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Pirna: Schulkinder laufen an Bundesstraße

Es fehlt ein Fußweg und längst nicht alle Autofahrer beachten das Tempolimit. Krietzschwitzer Eltern wünschen mehr Sicherheit.

Pendler und Schüler, die auf die Busverbindung nach Pirna angewiesen sind, haben in Krietzschwitz an der Bundesstraße 172 eine gefährliche Strecke. Es fehlt ein Fußweg.
Pendler und Schüler, die auf die Busverbindung nach Pirna angewiesen sind, haben in Krietzschwitz an der Bundesstraße 172 eine gefährliche Strecke. Es fehlt ein Fußweg. © Daniel Schäfer

Das Problem ist nicht neu, aber immer noch nicht gelöst. In Pirna-Krietzschwitz fehlt ein Fußweg. "Das betrifft die Strecke vom Abzweig nach Neundorf bis zur Bushaltestelle nahe der Obstscheune", sagt Anwohner Jochen Jentzsch.

Besonders gefährlich ist es für die Schulkinder, die den Bus nach Pirna nehmen. Sie müssen auf dem schmalen Seitenstreifen an der Bundesstraße entlanglaufen. "Auf der Strecke fahren oftmals viele Laster, die einen starken Windsog erzeugen, sodass ein Kind leicht ins Stolpern oder Straucheln geraten kann", erklärt Jentzsch. Bereits seit mehreren Jahren kritisiert ein Familienvater aus dem Dorf: "Eindeutig fehlt in unserem Ort ein Fußweg an der Bundesstraße zur Bushaltestelle. Um zum Schulbus zu kommen, müssen die Mädchen und Jungen an der viel befahrenen Bundesstraße laufen."

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Raser mit über 100 Stundenkilometern

Erschwerend hinzu kommt, dass sich längst nicht alle Kraftfahrer an das vorgeschriebene Tempolimit von 50 Stundenkilometer in der geschlossenen Ortschaft Krietzschwitz halten. Das belegen Zahlen vom stationäre Blitzer, der im November 2014 nahe der Obstscheune an der Bundesstraße aufgestellt wurde. Spitzenreiter von über 100 Stundenkilometer sind hier keine Seltenheit. Deshalb begrüßen die Anwohner auch die Installation des Gerätes, fordern aber zusätzlich und vehement einen Fußweg.

Amt: Keine Planung für einen Fußweg

Allerdings sieht es nicht so aus, dass gleich morgen die Bauarbeiter anrücken. "Im Unterschied zum Neubau, Ausbau und Erhalt an Bundes- und Staatsstraße werden für Gehwege keine Bedarfsanalysen durchgeführt. Je nach Vereinbarung kann diese Aufgabe den Kommunen übertragen werden, um so eine zusammenhängende Umsetzung inner- und außerorts zu ermöglichen", sagt Rosalie Stephan vom Landesamt für Straßenbau und Verkehr (Lasuv) und wirft den Ball der Stadt Pirna zu. Der Wunsch nach einem Gehweg in diesem Bereich Krietzschwitz sei dem Lasuv jedoch nicht bekannt und befinde sich deswegen aktuell nicht in der Planung.

Stadt und Polizei: Kein Unfallschwerpunkt

Ob dieser "Wunsch" an das Lasuv herangetragen wird, muss bezweifelt werden. Die Stadt Pirna teilt mit, dass es für den betreffenden Abschnitt seitens der Polizei bisher keine Meldungen zu Unfallauffälligkeiten in Zusammenhang mit Fußgängern gegeben habe. "Der betreffende Abschnitt ist kein Unfallschwerpunkt", sagt Stadtsprecherin Jekaterina Nikitin.

Wird also jemals ein Fußweg in Krietzschwitz gebaut? Fraglich.

Besser ist es in Pirna-Südvorstadt gelaufen. Dort haben sich Eltern vehement dafür eingesetzt, dass ein Teilstück der ehemaligen Gottleubabahn-Strecke geschottert wird. Das ist auch passiert. So haben die Schulkinder unter anderem aus Goes einen sichereren Weg zur Bushaltestelle, wenn sie zur Grundschule Neundorf unterwegs sind.

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