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Pirna

Pirna: Stadtteiltreff verkleinert Bibliothek

Im Copitzer Mehrgenerationenhaus wurde einiges umstrukturiert. Gleichwohl bleibt ein breites Angebot erhalten.

Mehrgenerationenhaus an der Schillerstraße in Pirna-Copitz: Jetzt Sitz der Vereine "Famil" und "Hanno".
Mehrgenerationenhaus an der Schillerstraße in Pirna-Copitz: Jetzt Sitz der Vereine "Famil" und "Hanno". © Daniel Förster

Im Mehrgenerationenhaus an der Schillerstraße in Pirna-Copitz, Sitz des Vereins "Famil", gab es für alle Schmökerfreunde ordentlich Futter. In dem Haus hatte der Verein schon vor geraumer Zeit eine Stadtteilbibliothek eingerichtet, in der sich Lesefreudige Bücher ausleihen konnten. Die Bücherei wurde stets rege genutzt.

Doch seit diesem Jahr hat sich einiges geändert. Aufgrund fehlender Landkreismittel kann der Famil-Verein einige Angebote der Kinder- und Jugendarbeit nun nicht mehr aufrechterhalten. Betroffen davon ist auch das Domizil der bisherigen Stadtteilbibliothek.

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Wegen gestiegener Betriebskosten und höherer Eigenanteile musste der Famil-Verein die Räume der Bücherei im Erdgeschoss des Copitzer Stadtteiltreffs an die Stadt Pirna zurückgeben.

Das Lesevergnügen fällt damit aber nicht gänzlich flach, allerdings musste sich der Verein damit etwas verkleinern - auch als Folge einer größeren Umstrukturierung.

Bund will weiterhin Zuschüsse zahlen

Generell wird das Mehrgenerationenhaus in Trägerschaft des Famil auch in den kommenden Jahren durch ein spezielles Bundesförderprogramm finanziell unterstützt. Demnach bezuschusst der Bund jedes Mehrgenerationenhaus mit maximal 40.000 Euro im Jahr, zusätzlich vergibt er für den Förderschwerpunkt "Lese-, Schreib- und Rechenkompetenzen" weitere 5.000 bis 15.000 Euro jährlich.

Voraussetzung dafür ist, dass die jeweilige Kommune ein solches Mehrgenerationenhaus mit mindestens 10.000 Euro pro Jahr kofinanziert - was Pirna schon seit Jahren tut und auch in Zukunft beibehalten will.

Die Stadt bekräftigte mit einem Beschluss des Stadtrates schon vor einiger Zeit ihr Bekenntnis zum Erhalt und der damit verbundenen Kofinanzierung dieser sozialen Angebote für die Jahre 2021 bis 2027 - allerdings unter dem Vorbehalt, dass im Etat ausreichend Geld dafür vorhanden ist.

Neuer Verein zieht mit ins Haus

Nach Aussage des Rathauses sei die Stadtteilbibliothek in diesem Förderprogramm für Mehrgenerationenhäuser kein inhaltlicher Aufgabenschwerpunkt. Die unterschiedlichen generationsübergreifenden Angebote könnten laut der Stadt in Abstimmung mit dem Famil-Verein auch ohne dieses Teilstück vorgehalten werden.

Hinzu kommt, dass mit der Neuausschreibung der offenen Kinder-, Jugend- und Familienarbeit durch den Landkreis der Verein "Hanno" den Zuschlag dafür erhielt. Somit entfällt seit diesem Jahr dieses Aufgabengebiet für den Famil-Verein.

Nach Auskunft des Rathauses erschien es in diesem Zusammenhang sinnvoll, den Hanno-Verein im Copitzer Stadtteiltreff mit unterzubringen.

Somit befindet sich nach der neuen Struktur im Kellergeschoss des Hauses der Jugendtreff, im Erdgeschoss in den früheren Räumen der Bücherei die Kinder-, Jugend- und Familienhilfe des Hanno. Die erste Etage ist nun Sitz des Famil-Mehrgenerationenhauses mit einer verkleinerten Bibliothek.

Famil behält viele Angebote bei

Diese gemeinsame Unterbringung dieser Angebote, die verschiedene Altersgruppen ansprechen, bildeten aus Sicht der Stadt eine gute Basis, um die unterschiedlichen Generationen im Haus zusammenzuführen.

Und der Famil-Verein behält ohnehin einen Großteil seiner bisherigen Angebote bei. Dazu zählen beispielsweise Angebote für Kinder, Familien und Senioren, Beratungs- und Unterstützungsangebote für freiwillig Engagierte, Senioren, Bundesfreiwillige und Spätaussiedler. Bestandteil dessen sind zudem eine generationsübergreifende Freizeitgestaltung, digitale Bildung sowie die Förderung von Lese- und Rechtschreibfähigkeiten.

Und auch die Bücherei läuft weiter, wenn auch in kleinerer Form. Laut des Famil-Vereins befinden sich die Bücher nun in der ersten Etage des Hauses. Dort lädt auch ein separater Leseraum zur gemütlichen Lesezeit bei Kaffee oder Tee ein.

Lesefreudige können die Bücher auch weiterhin ausleihen, auch freut sich der Verein über neue Bücherspenden.

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