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Ausflugstipps für die Sächsische Schweiz

Die ersten Bundesländer haben schon Sommerferien. Im Elbsandsteingebirge hofft man wieder auf viele Urlauber wie 2020. Doch klappt das?

Die Sächsische Schweiz ist bereit für Touristen. Auch in Bad Schandau haben die Hotels wieder geöffnet.
Die Sächsische Schweiz ist bereit für Touristen. Auch in Bad Schandau haben die Hotels wieder geöffnet. © Steffen Unger

Pirna. Der Supersommer 2020 ist in der Sächsischen Schweiz noch gut in Erinnerung. Massen von Touristen waren unterwegs, auf und abseits der Wanderwege. Parkplätze waren vollgestopft, sodass Ausweichplätze geschaffen werden mussten. Hotels, Pensionen und Campingplätze hatten kaum noch freie Kapazitäten. Die Gastwirte hatten ihre Häuser voll. Mit diesen Erfahrungen im Hinterkopf sind die Touristiker in der Sächsischen Schweiz nun davon ausgegangen, dass auch in diesem Jahr die Urlauber in Scharen anreisen. Doch im Unterschied zu 2020 kann man jetzt wieder weltweit reisen.

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Eine Familientageskarte für die Region
Eine Familientageskarte für die Region

Das wird ein richtiger Entdeckersommer. Pünktlich zum Start der Sommerferien fahren Familien immer mittwochs günstig durch die Region.

Angesichts der vollen Strände an der Ostsee, der langen Schlangen an den Flughäfen kommen erste Bedenken auf. Der Start in die neue Saison sei eher Verhalten angelaufen, heißt es. Und dabei gibt es in diesem Jahr auch wieder neue Angebote.

Gastwirte und Hoteliers sind gut vorbereitet

Die düsteren Prognosen, dass manche Gastwirte oder auch Hoteliers ihre Türen in dieser Saison nicht mehr aufsperren können, weil sie in Insolvenz gehen mussten, sind zum Glück nicht eingetroffen. Wer in der Sächsischen Schweiz speisen möchte oder auch übernachten will, findet überall offenen Türen.

Doch der große Knall wie am 15.Mai 2020 ist erst einmal ausgeblieben. Das muss auch Elisabeth König, die Wirtin vom Lichtenhainer Wasserfall, konstatieren. Sie und ihre Kollegen entlang des Kirnitzschtales warten auf Gäste, nicht nur an den Wochenenden. "Man möchte den Leuten am liebsten sagen, Ihr wolltet doch raus. Jetzt kommt doch einfach", sagt sie.

An den Wochenenden sind hier, wie auch im Kurort Rathen oder in Bad Schandau, augenscheinlich Touristen oder Tagesausflügler unterwegs. "Aber in der Woche sieht es mau aus im Vergleich zum letzten Jahr", sagt die Wirtin. Dabei haben alle Gaststätten auch im Kirnitzschtal wieder geöffnet. Das Personal ist überall an Bord. Und das wolle arbeiten und auch Geld verdienen. Wenn jetzt die Gäste in der Sächsischen Schweiz ausblieben, wäre das nicht so gut.

Ein Stück die Kirnitzsch weiter aufwärts, in der Gaststätte Neumannmühle, hat man ähnliches bemerkt. Denn auch an den Wochenenden sei das Tal ab 18 Uhr leer. So dramatisch sehe man das aber jetzt noch nicht. Zum einen könnte die Fußball-EM die Ursache für weniger Besucher sein. Zum anderen seien manche noch verunsichert.

Neue Gastronomieangebote und mehr

Auf Burg Hohnstein ist der Beherbergungsbetrieb wieder angelaufen. Die ersten Schulklassen und Familien haben Quartier bezogen. Ab sofort können Tagestouristen wie auch Übernachtungsgäste ein kühles Bier oder das Abendessen im Freien mit grandiosem Ausblick im neuen Biergarten genießen. Wichtig zu wissen ist, dass in der Gastronomie nur Barzahlung möglich ist. Tourismuschef und Geschäftsführer der Burggesellschaft Andre Häntzschel schaut etwas optimistisch in die Zukunft, vor allem mit Blick darauf, dass Klassenfahrten in Deutschland wieder möglich sind.

Lenka Bimonová lädt auf ein kühles Bier in den neuen Biergarten der Burg Hohnstein ein.
Lenka Bimonová lädt auf ein kühles Bier in den neuen Biergarten der Burg Hohnstein ein. © Marko Förster

Nach dem neu eröffneten Berggasthof auf dem Rauenstein bei Weißig und der neuen Taverne "Wehlmuschel" in Stadt Wehlen gibt es auch im benachbarten Kurort Rathen Zuwachs. Das leerstehende Eiscafé "Basteiblick" am Fähranleger in Oberrathen hat neue Besitzer. Andreas und Thomas Nierade haben den Pavillon mit Sonnenterrasse übernommen.

Neue Angebote gibt es zum Beispiel auch im Miniaturpark "Die kleine Sächsische Schweiz" in Dorf Wehlen. Der Familienbetrieb hat den Lockdown genutzt, um die Parkeisenbahn zu überarbeiten. Künftig können mehr Besucher mitfahren. Neue Attraktion ist ein Modell der Schwarzbachtalbahn, der einstigen Schmalspurbahn zwischen Goßdorf-Kohlmühle und Hohnstein. Mit zwei Buzzern können die Züge bewegt werden. Im Bau befindet sich noch eine Nachbildung des traditionellen Fastnachtsumzuges der Schiffer im Oberen Elbtal.

Wo gewandert werden kann

Im gesamten Nationalparkgebiet besteht durch abgestorbene Bäume und zusammenbrechendes Totholz auf vielen Wegen eine sehr hohe Gefährdung. Insbesondere im hinteren Teil des Nationalparks gibt es Wege, die gegenwärtig unpassierbar sind. Deshalb empfiehlt es sich, vor einer geplanten Wandertour auf der Internetseite der Nationalparkverwaltung nach den aktuell gesperrten Wegen oder Bergpfaden zu schauen. Gewandert werden kann aber trotzdem in der Sächsischen Schweiz.

Die Nationalparkverwaltung wirbt gemeinsam mit dem Tourismusverband Sächsische Schweiz für zehn sichere Wanderempfehlungen, die die Besucher zu den schönsten Orten in der Sächsischen Schweiz bringen sollen. Diese können ebenfalls auf der Internetseite abgerufen werden.

Parken mit neuem Leitsystem

Wer in der Sächsischen Schweiz einen Parkplatz sucht, bekommt jetzt eine komplexe Übersicht, wo man überhaupt parken kann und darf. Die Parkplatzübersicht besteht aus einer Gesamtkarte und 17 Einzelkarten für die Region, inklusive größerer Städte wie Pirna. Auf diesen Detailkarten sind alle Parkplätze im jeweiligen Gebiet erfasst. Dazu gibt es in einer Legende verschiedenste Informationen.

Der Besucher erfährt zum Beispiel, ob es ein Wanderparkplatz ist. In der Nähe befinden sich meist touristisch interessante Ausflugsziele. Außerdem gibt es Hinweise darauf, ob ein Caravanplatz, Campingplatz oder Zeltplatz in der Nähe ist. Oder auch darüber, ob man mit seinem Wohnmobil stehen darf oder nicht, ob eine Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr, also P&R, vorhanden ist.

Kartenmaterial zum Herunterladen: www.landschaftzukunftev.de

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