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Pirna: Das neue Haus für Senioren

Das historische Gebäude "Grauer Storch" in Mockethal wurde aufwändig saniert. Neugierige können zu Pfingsten vorbeischauen.

Nach jahrelangem Leerstand: Der ehemalige Gasthof Grauer Storch in Pirna-Mockethal wurde zu einem modernen Seniorenheim umgebaut.
Nach jahrelangem Leerstand: Der ehemalige Gasthof Grauer Storch in Pirna-Mockethal wurde zu einem modernen Seniorenheim umgebaut. © Norbert Millauer

Jetzt sind die Gerüste gefallen. Der frühere Gasthof Grauer Storch in Pirna-Mockethal erstrahlt in frischer Farbe. Seit gut einem Jahr wird das historische Gebäude zu Wohnungen und einer Tagespflege ausgebaut. Die Arbeiten sind fast beendet. Das teilt der Bauherr Seel + Hanschke Beratende Ingenieure GmbH aus Wilsdruff mit. Das unter Denkmalschutz stehende Gebäude auf der Arthur-Thiermann-Straße 22 war seit einigen Jahren ungenutzt.

Betrieben wird das Haus künftig von dem Unternehmer Igor Ratzenberger aus Dresden, der in der Landeshauptstadt unter anderem einen ambulanten Pflegedienst besitzt und folglich vom Fach ist. "Wir übernehmen das Objekt zum1. Mai. Im Laufe des Monats ziehen dann die ersten Mieter ein", sagt Ratzenberger auf Nachfrage von Sächsische.de.

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Ein Heim in Mockethal nicht nur für Senioren

Was konkret ist passiert? Das Gebäude wurde zu einem modernen Seniorenzentrum ausgebaut. Es entstanden altersgerechte und barrierearme Mietwohnungen mit einer Tagespflege und einem Therapiezentrum. 15 Wohnungen wurden in den oberen Stockwerken des Gasthausgebäudes eingebaut, 15 weitere in dem daran angrenzenden Saal. Die Quartiere haben eine Größe von 30 bis 70 Quadratmeter. Balkone sind nicht vorgesehen, aber der Hof wird zu einer grünen Freifläche mit Gemeinschaftsnutzung gestaltet, kündigt Igor Ratzenberger an.

Die Wohnungen selber wurden barrierearm gestaltet; Fachleute bauten einen Fahrstuhl ein. "Wir fixieren uns nicht nur auf Senioren, sondern sprechen mit dem Angebot auch jüngere Menschen mit einem Handicap an, zum Beispiel Rollstuhlfahrer", erläutert Ratzenberger. Jede Wohnung wird mit Sicherheitstechnik ausgestattet.

Zehn Euro Monatsmiete pro Quadratmeter

Die Kaltmiete liegt bei happigen zehn Euro pro Quadratmeter im Monat. Der Betreiber ist sich bewusst, dass es sich hierbei einen stolzen Preis handelt. "Aber wir bieten einen weitreichenden Service, wie zum Beispiel einen 24-Stunden-Pflegedienst vor Ort. Außerdem ist eine Wäscherei im Keller geplant", führt der Unternehmer aus. Sorge, dass er auf den Wohnungen sitzenbleibt, hat Ratzenberger indes nicht. Einige Wohnungen sind bereits vermietet, weitere Interessenten seien am Start, viele kämen aus der Region.

Das Therapiezentrum zieht in das Hauptgebäude im linken Teil des Erdgeschosses ein. Es bietet Physiotherapie, Ergotherapie sowie einen Sportraum. Der künftige Betreiber dieses Zentrums kommt aus Dresden, die Verträge zwischen ihm und Ratzenberger seien bereits abgesprochen. Die Tagespflege wird in dem rechten Teil des Erdgeschosses eingerichtet. "Unsere Gäste sollen Anregung und Struktur erfahren", beschreibt Ratzenberger das Konzept. Ihm schwebt dabei ein offenes Zentrum vor. "Nicht nur für Pflegebedürftige, sondern auch für Anwohner und Angehörige, quasi als Treffpunkt für alle." Der Zugang zur Tagespflege erfolgt grundsätzlich über eine neue Rampe im Außenbereich in das Gebäude.

Der Umbau des Grauen Storches zu einem Seniorenzentrum ist eine teure Angelegenheit. Ratzenberger schätzt die Investitionskosten auf gut vier Millionen Euro. Für das Pfingstwochenende ist ein Tag der offenen Tür geplant. "Wie konkret dieser gestaltet wird, können wir derzeit noch nicht sagen. Das hängt von den dann geltenden Einschränkungen aufgrund der Pandemie ab", erklärt Ratzenberger.

Erbaut zur Wende zum 20. Jahrhundert

Das Grundstück an der Kreuzung Wehlener Straße/Arthur-Thiermann-Straße wurde bereits 1897 mit dem Gasthof „Zum Grauen Storch“ im Erdgeschoss und Wohneinheiten darüber von Curt Hesse für den damaligen Besitzer Max Rühle geplant.

Am benachbarten Tanzsaal waren Anbauten mit mittiger Musikhalle und seitlichen, jeweils getrennt-geschlechtlichen Garderoben vorgesehen. Der Tanzsaal und der Gasthof wurden vorerst über einen Verbinderbau, der die Ausgabe beinhaltete, miteinander verknüpft, jedoch in der weiteren Planung, drei Jahre später, in seiner heutigen Form entwickelt. Der ursprüngliche Dreiseitenhof wurde durch eine Stallung für die Nutztiere inklusive Heuboden gefasst.

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