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So beeinflusst Corona den Autokauf

Im Landkreis wurden 2020 weniger Fahrzeuge neu zugelassen als im Jahr zuvor. Doch eine Marke ficht das nicht an - sie macht einen Sprung nach oben.

Weniger Neuzulassungen, aber insgesamt mehr Autos: Im Landkreis stieg abermals die Anzahl der Fahrzeuge.
Weniger Neuzulassungen, aber insgesamt mehr Autos: Im Landkreis stieg abermals die Anzahl der Fahrzeuge. © Karl-Ludwig Oberthür

Eines zum Anfang: Das Auto bleibt im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge das Verkehrsmittel der Wahl. Es transportiert die Menschen auf Arbeit, die Kinder in die Schule, die Einkäufe nach Hause. Laut einer Statistik des Landratsamtes in Pirna waren zum Stichtag 31. Dezember 2020 zwischen Altenberg und Sebnitz 207.878 Fahrzeuge zugelassen. Das sind mehr als 2018, damals waren es 207.231, und deutlich mehr als 2019 mit 204.438 Fahrzeugen. Doch es gibt einige neue Tendenzen.

Erkenntnis 1: Es werden weniger Neuwagen gekauft

Eine Zahl zeigt deutlich, dass die Corona-Krise auf der Straße angekommen ist: Es wurden 2020 weniger neue Fahrzeuge gekauft. 2019 lag die Zahl der Neuzulassungen noch bei 9.029 Pkw, Motorrädern, Bussen, Lkw und Zugmaschinen. 2020 wurden nur noch 8.553 neu gekaufte Fahrzeuge angemeldet. Ein Minus von gut fünf Prozent.

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Die Zahl der Neuzulassungen sank sowohl bei den Pkw als auch bei den Lkw und Bussen. Daraus kann man schließen, dass einerseits Privathaushalte und andererseits auch Gewerbetreibende sowie Unternehmen sich beim Kauf von fabrikneuen Fahrzeugen möglicherweise aus finanziellen Gründen zurückhielten. Nicht vergessen darf man aber auch die Zwangsschließungen der Autohäuser im Frühjahr und ab Mitte Dezember.

Die Käufer setzen eher auf Gebrauchtfahrzeuge. Denn trotz weniger Neukäufe im Vergleich zu den vergangenen Jahren stieg die Gesamtzahl der gehaltenen Fahrzeuge im Landkreis nochmals an, insbesondere bei den Pkw und Lkw. Zum Stichtag 31. Dezember 2020 waren 143.481 Pkw und 14.954 Lkw zugelassen. Ein Jahr zuvor lagen die Zahlen bei 142.208 Pkw und 14.444 Lkw. Allein bei Pkw ein Plus von fast einem Prozent.

Allerdings stieg die Zahl der Neuzulassung bei den Zweirädern. 2019 wurden 416 Motorräder und große Roller zugelassen, 2020 waren es bereits 544. Das ist fast ein Drittel mehr. Und die Leute kauften nicht nur, um alte Maschinen zu ersetzen, denn insgesamt sind auf den Straßen das Landkreises nun mehr Zweiräder unterwegs, als noch vor einem Jahr: 2019 gab es 13.401 zugelassene Motorräder, nun sind es schon 13.954 (plus 4,1 Prozent).

Erkenntnis 2: Immer mehr Stromer unterwegs

Wer ein neues Auto kauft, entscheidet sich immer häufiger für ein Fahrzeug mit Elektroantrieb. Waren 2019 insgesamt 236 Stromer im Landkreis zugelassen, sind es ein Jahr später nun schon 559 E-Autos. Damit hat sich deren Anzahl innerhalb von nur zwölf Monaten mehr als verdoppelt.

Auch die Zahl der Fahrzeuge mit Teil-Elektroantrieb, also mit Hybrid-Motoren, stiegt. Sie liegt jetzt bei 2.571 Stück. Vor einem Jahr waren nur 1.492 Autos mit Hybridmotoren unterwegs.

Insgesamt ist deren Anteil am Gesamtbestand immer noch sehr gering. Die meisten Fahrzeuge sind nach wie vor mit einem Benzinmotor ausgestattet - insgesamt 116.366. An zweiter Stelle kommen Dieselfahrzeuge - insgesamt 58.911 Stück. Erst dann folgen alternative Antriebe - insgesamt 4.175 Autos und Zweiräder haben einen solchen.

Erkenntnis 3: VW bleibt die beliebteste Marke

Die Autos vom Konzern mit Hauptsitz in Wolfsburg sind nach wie vor die beliebteste Marke im Landkreis. Insgesamt rollen auf den Straßen nun 29.063 Volkswagen - Platz eins im Ranking. Damit legt VW wieder zu. 2017 hatte es hier einen Spitzenwert von mehr als 33.000 VW gegeben, in den Jahren darauf waren die Zahlen teils deutlich gesunken, Ende 2018 auf nur noch rund 28.000 Fahrzeuge. Doch seinen Spitzenplatz büßte der Autobauer nie ein.

Eingebüßt hat dafür die Marke Opel. Sie lag jahrelang auf Platz zwei im Landkreis. Dort steht jetzt Skoda mit insgesamt 12.322 zugelassenen Fahrzeugen. Die tschechische Marke, die zum VW-Konzern gehört, hat sich schrittweise nach oben gearbeitet. Bereits 2018 hatte sie Ford hinter sich gelassen und war zunächst auf Platz drei geklettert. Nun also Platz zwei. Damit ist Opel auf den dritten Platz abgerutscht, kommt aber immer noch auf 12.017 Autos.

An vierter Stelle rangiert jetzt Ford mit 10.738 Autos auf den Straßen des Landkreises. Audi kommt auf Platz fünf mit 8.049 Fahrzeugen.

Interessant ist in dem Zusammenhang ein Blick auf die bundesweite Statistik. Dort führt zwar auch VW, an zweiter Stelle kommt aber Mercedes Benz, gefolgt von Opel, Ford und BMW. Audi liegt an sechster Stelle in der Beliebtheit. Skoda kommt im bundesweiten Vergleich erst auf Platz sieben.

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