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Pirna: Wie es sich bald hinterm Hanno wohnt

An der Hohen Straße wächst in bester Wohnlage ein kleines Baugebiet empor. Ein Bauherr feierte bereits Richtfest, die Wohnungen sind so gut wie weg.

Von Thomas Möckel
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Wohnhaus "Hohe Haine" an der Hohen Straße in Pirna: 13 neue Eigentumswohnungen in bester Wohnlage.
Wohnhaus "Hohe Haine" an der Hohen Straße in Pirna: 13 neue Eigentumswohnungen in bester Wohnlage. © Visualisierung: pohl.projects

Wer künftig ganz oben wohnt, kann bald eine weitläufige Panoramaansicht genießen. Der Blick von der Terrasse schweift über Meusegast und die Großsedlitzer Höhen bis nach Dresden, bei guter Sicht reicht der Blick bis zu den Radebeuler Weinbergen, weiter rechts sind dann noch Fernsehturm und Borsberg gut zu erkennen, unten liegt einem die Stadt zu Füßen.

Der Aussichtspunkt, von dem aus sich all das erspähen lässt, liegt im Pirna am Hang, in bester Wohnlage an der Hohen Straße. Es ist das Mehrfamilienhaus namens „Hohe Haine“, entworfen vom Architekturbüro "Pohl.projects" mit Sitz am Altmarkt in Dresden, das zugleich auch der Bauherr ist.

Baubeginn für das Gebäude war im zeitigen Frühjahr dieses Jahres, vor Kurzem feierten Erbauer, Handwerker und Käufer gemeinsam Richtfest. "Im späten Frühjahr 2022 soll das Haus fertig sein", sagt Geschäftsführerin Konstanze Pohl. Dann wird gewohnt an einem Ort, der früher ein eher unansehnliches Fleckchen und als Baugebiet nicht ganz unumstritten war.

Umstrittener Standort

Der Bauplatz liegt an der Hohen Straße gleich hinter dem früheren Jugend- und Vereinshaus "Hanno", das Areal erstreckt sich bis an die Straße "Dr.-Friedrichs-Höhe". Das etwa 8.000 Quadratmeter große Grundstück gehörte früher der Stadt und den Stadtwerken, es war unter anderem mit einem Garagenhof und einer Umspannstation bebaut. Beides wurde allerdings nicht mehr benötigt.

Weil schon auf der gegenüberliegenden Straßenseite mehrere moderne Stadthäuser entstanden waren, reifte die Idee, auch das Gelände hinterm Hanno in ein kleines Wohngebiet umzuwandeln. Bereits 2016 beschloss der Stadtrat, einen Bebauungsplan für dieses Areal aufzustellen.

Doch das Projekt war anfangs umstritten, vor allem deswegen, weil wegen der geplanten Zufahrt zum Baugebiet von der Hohen Straße aus mehrere große Bäume gefällt werden mussten. Ebenso missfiel einigen, dass der hinter dem Wohngebiet vorhandene Waldstreifen als solcher entwidmet und ein Großteil der Gehölze abgeholzt wurde. Andere wiederum sahen in dem Baugebiet gar den Auslöser dafür, dass die Stadt das Hanno nicht mehr als Jugend- und Vereinshaus nutzen wollte.

Richtig in Pirna verliebt

Gleichwohl fand der Bebauungsplan im Stadtrat eine Mehrheit. Die Stadtentwicklungsgesellschaft Pirna (SEP) ließ das Areal erschließen, auf dem es insgesamt vier Bauplätze gibt. Auf dem hinteren Teil in Richtung Dr.-Friedrichs-Höhe sind drei Eigenheim-Grundstücke ausgewiesen, zwei dieser Häuser befinden sich mittlerweile im Bau.

Die reichlich 3.000 Quadratmeter große Parzelle hinter dem Hanno war für ein Mehrfamilienhaus vorgesehen. Das kam dem Architekturbüro "Pohl.projects" gelegen, das Unternehmen sucht immer nach Grundstücken in guter Lage. "In Dresden ist es allerdings inzwischen schwierig, so etwas zu finden", sagt Konstanze Pohl. Daher bewarb sie sich mit ihren Entwürfen für Pirna – und bekam den Zuschlag.

Aus Sicht der Investoren ist das Grundstück ideal für ihre Pläne, Lage und Infrastruktur passen. Hinzu kommt, dass Pirna dank vieler Zuzügler seit Jahren wieder eine wachsende Stadt ist, die neuen Wohnraum braucht. "Im Zuge der Projektplanung habe ich mich richtig in die Stadt verliebt. Pirna hat wirklich viel zu bieten", sagt die Geschäftsführerin.

"Pohl.projects"-Geschäftsführerin Konstanze Pohl mit Sandra Popp sowie Thomas Kempe und Udo Gläser (v.l.) von der Baufirma beim Richtfest: Die meisten Käufer ziehen auch selber ein.
"Pohl.projects"-Geschäftsführerin Konstanze Pohl mit Sandra Popp sowie Thomas Kempe und Udo Gläser (v.l.) von der Baufirma beim Richtfest: Die meisten Käufer ziehen auch selber ein. © Daniel Schäfer

Viel Glas, große Terrassen

Das Haus "Hohe Haine" kommt nun ganz Pohl-typisch daher, traditionell wird viel Glas verbaut, um viel Licht in die Räume zu lassen, es gibt Balkone und Terrassen, ringsum ist viel Grün geplant. Erschlossen wird die Wohnanlage von der Hohen Straße aus, vor dort führt auch die Zufahrt ins Untergeschoss.

Unter dem Gebäude – genau sind es zwei Gebäude mit einem Verbindungsbau in der Mitte – befindet sich flächendeckend eine Tiefgarage mit 16 Stellplätzen. Ebenso finden sich in diesem Bereich zu jeder Wohnung zugeordnete Kellerabteile, Abstellmöglichkeiten für Fahrräder sowie die Mülltonnen.

Zwei Treppen führen vom Untergeschoss aus nach oben, die einzelnen Etagen lassen sich von der Tiefgarage aus auch barrierefrei mit dem Aufzug erreichen. Etwas abseits der Tiefgarageneinfahrt führen eine Treppe und ein Weg zu den Eingängen der Häuser, die auf der von der Straße abgewandten Seite liegen.

Riesiges Penthouse auf dem Dach

Oben auf der Tiefgarage wächst der Mehrfamilienhaus-Komplex empor, Gestalt und Form lassen sich schon gut erkennen. Wie zum Richtfest üblich, war zu diesem Zeitpunkt der Rohbau fertig. Auch Fenster und Terrassentüren sind schon größtenteils installiert.

Zum Richtfest hatten die Investoren auch alle Käufer der Eigentumswohnungen eingeladen. "Jetzt gibt es ja immerhin schon etwas zu sehen und zum Anfassen", sagt Konstanze Pohl. Und ein weiterer Vorteil: Die Käufer konnten nun anhand des tatsächlichen Gebäudes noch einmal flexibel die Grundrisse ihrer Quartiere überdenken und planen – da der Innenausbau zu diesem Zeitpunkt noch nicht begonnen hatte.

In dem Komplex selbst befinden sich insgesamt 13 Wohnungen, sie haben zwei bis vier Zimmer, die Größen reichen von 65 bis 200 Quadratmeter. Diese eine ganz große Wohnung ist aber eine Ausnahme, weil ein Käufer im rechten Dachgeschoss beide Wohnungen erwarb und zu einer riesigen zusammenlegen ließ.

Ansicht des neuen Mehrfamilienhauses an der Hohen Straße: Anstelle der grünen Tür befindet sich später die Einfahrt zur Tiefgarage.
Ansicht des neuen Mehrfamilienhauses an der Hohen Straße: Anstelle der grünen Tür befindet sich später die Einfahrt zur Tiefgarage. © Daniel Schäfer

Käufer aus Zürich und München

Sämtliche Quartiere werden als Eigentumswohnungen verkauft, der Verkaufspreis pro Quadratmeter liegt zwischen 3.800 und 4.000 Euro. Ein Großteil der neuen Domizile ist längst veräußert. Zum Zeitpunkt des Richtfestes waren noch zwei Vierraum-Wohnungen zu haben, aber auch dafür gab es bereits Interessenten.

Die meisten Eigentümer, sagt Konstanze Pohl, werden auch selbst in die Wohnungen einziehen. Unter den Käufern seien einige Urgesteine aus Pirna, aber auch Menschen aus Zürich und München ziehen bald nach Pirna. Andere Käufer hingegen erwarben in dem Haus quasi Zweitwohnungen, die sie später vermieten wollen.

"Pohl.projects" investiert eigenen Angaben zufolge rund fünf Millionen Euro in das Neubauprojekt, das dann im späten Frühjahr 2022 bezugsfertig sein soll. Die SEP hatte das Baugebiet vom Frühjahr 2019 bis zum Herbst 2020 für etwa 1,4 Millionen Euro erschließen lassen. Alle vier Baugrundstücke in dem Mini-Wohngebiet hatte die SEP bereits im vergangenen Jahr an die neuen Eigentümer verkauft.