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Graupaer Schüler werden zu Schatzfindern

Viertklässler suchen das Schulgelände nach archäologischen Fundstücken ab. Sensationsentdeckungen würde allerdings das Amt einkassieren.

Von Mareike Huisinga
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Charlotte, Moritz und Malte (v.l.) aus der Klasse 4a der Grundschule Graupa machen archäologische Ausgrabungen hinter dem Schulgebäude.
Charlotte, Moritz und Malte (v.l.) aus der Klasse 4a der Grundschule Graupa machen archäologische Ausgrabungen hinter dem Schulgebäude. © Norbert Millauer

Unterricht nach Stundenplan? Nicht an diesem Freitagvormittag. Einige Grundschüler in Graupa avancierten zu Schatzfindern. Mit der professionellen Unterstützung des Landesamtes für Archäologie, das zwei Ausgrabungskoffer zur Verfügung stellte, und des experimentellen Archäologen Mario Sempf, wurde das Schulgelände nach alten Fundstücken abgesucht. Die Aktion findet im Rahmen des Ganztages-Angebotes statt, das somit fächerübergreifend in den Unterricht einbezogen wird, sagt Schulleiter Holger Häse.

Mit Schaufel, Maurerkelle und Pinsel am Start

Akribisch gingen die jungen Schatzsucher vor. Zunächst suchten sie ein Areal aus und steckten dieses mit Holzstöcken ab, beziehungsweise begrenzten es mit einem Seil. Danach wurden die Kinder in Gruppen aufgeteilt, jede Gruppe bekam ein Teilstück zugewiesen, das akkurat untersucht wurde. Zum Teil mit Schaufel, zum Teil mit Maurerkelle. "Sobald wir etwas gefunden haben, haben wir es mit einem Pinsel gesäubert, den Fundort auf einem Blatt markiert und dann in eine Kiste getan", sagt Laura (9). Sie fand die Aktion toll. Und Yannic stellt fest: "Das war viel besser heute als Mathe- oder Deutschlernen." Unterstützung bei seiner Einschätzung bekommt er von seinem Freund Emil: "Super Sache", lautet dessen Kommentar.

Tonscherbe aus dem 16. Jahrhundert

Die Begeisterung erstaunt indes weniger, denn die jungen Schatzsucher sind durchaus fündig geworden an diesem Vormittag. Unter anderem entdeckten sie Glasscherben, Nägel und Kohle. Sogar eine alte Tonscherbe, die vermutlich aus dem 16. Jahrhundert stammt, war darunter. Sämtliche Schätze wurden dokumentiert und sollen im Sommer in der Schule ausgestellt werden. Aber es gibt auch Ausnahmen. Sollte es sich um ein Sensationsfund handeln, dann hat das Landesamt für Archäologie seine Hand darauf, relativiert Häse.

Die Aktion zieht sich über das gesamte Schuljahr. Beteiligt sind alle Mädchen und Jungen der Jahrgangsstufe vier. Profi Mario Sempf ist angetan, mit welchem Elan die Archäokids bereits während der ersten Ausgrabung bei der Sache waren. "Sie lernen, wie man sich Stück für Stück an ein Geheimnis herantastet. Wir suchen Gegenstände mit Geschichte. Es braucht neben Fingerspitzengefühl auch jede Menge Fertigkeiten. Denn in der Erde kann man lesen, wie in einem Buch", erklärt der Fachmann, der sich genauso wie die Schüler auf die nächsten Ausgrabungen auf dem Schulgelände freut.