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Cotta: In den ehemaligen Schulen brennt wieder Licht

Die Sanierung der historischen Gebäude ist jetzt abgeschlossen. Die Wohnungen wurden bezogen.

Von Mareike Huisinga
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Wo früher in Cotta Mathematik und Deutsch gepaukt wurden, sind heute moderne Wohnungen entstanden.
Wo früher in Cotta Mathematik und Deutsch gepaukt wurden, sind heute moderne Wohnungen entstanden. © Daniel Schäfer

Erfolgreiches Ende für einen Kraftakt. Die ehemaligen Schulen in Cotta wurden aufwendig saniert und sind jetzt komplett bezogen. Das teilt René Wülfing von der Dresdner Firma MSH mit, die die Vermarktung übernommen hatte.

Moderne Mietwohnungen sind entstanden

Die ehemalige obere und untere Schule in der Dorfmitte wurden in den vergangenen zwei Jahren zu modernen Mietwohnungen ausgebaut. Bauträger ist ein Unternehmer aus der Region; die Investoren kommen aus ganz Deutschland, unter anderem aus Berlin, Chemnitz und Dresden.

In der unteren, der sogenannten Alten Schule, direkt an der Hauptstraße, entstanden fünf Mietwohnungen in einer Größe von 65 bis 155 Quadratmeter. Die Neue Schule etwas weiter oberhalb wurde 1899 errichtet, hier wurden sieben Quartiere mit einer Größe von 82 bis 174 Quadratmeter eingebaut.

Jede Wohnung erhielt einen Balkon beziehungsweise eine Terrasse. Für die Pkws wurden ausreichend Stellplätze gebaut. Die Zufahrt zu den Wohnungen erfolgt auch von der Straße, die zum Friedhof führt. Im Zuge der Baumaßnahme wurde die Straße öffentlich gewidmet. "Die Mieter kommen aus Pirna und der Umgebung, aber auch von weiter her, unter anderem aus Chemnitz", sagt Wülfing.

Früherer Kindergarten wird auch saniert

Nicht nur die alten Schulgebäude wurden aufgepeppt. Auch der ehemalige Kindergarten, der zwischen den Schulhäusern steht, bekommt neuen Schliff. Dieses Haus soll zu einem großzügigen Einfamilienhaus umgebaut werden. Die Jungen und Mädchen des Naturkindergartens "Am Spitzberg" sind Mitte 2015 in ihr neues Domizil gezogen, das an das alte Grundstück grenzt. Das Einzelhaus wurde bereits verkauft und die Sanierungsarbeiten liegen in den Endzügen. Bezug ist voraussichtlich zum Jahresende, so Wülfing.

Dorfbewohner erinnert sich

Der Verkauf mit dem Ziel, die markanten Gebäude für Wohnzwecke zu sanieren, war offensichtlich ein Glücksfall für das Dorf Cotta. Dem stimmt ein Anwohner zu. "Es ist ein großer Schritt nach vorne, dass die Gebäude nicht weiter verfallen", sagt er, der hier von der ersten bis zur sechsten Klasse die Schulbank gedrückt hat.

Er erinnert sich gerne an die Zeit. "Wir hatten Unterricht im oberen Gebäude. Es gab vier Klassenzimmer, und darüber war der Hort", blickt der Cottaer zurück. Besonders die damals herrschende familiäre Atmosphäre schätzte er. "Wir waren eine kleine Schule, unsere Klasse hatte nur 17 Schüler", weiß er noch genau. Unvergessen ist für ihn der Lehrer Herr Eichenberg, ein offenbar gutmütiger Pädagoge. "Wenn wir ihn lange genug genervt hatten, dann erzählte er uns Geschichten und Legenden über den Spitzberg und von den Cottaer Zwergen", berichtet der Cottaer.

Liebloses Essen in Assietten von einem Caterer, das habe es zu seiner Zeit nicht gegeben. "In der Schulküche, die sich in dem unteren Gebäude befand, wurde alles frisch gekocht". Auch habe man viel auf Disziplin gehalten. Der Ex-Schüler erinnert sich, dass die Mädchen und Jungen immer den Teller leer essen mussten, es kam nichts weg. "Das fiel mir bei Eintopf und Suppe etwas schwer", sagt er und muss schmunzeln. Möhren, Bohnen und Kartoffeln für die Zubereitung des Schulessens kamen übrigens aus dem eigenen Schulgarten.