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Corona-Hilferuf von Pirnaer Fahrschulen

In einem offenen Brief wenden sich Fahrschulen aus Pirna an den Oberbürgermeister.

Szenen wie diese sieht man heute nicht mehr - wegen Corona ist der Fahrschulbetrieb eingestellt.
Szenen wie diese sieht man heute nicht mehr - wegen Corona ist der Fahrschulbetrieb eingestellt. © dpa

Mit dramatischen Worten beginnt der an den Oberbürgermeister Klaus-Peter Hanke (parteilos) adressierte offene Brief von Pirnaer Fahrschulen. "Stellen Sie sich vor, Sie rufen den Krankentransport und keiner kann kommen. Warum? Weil keiner einen Führerschein besitzt." Autor dieser Zeilen ist Thomas Adler, Inhaber und Geschäftsführer der Fahrschule Adler.

Keine staatliche Finanzhilfe für Fahrschulen

Schon zum zweiten Mal sind die Fahrschulen ebenso wie andere Dienstleister wegen Corona im Lockdown. Die jüngste Zwangspause begann am 14. Dezember, und die Motoren der Fahrschulautos stehen bis auf Weiteres still. Von passender Hilfe jedoch keine Spur, meint Adler. "Was finanzielle Unterstützung angeht, werden wir, im Gegensatz zu anderen Branchen wie beispielsweise der Gastronomie, nicht berücksichtigt", erklärt er. Adler wünscht sich, dass die Hilfsprogramme auch auf seine Branche ausgedehnt werden.

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Fahrschullehrer Thomas Adler bei der Ausbildung: "Was finanzielle Unterstützung angeht, werden wir nicht berücksichtigt".
Fahrschullehrer Thomas Adler bei der Ausbildung: "Was finanzielle Unterstützung angeht, werden wir nicht berücksichtigt". © Daniel Schäfer

Auf Nachfrage von Sächsische.de sagt der Fahrlehrer, der in seiner Fahrschule neun Angestellte beschäftigt, dass er sich zudem lockere Regeln für den Lehrbetrieb wünscht. Es sei wichtig, schnell zu einer geregelten Ausbildung zurückzufinden. Die Theoriestunden könnte man online abhalten und während der Fahrstunden könnte man Maske tragen oder andere Konzepte entwerfen, um es sicher zu gestalten. Ähnliche Wünsche und Forderungen werden auch aus anderen Branchen formuliert - ohne aber, dass die Landes- und die Bundesregierung bislang bereit wären, wieder mehr Kontakte zuzulassen.

Gespräch mit dem OB auf dem Markt gewünscht

Adler weist auf die Relevanz von Fahrschulen in Bezug auf Mobilität hin. Diese wird nämlich nicht nur beruflich, sondern auch privat immer wichtiger. Mit der Ausbildung für den Führerschein erschaffe man "die Grundlage für eine gesunde, soziale und zukunftsfähige Stadt", schreibt er.

Zum Ende seines Briefs appelliert Adler an den Oberbürgermeister, dafür zu sorgen, dass auch in Zukunft ein Krankentransport kommen kann. Er möchte am 29. Januar um 11 Uhr auf dem Marktplatz mit Hanke ins Gespräch kommen. Dass dieser nur mittelbar für die Coronahilfen verantwortlich ist, ist Adler bewusst, "aber irgendwo muss man ja anfangen." Aus dem Rathaus heißt es, dass der Oberbürgermeister das persönliche Gespräch mit den Fahrschulbetreibern suchen wird. Im Anschluss plant er, die Vorschläge der Branche mit den zuständigen Behörden zu besprechen und dafür zu werben, dass funktionierende, pandemiegerechte Lösungen gefunden werden.

Hier lesen Sie den Offenen Brief im Wortlaut.

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