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Pirnas druckfrischer Lesestoff für Senioren

Für fortgeschrittene Semester gibt es jetzt das ganz neue Magazin "60 + mittendrin". Das Heft hat es in sich - weit mehr als Rufnummern und Ansprechpartner.

Neuer Lesestoff: Barbara Gehre von der Pirnaer Seniorenvertretung, Pirnas Gleichstellungsbeauftragte Sandra Wels sowie Rathaus-Mitarbeiterin Heike Fenske (v.l.) präsentieren die druckfrische Broschüre für Senioren.
Neuer Lesestoff: Barbara Gehre von der Pirnaer Seniorenvertretung, Pirnas Gleichstellungsbeauftragte Sandra Wels sowie Rathaus-Mitarbeiterin Heike Fenske (v.l.) präsentieren die druckfrische Broschüre für Senioren. © Karl-Ludwig Oberthür

Druckfrischer geht es kaum: Just an jenem Tag, als Pirna die neue Broschüre für Senioren vorstellte, trafen die Exemplare im Rathaus ein.

Wenige Minuten vor dem Termin fuhr der Lkw vor, der Fahrer entlud mehrere Paletten, insgesamt 7.000 Hefte, jedes 50 Seiten stark.

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Die Mecklenburgische Seenplatte bildet mit 1.117 natürlichen Gewässern das größte geschlossene Seengebiet Europas.

Das Magazin "60 + mittendrin - Pirna im besten Alter" kommt im orange-blauen Design daher, mit vielen Fotos und extra großer Schrift.

Pirnas Oberbürgermeister Klaus-Peter Hanke (parteilos) lobt das Magazin als rundum gelungen, trotz des Titels "60 +" finde es bestimmt auch jüngere Leser, weil es voll sei mit Geschichte und Geschichten.

Bloß kein erweitertes Telefonbuch

In der Tat: Das Heft besteht nicht nur aus aneinander gereihten Telefonnummern und Ansprechpartnern für Senioren.

Es bietet weit mehr als das, viel Lese- und Unterhaltungsstoff, es will geradezu gelesen werden - vor allem auch, weil der Weg bis zur fertigen Broschüre lang war und viel Mühe drinsteckt.

Nach Aussage von Stadtsprecher Thomas Gockel sei schon vor Jahren in Pirna ein seniorenpolitisches Konzept beschlossen worden. Es beinhaltet auch, die Senioren regelmäßig zu informieren.

Ziel war es zudem, eine neue Senioren-Broschüre herauszugeben. Die letzte stammt von 2014, es war höchste Zeit für eine Neuauflage.

Corona bremste das Projekt etwas aus

Weil es aber eben nicht nur ein erweitertes Telefonbuch werden sollte, holte sich die Stadt professionelle Unterstützung.

Diese fand sie zum einen in dem Pirnaer Grafiker Jens Dauderstedt, der das Heft gestaltete. Zum anderen in dem freien Dresdner Journalisten Hartmut Landgraf von der Redaktion "Draußenzeit", der die redaktionellen Texte beisteuerte.

Das Projekt nahm schon vor anderthalb Jahren Fahrt auf, wurde aber von der Corona-Pandemie zeitweise etwas ausgebremst, da es aufgrund eingeschränkter Kontaktmöglichkeiten etwas schwierig war, die eine oder andere Geschichte zu recherchieren.

Bewegende Geschichten über Menschen

Doch das Warten hat sich gelohnt. Das Heft stellt bekannte Pirnaer vor, die sich auch im fortgeschrittenen Alter noch für die Stadt engagieren. Sie zeigen sich an Orten, zu denen sie eine ganz besondere Verbindung haben.

Das Magazin erzählt Geschichten, beispielsweise jene eines 79-jährigen Fotografen auf dem Sonnenstein, von einer 94-Jährigen, die sich täglich auf ihren Seniorenbegleiter freut und von dem Mann, der trotz Behinderung in seiner Wohnung lebt - unterstützt vom Pflegedienst.

Dazu gibt es Rätsel und Rezepte, Freizeit-Tipps, Bildungsangebote - und natürlich auch Telefonnummern und Ansprechpartner.

Gleichwohl sollte das Heft nicht zu sehr auf reine Information fokussieren, sagt Pirnas Gleichstellungsbeauftragte Sandra Wels. Vielmehr habe man auf eine Mischung aus Infos und Geschichten gesetzt, und dafür bekannte Protagonisten ausgesucht. "Das Magazin soll das Leben abbilden und zeigen, wie aktiv unsere Senioren sind", sagt Sandra Wels.

Ilse Bähnert hat das Schlusswort

Aus Sicht der Pirnaer Seniorenvertretung ist dieses Heft sehr wichtig und nützlich, vor allem, weil es als Magazin in Papierform daherkommt. "Viele Senioren sind ja nicht so internetaffin, daher wollen viele zum Lesen lieber etwas in der Hand habe", sagt Barbara Gehre von der Pirnaer Seniorenvertretung.

Nach Aussage der Stadt betrug das Budget für die Broschüre 13.000 Euro. Das meiste Geld dafür stammt aus dem städtischen Haushalt 2019/2020, in diesem Jahr wurde das Projekt lediglich vollendet.

Das Magazin mit einer Auflage von 7.000 Stück ist laut Heike Fenske, Sachbearbeiterin für Soziales im Rathaus, kostenfrei im Bürgerbüro des Rathauses, in den Stadtteilbüros Copitz und Sonnenstein, in den Ortschaftsämtern Graupa und Birkwitz-Pratzschwitz, in den Seniorenbegegnungsstätten des DRK und der Vereine "Atze" und "Famil" sowie im Touristservice Pirna und in weiteren Auslagestellen in der Region erhältlich.

Am Schluss des Heftes fasst Sachsens wohl bekannteste Rentnerin Ilse Bähnert den Inhalt noch einmal treffend zusammen und formuliert: "Das ist 'ne Mischung!"

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