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Weesenstein: Gegen das Sterben des Mittelalterfestes

Lebendiges Schloss und quirlige Burgstadt - Weesenstein und Dohna tun sich zusammen. Am 9. und 10. Oktober ist Premiere für ein etwas anderes Fest.

Am Sonntag werden die Figuren der Weesensteiner und Dohnaer Geschichte auf dem Schloss wieder lebendig - und an beiden Tagen in Dohna.
Am Sonntag werden die Figuren der Weesensteiner und Dohnaer Geschichte auf dem Schloss wieder lebendig - und an beiden Tagen in Dohna. © Daniel Schäfer

Pfingsten ohne Mittelalterfest? Das war über 25 Jahre nicht vorstellbar. Dann kam erst Corona und dann noch weitere Gründe, die dem Fest im Wege stehen. Mit jährlich bis zu 10.000 Besuchern ist es eines der größten seiner Art. Genau die vielen Menschen im Schlosspark sind aber auch ein Problem. Außerdem wurde für das Parken bisher keine wirkliche Lösung gefunden.

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Schloss Weesenstein, Veranstalterin Paula Herold, das Heimatmuseum Dohna und die dortige Mittelaltergruppe starten nun einen Versuch, das Fest in neuer Form zu erhalten und sogar noch vielfältiger zu machen. Die Weesensteiner Veranstaltung "lebendiges Schloss" wird mit der "quirligen Burgstadt" kombiniert. Am Sonnabend und Sonntag, dem 9. und 10. Oktober, geht es zwischen 11 und 19 Uhr auf Dohnas Markt und im Museum mit Marktgeschrei, Handwerk und Gelage und Ritterlager mittelalterlich zu, am Sonntag werden in Weesenstein von 10 bis 18 Uhr vergangene Zeiten lebendig. In den Gemächern des Unterschlosses residiert der königliche Hofstaat mit Prinz, Kammerdiener, Königin und Hofdamen, getanzt und gespielt wird in der mittelalterlichen Burganlage. Ritter, Handwerker, Gaukler und Spielleute bringen die Säle des Oberschlosses zum Klingen. Jede Epoche dieses altehrwürdigen Gebäudes präsentiert sich und lädt zu einer Zeitreise durch die Jahrhunderte ein.

In der Not zusammenfinden

Die Zusammenarbeit von Dohna und Weesenstein ist eigentlich naheliegend. "Dohna war besonders im 12. bis 14. Jahrhundert durch die Burggrafen Mittelpunkt der Region", sagt Museumsleiterin Kathrin Penndorf. Dieses Zeitalter ist ein bisschen ihr Steckenpferd, so gehört sie unter anderem zu der Mittelaltergruppe. "Daher liegt es mir am Herzen, das Fest zu unterstützen und zu erhalten", sagt sie. "Wir wollen versuchen, das Fest, das über Jahre zu einer Institution geworden ist, nicht untergehen zu lassen", sagt Kathrin Penndorf.

Für die durch die Not geborene Zusammenarbeit gibt es noch ein weiteres Beispiel. Die Kleinkunstbühne in Pirna und das Tom-Pauls-Theater haben in Corona-Zeiten zusammengefunden und gemeinsam einen erfolgreichen Kultur-August organisiert, der nächstes Jahr fortgesetzt werden soll. Auch sie hatten vorher jeder für sich Kultur gemacht.

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Weesenstein: Eintritt 15 Euro, ermäßigt 10 Euro, Kinder von 6 bis 16 Jahre 2,50 Euro. Wer am 9./10. Oktober mit einem Vollzahlerticket aus Dohna nach Weesenstein kommt, zahlt hier nur 13 Euro. Das gilt nur für Barzahler und nicht für Onlinetickets.

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