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Berggießhübel: Wer will ein Hotel?

Das Sächsische Haus hat eine aufregende Geschichte und eine ideale Lage. Interessenten gibt es aus zwei Branchen.

Das Berggießhübler Hotel befindet sich in bester Lage: Vorn die Gottleuba, hinten der Park.
Das Berggießhübler Hotel befindet sich in bester Lage: Vorn die Gottleuba, hinten der Park. © Karl-Ludwig Oberthür

Es ist wohl das, was man das erste Haus am Platz nennt. Die Lage des "Sächsischen Hauses" in Berggießhübel könnte in der Tat nicht besser sein. Direkt im Zentrum des Kurortes, vor dem Haus die Gottleuba, dahinter der Park. Jetzt ist das Haus wieder zu haben. Am 1. Juni steht es in Dresden auf der Auktionsliste der Sächsischen Grundstücksauktionen AG.

Das Haus hat schon einige Wechsel hinter sich. Ende 2019 hatten es die Hotelbetreiber verkauft. Der neue Besitzer habe ein Betreutes Wohnen geplant, hieß es damals. Doch soweit kam es nie, obwohl der Bedarf dafür überall da ist. Auch für Hotelkapazitäten. Die Hoffnungen, die es Anfang der 1990er gab, haben sich jedoch nicht erfüllt. Damals sollte mit der neuen Klinik auch das ambulante Kurwesen einen neuen Aufschwung erleben. Doch die Gäste, die auf eigene Kosten kuren, sind in den gewünschten Größenordnungen ausgeblieben.

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Erbitterter Kampf ums Küchenrecht

Das Sächsische Haus ist in seiner jetzigen Form um 1927 gebaut worden und steht unter Denkmalschutz. 1996 wurde es saniert. Aus dieser Zeit stammt auch der Erweiterungsbau mit dem Bettenhaus. Es verfügt damit über 31 Gästezimmer. Neben den zu einem Hotel üblicherweise gehörenden Räumen gibt es auch einen Saal. Es wird von einem gepflegten Zustand mit normalen Gebrauchsspuren gesprochen. Mobiliar und Inventar verbleiben und werden mitverkauft, heißt es. Der Mindestpreis liegt bei 449.000 Euro.

Die Geschichte des Standortes des Sächsischen Hauses geht aber noch viel weiter als bis 1927 zurück. In der Chronik der Familie Fischer ist zu lesen, dass sich an seinem Platz ein Gasthof befand, der 1662 das Privileg erhielt, fremde Biere auszuschenken. Damals war Obrist von Liebenau der Besitzer des Gasthofes. Später kämpfte die Wirtin des späteren Sächsischen Hauses und des einstigen "Goldenen Stern" erbittert um das Garküchen-Recht. Die Fischers haben darüber ausführlich in ihrer umfangreichen Chronik geschrieben.

Interessenten aus Gastronomie und Pflege

Ob es jetzt wieder zu einem "erbitterten Kampf" kommt, es nur einen Interessenten oder mehrere gibt, wird sich zeigen. Die Stadt Bad Gottleuba-Berggießhübel jedenfalls hofft, dass das Haus nicht länger ungenutzt steht. Die bisherigen Interessenten, die sich das Hotel auch angeschaut haben, kommen zu 90 Prozent aus der Gastronomie, zu zehn Prozent aus dem Pflegebereich. Da Kredite in der Gastronomie derzeit schwer zu bekommen sind, ist offen, wie die Versteigerung ausgeht.

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