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Der Schauspieler und Mensch Rolf Hoppe

Josephine Hoppe hat ein Buch über ihren Vater herausgegeben, mit Texten von Thomas Morgenroth. Der Weesenstein spielt eine wichtige Rolle.

Josephine Hoppe präsentiert das Buch über ihren Vater, zu dem Thomas Morgenroth (links) die Texte schrieb und das Sylvia Tietze (rechts) gestaltete.
Josephine Hoppe präsentiert das Buch über ihren Vater, zu dem Thomas Morgenroth (links) die Texte schrieb und das Sylvia Tietze (rechts) gestaltete. © Marko Förster

Für Rolf Hoppe war es kein Problem, wenn die „Kaufhallen“, wie er immer sagte, schon Anfang September weihnachtliches Gebäck in den Regalen stehen hatten. Der vor zwei Jahren verstorbene Dresdner Schauspieler aß das ganze Jahr über Pfefferkuchen. Erinnerten sie ihn doch an seine Kindheit und Jugend. Geboren am Nikolaustag 1930, wurde er zunächst Bäcker in seiner Geburtsstadt Ellrich im Südharz, bevor er die Bühne eroberte.

Am 6. Dezember wäre Rolf Hoppe 90 Jahre alt geworden. Aus diesem Anlass hat seine Tochter Josephine Hoppe mit Unterstützung der Kulturstiftung Sachsen ein Buch herausgegeben, das den langen Weg ihres Vaters vom Bäckerssohn zum erfolgreichen Schauspieler nachzeichnet.

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Mit Texten von Thomas Morgenroth sowie mehr als 100 Fotos, darunter einige bisher unveröffentlichte aus privaten Archiven, richtet „Rolf Hoppe – ein Schauspielerleben“ auf 142 Seiten seinen Blick nicht nur auf den Schauspieler, sondern auch auf den Menschen Rolf Hoppe, den liebenswerten und ein wenig verrückten Familienvater, Pferdeliebhaber, Pfeifenraucher, Hobbygärtner und Sammler.

Angelehnt an Ausstellung zum 85.

Das von Sylvia Tietze gestaltete hochwertig verarbeitete Buch, mit festem Einband, Schutzumschlag und Lesebändchen, ist an die große Ausstellung zu Rolf Hoppes 85. Geburtstag auf Schloss Weesenstein angelehnt. Thomas Morgenroth, der dazu die Begleittexte schrieb und zur Eröffnung die Laudatio hielt, widmet sich im Buch kapitelweise dem Wirken Rolf Hoppes.

Morgenroth, seit dreißig Jahren Redakteur bei der Sächsischen Zeitung, erinnert an Hoppes legendäre Auftritte auf dem Weesenstein genauso wie an dessen Karriere bei der DEFA, im Fernsehen, auf der internationalen Kinoleinwand und natürlich auf den Theaterbühnen des Landes, insbesondere beim Staatsschauspiel in Dresden. Mitunter war auch nur Hoppes markante und wandelbare Stimme gefragt – bei rund 70 Hörspielproduktionen.

Nachwort von Oscar Hoppe

Rolf Hoppes Sinn für Kunst und seine Freundschaften mit Künstlern, wie dem Radebeuler Bildhauer Detlef Reinemer, kommen zur Sprache, seine Auszeichnungen werden erwähnt, seine letzten Auftritte vor der Kamera. Sein Hoftheater in Weißig, mit dem er sich einen Traum erfüllte, bekommt ein Extrakapitel. Josephine Hoppe, die dort mit ihrem Mann Dirk Neumann und dem Kultur- und Kunstverein Schönfelder Hochland die Visionen Rolf Hoppes verwirklicht, leitet das Buch mit einer persönlichen Widmung für ihren Vater ein. Ihr Sohn Oscar Hoppe, der selbst Schauspieler ist, erinnert sich in einem Nachwort an seinen Großvater, den er als Abiturient bei den Dreharbeiten zu „Die Pfeiler der Macht“ in Irland begleitete.

Das Buch ist um Übersichten aller Rollen Hoppes auf Bühnen, in Film und Fernsehen sowie auf Tonträgern ergänzt – insgesamt sind es mehr als 500. Eine Zeitleiste gibt einen Überblick über sein Leben, das in einem kleinen Städtchen im Norden Thüringens als Sohn des Bäckerehepaares Hermann und Hildegard Hoppe begann. Kaum einer wird gewusst haben, dass Rolf Hoppe einst Pfefferkuchen buk, als er am 14. November 2018 starb. Er war eines der prägenden Gesichter der deutschen Filmgeschichte – und nicht der Bäckerzunft. (SZ)

„Rolf Hoppe – ein Schauspielerleben“, erschienen im Eigenverlag von Josephine Hoppe, 16,90 Euro, erhältlich im Hoftheater Dresden und im Buchhandel.

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