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Pirna baut einen "Spielpark ohne Grenzen" auf dem Sonnenstein

Ein neuer Erlebnis-Spielplatz ersetzt künftig das alte Tobe-Areal an der Remscheider Straße - aus mehreren Gründen. Baustart ist in Kürze.

Vision für den neuen "Spielpark ohne Grenzen" auf dem Sonnenstein: Ein Spielareal für alle Generationen.
Vision für den neuen "Spielpark ohne Grenzen" auf dem Sonnenstein: Ein Spielareal für alle Generationen. © Büro für Landschaftsarchitektur Scheerer

Hinter dem Wohnblock Remscheider Straße 22 bis 27 auf dem Pirnaer Sonnenstein liegt ein alter Spielplatz, nicht mehr ganz taufrisch, mit seinem Zustand steht es nicht zum Besten. Einige Spielgeräte sind hinüber oder kaum noch zeitgemäß. Und er wirkt auch nicht mehr wirklich einladend, weil er in weiten Teilen einer unübersichtlichen und dunklen Hügel- und Gebüschlandschaft gleicht. Doch damit ist es bald vorbei.

Pirna will den sogenannten "Großen Spielplatz" an der Remscheider Straße grundlegend umgestalten lassen und durch einen "Spielpark ohne Grenzen" ersetzen - ein Tobe- und Spielareal für alle Generationen. Der Stadtentwicklungsausschuss des Stadtrates gab jetzt im September final seine Zustimmung für das Vorhaben. Der Auftrag für die Garten- und Landschaftsbauarbeiten ging an eine Firma aus Dresden. Die Arbeiten in diesem ersten Bauabschnitt sollen am 11. Oktober beginnen und voraussichtlich bis 26. November dieses Jahres dauern.

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Ein Ort für Bewegung und Begegnung

Ganz neu ist die Idee zu diesem Projekt nicht. Nach Auskunft der Stadt beteiligte sich Pirna bereits 2016 bei dem Wettbewerb "Ab in die Mitte" mit dem Beitrag "Spielpark ohne Grenzen". Kernstück der Wettbewerbsidee war, den Großen Spielplatz auf dem Sonnenstein völlig umzukrempeln, in einen Ort, der grenzenloses Spielen für Kleinkinder, Kinder, Familien und Senioren - kulturübergreifend und barrierefrei - ermöglicht.

Mit dem neuen Spielangebot und einer hohen Aufenthaltsqualität wollte die Stadt zugleich Bewegung und Begegnung fördern. Der "Spielpark ohne Grenzen" sollte Treffpunkt für Naherholung und nachbarschaftliche Kommunikation werden.

Areal wird völlig umgestaltet

Diese Projektidee ist dann in dem Entwurf für die Neugestaltung des Großen Spielplatzes aufgegangen und letztendlich vom Stadtentwicklungsausschuss bestätigt worden.

Für das Vorhaben galten laut der Planer - das Landschaftsarchitektur-Büro Scheerer - zudem unter anderem folgende Prämissen. Der vorhandene Kernspielplatz sollte grundlegend um- und neugestaltet werden. Entstehen sollte ein Spielraum, in dem unabhängig von Alter, Herkunft und Sprache, aber auch unabhängig von den körperlichen und geistigen Möglichkeiten, miteinander gespielt werden kann.

"Großer Spielplatz" auf dem Sonnenstein im derzeitigen Zustand: Unübersichtliche Hügel- und Gebüschlandschaft.
"Großer Spielplatz" auf dem Sonnenstein im derzeitigen Zustand: Unübersichtliche Hügel- und Gebüschlandschaft. © Foto: Stadt Pirna

Alter Baumbestand bleibt

Im ersten Bauabschnitt - Erneuerung des Spielplatzbereiches - ist nun Folgendes geplant: Im Kerngebiet des alten Spielplatzes rückt anstelle der teils unübersichtlichen und dunklen Hügel- und Gebüschlandschaften ein abwechslungsreicher Spazierweg. Der wertvolle vorhandene Baumbestand bleibt erhalten, und unter den schattenspendenden Bäumen verteilen sich auf dem offenen Wiesenareal verschiedenste neue Sport- und Spielangebote für Jung und Alt.

Im Kreuzungsbereich zwischen den verschiedenen Wegen im Wohnquartier entsteht ein kleiner zentraler Sitzplatz mit Wegeanschluss in alle Richtungen. Auch die nahe Freifläche der Städtischen Wohnungsgesellschaft Pirna (WGP) soll mit Wegen angebunden werden.

Kleine Tischgruppen mit eingelassenen Spielflächen für verschiedene Brettspiele laden Groß und Klein zum gemeinsamen Spielen ein. Auf einer neuen Fläche kann neben dem Sitzplatz alsbald gemeinsam Boule gespielt werden.

Vogelnestschaukel und Mini-Karussell

Hinzu kommt: Der Schaukelbereich wird mit einer Doppelschaukel sowie mit einer Vogelnestschaukel ausgestattet. Die vorhandene Edelstahl-Halbkugel (Rutschhügel) kann auch weiterhin zum Klettern und Rutschen genutzt werden. Ergänzt wird der neu gestaltete Bereich künftig um zwei kleine Drehwirbel in Schalenform - eine Art Mini-Karussell.

Auf einer sonnigen Lichtung wird der neue Kleinkind-Spielbereich mit einem großen Sandspielbereich für Kleinkinder bis sechs Jahre angeordnet. Das altersgerechte Großspielgerät – eine Kletter-Rutschen-Kombination mit kleinem Spielhäuschen – wird durch Matschtische und Sitzgelegenheiten im Sand sowie einer Mini-Wippe im Rasen ergänzt.

Landschaft wird neu modelliert

Die stark verwachsene und unübersichtliche Hügellandschaft mit Bergen und Tälern wird von Gebüsch und alten Einbauten befreit, die Gräben verfüllt, die Hügel stark abgeflacht und neu modelliert. Nur mit Rasen bewachsen, bieten die flachen Hügel nahe dem neuen Kleinkinder-Spielbereich im Winter verschiedene Möglichkeiten zum Rodeln. Die bereits vorhandene, jedoch stark abgenutzte Fachwerk-Seilkletter-Pyramide bleibt erhalten, bekommt aber ein neues Seilnetz. Ergänzende Sitznetze in den obersten Etagen bieten den Spielenden zusätzliche Orte zum gemeinsamen Verweilen.

Ein Dreifach-Trampolin - drei hintereinanderliegende Mini-Trampoline mit großzügigem Fallschutzbereich für Kinder ab drei Jahre - im Schatten unter alten Bäumen soll den Spielplatz um ein weiteres Spiel- und Sportangebot erweitern. Die Gesamtkosten des ersten Bauabschnitts betragen rund 199.000 Euro. Das Vorhaben wird über das Förderprogramm "Soziale Stadt - Sonnenstein" finanziert.

Fast 50 Spielplätze im Stadtgebiet

Die Stadt hat in den vergangenen Jahren immer wieder Geld in Spielplätze investiert, um neue zu schaffen oder bestehende zu modernisieren. In Copitz-Nord beispielsweise entstand ein neuer Spielplatz an der Vogelwiese, in Copitz-West 2019 der neue Motorik- und Sinnespark. In der Innenstadt ließ die Stadt die Spielflächen am Thälmannpark in den vergangenen Jahren schrittweise erweitern, hinzu kam vor einiger Zeit noch der Geschichten-Spielplatz zum Thema Seilerei im umgestalteten Friedenspark. Zudem findet sich an den Altstädter Elbwiesen ein moderner Geschichten-Spielplatz zum Thema "Steinladeplatz".

Nach Auskunft des Rathauses gibt es im Pirnaer Stadtgebiet fast 50 Spielplätze. Die meisten von ihnen befinden sich in Copitz, dann folgen Sonnenstein und das innere Stadtgebiet – es sind die bevölkerungsreichsten Stadtteile.

Die meisten der Spielplätze liegen auf privaten Grundstücken, nur wenige hingegen auf städtischen Flächen. Dennoch sind laut der Stadt alle Spielplätze öffentlich zugänglich. Eine Übersicht über einige dieser Areale findet sich auf der städtischen Internetseite www.pirna.de/pirna-erleben/freizeit/spielplaetze/.

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