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Pirnas Kleingärtner starten in die Saison

Armin Gliemann vom KGV Elbtalblick in Graupa war schon kurzärmelig in seiner Sparte. Besonders über eine Tatsache freut er sich.

Armin Gliemann vom Kleingartenverein Elbtalblick Graupa steht am Zaun seiner Gartensparte. Er freut sich, dass es wieder losgeht.
Armin Gliemann vom Kleingartenverein Elbtalblick Graupa steht am Zaun seiner Gartensparte. Er freut sich, dass es wieder losgeht. © Daniel Schäfer

Die Krokusse leuchten bunt in dem Kleingarten von Armin Gliemann. Zahlreiche Schneeglöckchen haben sich dazugesellt und die Haselnuss treibt auch schon aus. "Vor zwei, drei Wochen hatten wir ein paar warme Tage, da konnten wir sogar kurzärmelig durch den Garten laufen", sagt der Vorstandsvorsitzende des Kleingartenvereins Elbtalblick in Graupa.

Demnächst wird er erneut zum Spaten greifen. Auch wenn das Wetter kühler geworden ist, liegt bereits allerlei Arbeit im Garten an. Arbeit? "Nein, das macht mir Spaß", sagt der 69-Jährige gut gelaunt und schaut auf seine Freilandbeete, in denen noch nichts wächst. Es juckt ihn in seinen Fingern.

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Ende März ist die Aussaat dran

Im März will er mit der Aussaat beginnen. Gründünger muss auch noch aufgetragen und Kompost ausgebreitet werden. "Gegen Ende März kann ich auch schon den Pfirsich und die Beerensträucher verschneiden", weiß der Fachmann mit mindestens einem grünen Daumen. Im April geht es dann mit den Kartoffeln weiter, die er in die Erde legt. Noch keimen die Knollen in seinem Keller bei ihm zu Hause in Pirna. Dann kommen auch die vorgezogenen Kohlpflanzen in seine Beete.

Hochspannungsleitungen über der Sparte

Er ist Profi, hat vor 41 Jahren den Kleingartenverein zusammen mit anderen gegründet. Vorher hatte der Forst hier eine Weihnachtsbaum-Plantage, die er dann gegen Ende der 1970er-Jahre nicht weiter betrieben hatte. "Die Gemeinde Graupa wollte nicht, dass das Grundstück verwildert, sondern kultiviert wird. So entstand der Gedanke, auf dem Gelände eine Kleingartenanlage zu errichten", berichtet Gliemann.

Die Umsetzung war gar nicht so einfach, denn damals verliefen drei große Hochspannungsfreileitungen über dem Areal. "Die Zugänge zu den Masten mussten gewährt bleiben und das beeinflusste die Parzellierung. Wir haben deshalb relativ große Grundstück von bis zu 800 Quadratmetern", erklärt der Vorstandsvorsitzende, dessen eigener Garten stolze 725 Quadratmeter umfasst. Heute verlaufen nur noch zwei große Stromleitungen über das Gelände. Ein Störfaktor? "Nein, ich höre das Summen gar nicht mehr", sagt Gliemann.

Eigentümerwechsel vor drei Jahren

Unruhe kam vor drei Jahren in die Sparte. Das Gelände wurde damals per Versteigerung an einen neuen Besitzer verkauft. Viele Gärtner hatten Sorge vor Veränderungen und Pachterhöhungen. Der Generalpächter ist der Territorialverband "Sächsische Schweiz" der Gartenfreunde mit Hauptsitz in Pirna. "Wir sind die Unterpächter. Glücklicherweise hat sich mit dem Eigentümerwechsel nichts für uns geändert, es kam auch keine Pachterhöhung", berichtet der Graupaer Kleingärtner.

Ernteglück: Eine Tonne Pfirsiche

Sein Garten ist für ihn ein Rückzugsort. Hier kann er entspannen. "Besonders in Corona-Zeiten, man kommt auf andere Gedanken in der Natur", so Gliemann, der auch gerne die zahlreichen Tiere in seinem Garten beobachtet. Im vergangenen Jahr nistete der Milan unweit der Anlage. Der Name des Vereins ist übrigens gut gewählt. Die Kleingärtner, die im oberen Teil der Anlage eine Parzelle gemietet haben, haben einen wunderbar weiten Blick ins Elbtal und an klaren Tagen bis ins Osterzgebirge.

Während heute Erholung und Genuss für Armin Gliemann im Vordergrund stehen, gab es zu DDR-Zeiten noch einen weiteren Aspekt, im Kleingarten zu ackern. "Wir konnten das anpflanzen, was es im Konsum nicht gab", sagt Gliemann und muss lächeln. Früher hatte er fünf Pfirsichbäume und jährliche Ernten von bis zu einer Tonne. Darüber freuten sich auch Bekannte und Verwandte, ebenso wie über die Erdbeeren, die in seinem Garten gediehen.

Plausch über den Gartenzaun

Die Sparte ist gut durch den Winter gekommen. Einbrüche mussten glücklicherweise nicht angezeigt werden. Das war schon mal anders. Auch bei Armin Gliemann wurde vor vielen Jahren eingebrochen. "Ich weiß überhaupt nicht, was die Diebe gesucht hatten. Am größten war der Vandalismusschaden", erinnert sich der Rentner.

Was liegt jetzt im Garten an?

Gehölzschnitt und Düngen

Im März werden die Weichen für die Entwicklung des Gartens gestellt. Der Gehölzschnitt sollte jetzt abgeschlossen sein, damit brütende Vögel nicht gestört werden. Weichholzige Pflanzen wie Rosen, Schmetterlingsstrauch oder Gartenhibiskus werden erst zur Zeit der Forsythienblüte beschnitten. Da Schnittwunden bei Kirsch- und Walnussbäumen schlecht verheilen, sollten sie erst im Sommer verschnitten werden.

Damit alle Pflanzen kräftig wachsen, sollte Dünger, am besten Kompost, ausgebracht werden.

Gemüse vorziehen

Der März ist für viele Gemüsesorten der richtige Zeitpunkt zum Vorziehen. Da beispielsweise Paprika und Chili eine besonders lange Keimdauer haben, können sie schon ausgesät und im Haus vorgezogen werden. Bei Tomaten sollte man besser bis Ende März/Anfang April warten.

Stauden im Frühling pflanzen und düngen

Im Frühling beginnen die ersten Stauden zu blühen und benötigen Pflege und Dünger. Zudem können neue Blumen gepflanzt werden - zum Beispiel Steinbrech, Blaukissen oder Veilchen. Beim Kauf unbedingt darauf achten, dass die Pflanze kräftige, feste Wurzeln hat. Zudem sollte man ihre Anforderungen an Licht und Boden sowie die Wuchshöhe beachten - schließlich sollen sich die neuen Stauden harmonisch ins Gesamtbild einpassen und ideale Wachstumsbedingungen haben.

Rasen mähen und begutachten

Wenn es so weit ist, den Rasen als Erstes von restlichem Laub und Ästen befreien. Dann kann er gemäht werden. Dafür den Rasenmäher auf die niedrigste Stufe einstellen - der Rasen sollte möglichst kurz werden. So erhält man einen guten Überblick über den Zustand der Rasenfläche. Die Stellen, die in der Sonne liegen, sind meistens in Ordnung. In schattigen Bereichen ist der Rasen hingegen oftmals von Moos durchzogen. Wichtig: Die Messer des Rasenmähers sollten scharf sein, damit das Grün auch wirklich geschnitten und nicht bloß abgerissen wird.

Kleinere Moosflächen können mit einem Handvertikutierer oder einer Eisenharke entfernt werden. Für größere Bereiche eignen sich elektrische Vertikutierer, die beispielsweise Baumärkte verleihen. Durch das Vertikutieren werden Moos und Mulch entfernt und der Boden belüftet. Das regt das Wachstum des Rasens an. Die Nutzung von Eisendünger gegen Moos im Rasen ist nicht zu empfehlen, dieser ist nicht nur giftig, sondern hilft auch nur kurzfristig, indem das Moos verätzt wird.

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Was Armin Gliemann als Vorsitzenden besonders freut, ist die gute Gemeinschaft unter den 34 Pächtern. Es gibt gemeinsame Arbeitseinsätze und einmal im Jahr eine Mitgliederversammlung. Ein Schwätzchen über den Gartenzaun? Keine Seltenheit bei den Gartenfreunden, die auch gerne mal untereinander tauschen. So bekommt Gliemann von seinem Nachbarn Paprikapflanzen, und er kann sich im Herbst unter anderem mit dicken Quitten revanchieren.

Und noch eine Tatsache freut ihn derzeit sehr: Die Baumärkte und Gartenmärkte haben trotz Corona-Einschränkungen wieder geöffnet. Das sei für die Kleingärtner eine große Erleichterung, betont Armin Gliemann. "Oftmals muss zum Frühjahr was repariert werden. Ich selber kaufe auch lieber ein, wenn ich die Ware sehen und anfassen kann. Das ist im Internet nicht möglich", fasst der Hobbygärtner zusammen.

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