattfinden lassen oder den Saal für kleinere Konzerte vermieten.

Werde das Haus verkauft, so Marks, gebe es in Pirna dann keinen Saal mehr, alles finde in einer Sporthalle statt - oder eben nicht mehr in Pirna. "Aus meiner Sicht sehr schade", schreibt Marks.

Kritik aus dem Stadtrat

Kritik kommt aber auch aus dem Stadtrat. Der CDU-Abgeordnete Peter Baldauf moniert vor allem die Vorgehensweise der Stadt in dieser Angelegenheit. "Da ist vieles hinter dem Rücken der Stadträte ohne Absprache gelaufen", klagt Baldauf. Das Konzept zum geplanten Verkauf des Hanno sei weder im Stadtrat noch in den zuständigen Ausschüssen ausreichend vorbesprochen worden.

Nach Aussage der Stadt allerdings sei der Stadtrat über alle Schritte informiert worden. Das Rathaus habe sich mit dem Gremium auch zu einzelnen Punkten abgestimmt, beispielsweise zum Umzug des offenen Jugendtreffs in die Altstadt und den Umzug des Tanzsportclubs Silberpfeil nach Copitz. Auch sei dem Rat schon länger bekannt gewesen, dass Pirna Verkaufsabsichten für das Hanno-Gebäude hegt.

Nach Informationen von Sächsische.de soll das Haus wohl an einen privaten Investor verkauft werden. Das Hanno soll möglicherweise zu einem betreuten Wohnen umgebaut werden.

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Laut der Freien Wähler lässt sich das Jugendhaus nicht mehr wie bisher weiterführen. Gleichwohl brauche das Hanno eine Perspektive.

Wann Pirna das Haus jedoch veräußern will, steht derzeit noch nicht fest - ebenso wie der konkrete Verkaufspreis und die Höhe der möglicherweise zurückzuzahlenden Fördermittel.

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