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Endlich wieder Party

DJ Felix Arnold legt am Samstag in Bad Schandau auf. Nach sechs Monaten Zwangspause ist es eine Premiere - immer noch im Zeichen von Corona.

DJ Felix Arnold (rechts), Mitstreiter Tommy Lucas bei der Night of Lights im Juni. "Die Leute sind gierig danach, wieder unter Menschen zu kommen."
DJ Felix Arnold (rechts), Mitstreiter Tommy Lucas bei der Night of Lights im Juni. "Die Leute sind gierig danach, wieder unter Menschen zu kommen." © Marko Förster

Auf diesen Tag hat Felix Arnold wochenlang gewartet. Unverhofft und völlig aus dem Nichts wurde dem Diskjockey und Veranstaltungstechniker aus Pirna-Copitz mit der Corona-Pandemie der Saft abgedreht. Ein halbes Jahr keine Liveveranstaltung, kein Beschallen von Livepublikum und Partyvolk.

Die monatelang verordneten Fesseln im Freistaat sind passé: Nun kann ihn nichts mehr halten. Am Sonnabend, 5. September, starten Felix und seine Mitstreiter am Elbufer in Bad Schandau durch. Dort lässt er es unter freiem Himmel krachen. Auf der Wiese in Höhe Gerätehaus der Freiwilligen Feuerwehr schmeißt er nach der Auszeit die erste große Party in der Region. Treffend heißt steht die unter dem Motto „Welcome Back!“. Einlass und Beginn: 18 Uhr. Genehmigt ist eine Party bis Sonntagfrüh um 3 Uhr. Wie hoch der Eintritt ist, war zunächst nicht bekannt.

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Nicht nur dem 23-Jährigen kribbelt es seit Wochen in den Fingern. „Das ist gar kein Begriff. Die Leute sind unbeschreiblich gierig danach, wieder unter Menschen zu kommen, sehnen sich danach, bei Partys Spaß zu haben. Alle haben sich gewünscht, dass es wieder losgeht.“ Unter einem Regenschutz hat er gemeinsam mit Kompagnons seine Technik und eine Bühne für die DJs aufgebaut. Neben guten Sound verspricht er mit seinem Team eine „unvergessliche Partynacht“ mit „megaviel Licht und Effekten so mit Konfetti und Flammen- und Pyro-Show". In einer Lounge können es sich Gäste u.a. auf Liegestühlen gemütlich machen, kündigt er an. Hinter dem DJ-Pult wechselt er sich mit fünf weiteren Diskjockeys (DC#Mark, Gundam & Asic, Effektjunkie und Martin Melow) ab. Den Gästen fliegt House, Electro, Deutsch Rap, Black, 90er-Jahre und 2000er-Klänge um die Ohren...

„Wir sind sehr froh, dass wir nach der langen Pause sowohl vom Gesundheitsamt als auch von der Stadtverwaltung alle Genehmigungen erteilt bekommen haben und nun unter Corona-Auflagen, aber guten Gewissens die Party veranstalten dürfen“, freut sich Felix Arnold. Seine letzte Party, die er geschmissen hat, war zu Fasching am 28. Februar. Im Normalfall hätte an den vergangenen Wochenenden zu den Partymachern bei Stadt- und Ortsfesten im Landkreis und darüber hinaus gehört. Sämtliche Veranstaltungen und somit Aufträge sind ihm weggebrochen.

Nicht zuletzt deshalb sendeten er und der Pirnaer Diskjockey und Moderator Tommy Lucas (33, Lunatic Disco) Mitte Juni am Pirnaer Elbufer einen sichtbaren Hilferuf und flammenden Appell an die Politik. Bei der bundesweiten Protestaktion „Night of Lights“ tauchten sie spontan nachts einen festgemachten historischen Elbedampfer mit gut 50 Scheinwerfern in rotes Licht, machten mit der Illumination auf die angespannte, prekäre wirtschaftliche Situation und gar ihre Notlage in der Veranstaltungsbranche aufmerksam.

Felix Arnold ist komplett auf Veranstaltungen in der Party- und Eventszene angewiesen. Die Branche betreffend sei er durch seinen Vater „etwas vorbelastet“. Der hatte früher in der Region mehrere Clubs und Diskotheken und „er hat es mir ein bisschen in die Wiege gelegt“. Felix´ DJ-Karriere begann im Jugendclub „Blue Sky“ in Copitz. „Als ich zwölf war, habe ich ein bissl probiert.“ Nach dem er den Realschulabschluss in der Tasche hatte, machte er sein Hobby zum Beruf, absolvierte eine Ausbildung zur Fachkraft für Veranstaltungstechnik. Seit zwei Jahren könne der 22-Jährige von dem Job durchaus leben. Er sieht sich als klassischer Diskjockey, der am liebsten für die Jugend Mugge macht. 

War er erst oft mit anderen DJs unterwegs, hat er sich mittlerweile binnen kurzer Zeit in der Partyszene einen eigenen Namen gemacht. In Bad Schandau hat er beispielsweise die Summer-Ending-Party etabliert und sich breiter aufgestellt. „Erst im vergangenen Winter bin ich in die Faschingsschiene reingerutscht.“ In Struppen, Bad Schandau, Postelwitz oder Geising präsentierte er seinen Musikmix. Doch nun kam die Virus-Pandemie. Vieles wurde abgesagt, nahezu alles fällt aus. 

Für seine, aber auch Party-Fans schaffte Felix in der Corona-zeit kurzerhand Abhilfe. „Wir wollten, dass die Leute schon mal etwas von unserem Projekt haben.“ Mit einem Livestream bei facebook im Internet brachte er das gewohnte Partyfeeling kurzerhand per Mausklick nach Hause. So präsentierte er Ende April eine „Sächsische Schweiz Homeparty“. Dabei spielte er für all jene, die vor dem PC saßen. Die Resonanz war kaum vorhersehbar und dennoch überwältigend. „Auf die erste Videoreihe hatten wir rund 19.000 Klicks“, berichtet er. Zeitgleich hätten bis zu 200 Leute den Stream verfolgt. Und weil es so gut lief, gab es zwei Wochen später die zweite Auflage…

Hygiene-Regeln bei der Party am Samstag:

  • Alle Personen müssen ein gültiges Ausweisdokument mitführen. (Personalausweis, Reisepass, Führerschein.);
  • Nur Zutritt mit ausgefülltem Kontaktzettel, diese werden vier Wochen sicher aufbewahrt und danach vernichtet;
  • Kein Zutritt mit Erkältungssymptomen!
  • Wer sich nicht gut fühlt, bleibt bitte Zuhause;
  • Ein Mund- und Nasenschutz ist mitzuführen und im Sanitärbereich zu tragen;
  • Während der Veranstaltung ist es untersagt, das Gelände zu verlassen (nur in dringenden Notfällen oder wenn man die Veranstaltung endgültig verlassen möchte).

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