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SOE: Warum keiner die Millionen-Häuser will

Es gibt zwar einen Plan für die Großsedlitzer Villa und das Berggießhübler Schloss Friedrichsthal. Doch die Maklerin scheitert vor allem an einem Problem.

Von Heike Sabel
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Zwei Häuser, ein Problem: das Berggießhübler Schloss Friedrichsthal und die Rockstroh-Villa in Großsedlitz.
Zwei Häuser, ein Problem: das Berggießhübler Schloss Friedrichsthal und die Rockstroh-Villa in Großsedlitz. © SZ: Bildstelle

Sie stehen im Internet, sollen aber gar nicht verkauft werden: Damit verwirrt der Eigentümer der Großsedlitzer Rockstroh-Villa und des Schlosses Friedrichsthal in Berggießhübel. Er wolle gar nicht verkaufen, das im Internet sei falsch, sagte er gegenüber Sächsische.de. Es kümmert sich ja aber kein Makler aus Spaß um solche Objekte. Die beauftragte Maklerin Petra Krimmling von Benn Immobilien in Dresden löst diesen Widerspruch. Sie soll insgesamt drei Objekte des Eigentümers verkaufen. Der Erlös des ersten soll dann in die beiden anderen investiert, so sei die Strategie des Eigentümers, sagt sie.

Das klingt nach einem Plan und erklärt die für die Villa und das Schloss bei zum Teil weit über einer Million Euro liegenden Preisvorstellungen. Doch umso mehr Zeit vergeht, umso schwieriger wird der Plan umsetzbar. Denn für diese Beträge sind die Objekte nicht zu verkaufen, sagt Petra Krimmling. Gleichzeitig steigt der Investitionsbedarf für die Häuser. Das Schloss in Berggießhübel versucht Krimmling, seit Juli zu verkaufen, die Villa in Großsedlitz schon länger. Beide Häuser sind nicht einfach zu vermarkten, sagt die Maklerin.

Das Schloss: Maximal zwei Ideen

Es gab schon Interessenten für Schloss Friedrichsthal. Doch für zwei Familien zusammen war es zu groß. Für mehrere Familien ist es wiederum schwer, die entsprechenden Abtrennungen zu erreichen. Und für ein Betreutes Wohnen sei es zu klein.

Eine künftige Nutzung ist aus Sicht der Maklerin schwer. Die Lage sei alles andere als vorteilhaft, sagt Krimmling. Als Hotel 20 Kilometer näher an Dresden, wäre es schon verkauft. Zwar hat die Autobahn den Kurort näher an Dresden gebracht, aber "die Nähe ist immer noch zu weit". Und auch wenn die Berggießhübler auf die Geschichte des Schlosses stolz sind, aus Maklersicht ist da nichts, "was vom Hocker reißt".

Für Berggießhübel sieht die Maklerin zwei Chancen. Die erste: Hochzeits-Hotel. Dafür müsste es zwar aufgepeppt werden und entsprechend vermarktet. Das muss dann jedes Wochenende im Jahr ausgebucht sein, um sich zu rentieren, und das sei nicht einfach.

Die zweite Option: Kinderheim. Dafür würde es sich aufgrund der Struktur der 26 Gästezimmer prima eignen. Doch es gibt wohl keinen Träger, der den Kaufpreis zahlen kann. Aus Sicht von Krimmling ist eine Million Euro realistisch, denn genau so viel müsse noch einmal investiert werden. Doch die Vorstellungen des Eigentümers liegen mit 1,75 Millionen Euro fast doppelt so hoch.

Die Villa: Schönheits-Hotel oder Beauty-Farm

Auch bei der Rockstroh-Villa mangelt es nicht an Interessenten, die aber der Preis von ebenfalls über einer Million Euro abschreckt, denn es muss ebenfalls investiert werden. Vielleicht wäre hier ein Schönheits-Hotel, eine Beauty-Farm oder Ähnliches machbar. Als die Villa Lützow nicht weit entfernt vor Jahren zum Verkauf stand, soll es bereits solche Interessenten gegeben haben. Großsedlitz etabliert sich immerhin als gefragter Wohnstandort in Heidenau und darüber hinaus.

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Petra Krimmling geht davon aus, dass sie die Villa und das Schloss noch eine Weile in ihrer Vermarktung hat. Es sei denn, der Verkäufer gehe mit seinem Preis runter.