merken
PLUS Pirna

Wie der Bund Schloss Kuckuckstein stützt

Die Besitzer des "Zauberschlosses" in Liebstadt kämpfen gegen den Verfall. Jetzt gibt es Schützenhilfe von ganz oben - mit einer sechsstelligen Summe.

Wieder in privater Hand: Schloss Kuckuckstein im Seidewitztal.
Wieder in privater Hand: Schloss Kuckuckstein im Seidewitztal. © Egbert Kamprath

Zu DDR-Zeiten gehörte es zu den bekanntesten Adressen in der Sächsischen Schweiz und dem Osterzgebirge: Schloss Kuckuckstein in Liebstadt, in dem Magier Peter Kersten fürs DDR-Fernsehen zauberte. Der Name hat heute immer noch Gewicht. Der Glanz des einstigen "Zauberschlosses" ist jedoch verblichen.

Das hängt vor allem mit dem baulichen Zustand zusammen. Von den Wänden bröckelt der Putz, Mauern haben Risse, Feuchtigkeit kann eindringen. In der Vergangenheit konnten weder die Stadt noch ein privater Schlossbesitzer die Kosten für die nötigen Reparaturen aufbringen. Das Schloss ging zwar 2018 nach jahrelangem Rechtsstreit an die Kommune zurück. Seitdem geht es mit dem Schloss auch bergauf. Der Sanierungsaufwand ist und bleibt jedoch immens.

StadtApotheken Dresden
Die StadtApotheken Dresden sind für Sie da
Die StadtApotheken Dresden sind für Sie da

Die StadtApotheken Dresden unterstützen Sie bei einer gesunden Lebensweise und stehen Ihnen sowohl mit präventiven als auch mit therapeutischen Maßnahmen, Arzneimitteln und Gesundheitsprodukten zur Seite.

Der Putz bröckelt: Auf Schloss Kuckuckstein in Liebstadt besteht enormer Sanierungsbedarf.
Der Putz bröckelt: Auf Schloss Kuckuckstein in Liebstadt besteht enormer Sanierungsbedarf. © Marko Förster

Dem Millionenprojekt wollen sich die neuen Schlossbesitzer Susanne und Jens Höhnel stellen. Das Unternehmerpaar, das selbst aus dem Seidewitztal stammt, kaufte den Kuckuckstein vor drei Jahren. Mit dem Ziel, das Schloss wieder zu einem touristischen Aushängeschild zu machen.

Kuckuckstein soll lebendiger Ort werden

Dabei bekommen sie nun Schützenhilfe vom Bund. Schloss Kuckuckstein wurde in das Bundesprogramm "National wertvolle Kulturdenkmäler" aufgenommen. Damit verbunden sind Fördermittel in Höhe von 400.000 Euro. Mit dem Geld soll die Anlage saniert werden. "Mit den Mitteln kann sich das Schloss weiter und stärker zu einem lebendigen Ort für Ausstellungen, Veranstaltungen und auch Feiern entwickeln", sagt Regionalentwicklungsminister Thomas Schmidt (CDU). Der Kuckuckstein sei wertvoll und weit über die Grenzen von Liebstadt hinaus bekannte. Aufgrund der Größe, der Zustands und der Lage sei der Sanierungsbedarf hoch.

Die sechsstellige Summe kann über einen Zeitraum von sieben Jahren abgerufen werden. Die lange Laufzeit soll dazu beitragen, Kulturdenkmale kontinuierlich sanieren zu können.

Die Finanzmittel des Bundes sind nicht die erste große Zuwendung für den Kuckuckstein. Vor genau einem Jahr gab es vom Freistaat eine Finanzspritze in Höhe von 400.000 Euro aus dem Sonderprogramm Denkmalschutz. Dieses Geld floss in die Sicherung und Instandsetzung einsturzgefährdeter Burgmauern.

Vor einem Jahr bekamen Susanne und Jens Höhnel (re.), die aktuellen Besitzer von Schloss Kuckuckstein, Fördermittel vom Land überreicht. Mit dabei war damals auch Landrat Michael Geisler (CDU,l.)
Vor einem Jahr bekamen Susanne und Jens Höhnel (re.), die aktuellen Besitzer von Schloss Kuckuckstein, Fördermittel vom Land überreicht. Mit dabei war damals auch Landrat Michael Geisler (CDU,l.) © Egbert Kamprath

Gastro und Übernachtungen im Schloss geplant

Nun folgt ein weiterer Beitrag, um Schloss Kuckuckstein wieder zum touristischen Aushängeschild Liebstadt zu machen. Das haben sich die neuen Eigentümer vorgenommen. Sie planen - mit der Natur Romantik GmbH und dem Verein Schwarzes Kleeblatt im Rücken - eine eigene Gastronomie, auch Übernachtungen im Schloss sollen irgendwann wieder möglich sein. Pläne, die in den kommenden Jahren schrittweise umgesetzt werden sollen. Auch mithilfe von Spenden und einem nicht geringen Anteil an Eigenmitteln.

Schon jetzt ist der Kuckuckstein wieder eine Adresse für Kunst und Kultur geworden. DDR-Magier Peter Kersten ist regelmäßig mit seinem "Zauber auf Schloss Kuckuckstein" in Liebstadt zu Gast. Das nächste Mal gibt es am 1. August ein Wiedersehen mit ihm. Auch die Theatergruppe "Spielbrett" aus Dresden ist in dem alten Gemäuer schon aufgetreten.

Zaubert wieder auf Schloss Kuckuckstein: DDR-Magier Peter Kersten.
Zaubert wieder auf Schloss Kuckuckstein: DDR-Magier Peter Kersten. © Egbert Kamprath

Der Verein Schwarzes Kleeblatt kämpft zusammen mit Familie Höhnel für den Erhalt des Schlosses und dafür, dass kulturelles Leben im Seidewitztal spielt. Die Aktivitäten scheinen sich herumgesprochen zu haben. Der Verein belegte beim Publikumsvoting der Aktion "Verein des Jahres" von der Sparkasse in diesem Jahr Platz drei und erhielt ein Preisgeld von 1.000 Euro. Der Verein Schwarzes Kleeblatt wurde zudem von der Jury in der Kategorie Kultur mit einem zweiten Platz bedacht. Das bedeutete weitere 2.000 Euro Preisgeld.

Weiterführende Artikel

Wie Ritter Gabor den Bücherschatz vom Kuckuckstein hebt

Wie Ritter Gabor den Bücherschatz vom Kuckuckstein hebt

Die Carlowitz-Bibliothek lockt einen Buchgelehrten aus Salzburg nach Pirna. Es ist seine alte Heimat.

Über das Bundesprogramm "National wertvolle Kulturdenkmäler" werden neben Schloss Kuckuckstein wertvolle Seidentapeten des Chinesischen Kabinetts in Schloss Wildenfels, der Fußboden im Betsaal der Herrnhuter Brüdergemeine und unter anderem wertvolle Grufthäuser im Johannis- und Eliasfriedhof, dem ehemaligen Friedhof der Frauenkirche Dresden, restauriert.

Mehr zum Thema Pirna