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Neue Wohnungen in Pirna-Copitz

Die WGP hat das Haus Hauptstraße 17 fertig saniert. Der Großteil ist vermietet, einige Quartiere sind aber noch zu haben.

Saniertes Haus Hauptstraße 17 in Pirna-Copitz: Es beherbergt nun acht Wohnungen.
Saniertes Haus Hauptstraße 17 in Pirna-Copitz: Es beherbergt nun acht Wohnungen. © Thomas Möckel

Über Jahrzehnte hinweg versprühte das Haus Hauptstraße 17 im Pirnaer Stadtteil Copitz vor allem eines: Tristesse. Es war ein grauer Klotz, die Fassade verwaschen, von den Fensterrahmen blätterte die Farbe ab, der einstige Friseursalon im Erdgeschoss war längst verwaist, die Wohnungen standen leer.

Doch mit dem morbiden Charme ist es jetzt vorbei. Die Städtische Wohnungsgesellschaft Pirna (WGP) hat das denkmalgeschützte Gebäude nun fertig saniert.

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Entstanden sind im Innern acht Wohnungen, je vier Zweiraum- und vier Dreiraumwohnungen. Nach Aussage der WGP ist der überwiegende Teil der Quartiere bereits vermietet, die ersten Bewohner ziehen demnächst ein. Laut der WGP-Internetseite sind aktuell noch drei Zweizimmer-Wohnungen mit Größen von 62 bis 65 Quadratmeter zu haben. Die Kaltmiete liegt bei sieben Euro je Quadratmeter.

Seit 2007 stand das Haus komplett leer

Das Haus war 1920 errichtet worden, es beherbergte bislang sieben Wohnungen sowie eine kleine Gewerbeeinheit im Erdgeschoss. Der Standard im Gebäude, so WGP-Geschäftsführer Jürgen Scheible, habe der Bauzeit entsprochen. So befanden sich beispielsweise die Toiletten außerhalb der Quartiere im Hausflur, daran hatte sich bis zur Sanierung nichts geändert.

Seit 2007 stand das Haus vollständig leer, Mieter und der Friseursalon Karl Markusch waren ausgezogen. Anschließend versuchte die WGP mehrfach, das Objekt zu verkaufen. Laut Scheible fand sich jedoch kein ernsthafter Interessent. Um es selbst zu sanieren, fehlte der WGP lange Zeit das Geld.

Weil aber das Gebäude später im Fördergebiet "Alt-Copitz" lag, eröffnete sich für das Wohnungsunternehmen die Chance, Fördermittel für das Projekt zu bekommen, die der Stadtentwicklungsausschuss dann auch bewilligte. "So entschlossen wir uns letztendlich, das Haus selbst zu modernisieren", sagt Scheible.

Das Haus Hauptstraße 17 vor der Sanierung: Seit 2007 stand das Gebäude vollständig leer.
Das Haus Hauptstraße 17 vor der Sanierung: Seit 2007 stand das Gebäude vollständig leer. © Thomas Möckel

Oben Balkone, unter Terrassen

Die WGP ließ zuvor mehrere Varianten untersuchen. Im Endergebnis entschied sie sich dafür, den Laden im Erdgeschoss in eine Wohnung umzubauen, um insgesamt acht Wohnungen im Gebäude unterzubringen.

Die Bauarbeiten starteten Anfang 2020, zunächst richteten die Fachleute die Baustelle ein, beräumten das Haus und entkernten Teilbereiche. "Das Innere des Gebäudes wurde unter denkmalpflegerischen Gesichtspunkten sehr behutsam saniert und wirkt trotzdem modern, hell und freundlich", sagt WGP-Sprecher Sören Sander.

Im Haus gibt es insgesamt 566 Quadratmeter Wohnfläche, auf jeder Etage befindet sich je eine Zweiraum- und eine Dreiraum-Wohnung. Die Außenhülle sowie die Quartiere wurden von Grund auf saniert, das Dachgeschoss wurde jedoch nicht zu Wohnungen umgebaut.

Bei der Sanierung versuchte die WGP, die bisherigen Wohnungsstrukturen weitgehend zu erhalten. Gleichwohl versetzten die Handwerker einige Wände, um moderne Küchen und Bäder einzubauen. Alle Wohnungen verfügen nun über in Bad, ausgestattet sowohl mit einer Dusche als auch mit einer Wanne sowie mit einer Toilette, der früher übliche Gang ins Treppenhaus hat sich damit erledigt.

An der Rückseite des Hauses montierten die Fachleute sechs Balkone für die Quartiere in den oberen Etagen. Die Erdgeschoss-Wohnungen bekamen auf der Rückseite eine Tür als Ausgang zu einer kleinen Terrasse, die sich nach hinten erstreckt. Die Fassade des Hauses wurde neu gestrichen.

Anfangs Streit um eine alte Scheune

Auf der Hofseite des Hauses, die zur Dammstraße zeigt, entstehen 18 Pkw-Stellplätze, die demnächst fertig werden. Überdies gibt es hinter dem Gebäude einen Garten mit Wiese, den alle Bewohner nutzen können. Zudem befindet sich dort eine Fläche für Mülltonnen und ein Wäscheplatz. "Wir mussten einfach vieles nach hinten verlagern, weil vor dem Haus wegen der Hauptstraße kein Platz ist", sagt Scheible.

Doch das Projekt auf der Rückseite des Hauses war anfangs umstritten. Auf dem Areal stand eine alte Scheune, die die WGP abreißen lassen wollte. Der Verein "Kuratorium Altstadt Pirna" sowie Denkmalbewahrer hielten sie jedoch für schutzwürdig, weil die Scheune aus ihrer Sicht das letzte erhaltene Überbleibsel des alten Turmgutes - ein historischer Dreiseithof - gewesen sei.

Recherchen der Stadt ergaben allerdings, dass diese Scheune viel später als das Turmgut gebaut worden sein muss - und das vom eigentlichen Turmgut selbst nichts mehr übriggeblieben sei. Unter Denkmalschutz stand die Scheune nicht. Im Herbst 2017 ließ die WGP die Scheune abreißen, aber zumindest ihr charakteristisches Türmchen wurde gesichert.

Lage im Sanierungsgebiet ermöglicht Zuschuss

In die Sanierung des Hauses Hauptstraße 17 investierte die WGP rund 1,6 Millionen Euro, sie erhielt einen Zuschuss von 450.000 Euro aus Städtebaufördermitteln, bedingt durch die Lage des Hauses im Sanierungsgebiet "Alt-Copitz". Mit diesem Haus ist nun ein weiteres WGP-Projekt an der Hauptstraße vollendet.

Das Unternehmen ließ zuvor in den Jahren 2016 und 2017 die Häuser Leglerstraße 1 - die alte Post - an der Ecke zur Hauptstraße sowie das sich daran anschließende Haus Hauptstraße 18 c sanieren.

In dieses Vorhaben investierte die WGP rund 2,5 Millionen Euro, hierfür gab es Städtebaufördermittel in Höhe von 1,4 Millionen Euro.

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