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Ex-Wismut-Kumpel für die große Bühne gesucht

Das Staatsschauspiel Dresden und das Städtische Theater Chemnitz planen ein einmaliges Theaterprojekt - für ehemalige Wismut-Mitarbeiter unter oder über Tage.

Von Katarina Gust
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Ausschau halten nach ehemaligen Wismut-Mitarbeitern: Die Theater Chemnitz und das Staatsschauspiel Dresden wollen deren Geschichten auf die Bühne bringen.
Ausschau halten nach ehemaligen Wismut-Mitarbeitern: Die Theater Chemnitz und das Staatsschauspiel Dresden wollen deren Geschichten auf die Bühne bringen. © Sebastian Hoppe

Mit rund 200.000 Mitarbeitern war die Wismut zu DDR-Zeiten das weltweit größte Bergbauunternehmen für Uran. An den Standorten in Leupoldishain bei Königstein und Freital/Dresden-Gittersee wurde der Brennstoff für sowjetische Atombomben und Kernkraftwerke im Ostblock gewonnen. Alles unter strenger Geheimhaltung.

1946 gegründet, zahlte die Wismut ihren Mitarbeitern einen überdurchschnittlichen Lohn, sorgte für medizinische, soziale und kulturelle Versorgung und verwandelte gleichzeitig Berge und Täler in Mondlandschaften. Die Wende überlebte das Unternehmen jedoch nicht. Mit der Wiedervereinigung begann eine neue Ära: Seitdem entwickelt die Wismut Konzepte und Technologien für die Sanierung der radioaktiv belasteten Bergbaugebiete in Sachsen und Thüringen. Viele Betriebe wurden geschlossen, Tausende Kumpel verloren ihre Arbeit.

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Zu jener Zeit war es etwas Besonderes, bei der Wismut zu arbeiten. Viele ehemalige Mitarbeiter hat die Zeit bis heute geprägt. Ihnen und ihren ganz persönlichen Geschichten wollen die Bürgerbühne am Staatsschauspiel Dresden und das Städtische Theater Chemnitz eine Bühne geben. Sie wollen mit ehemaligen Mitarbeitern der Wismut ein Theaterstück unter dem Titel "Tausend Sonnen" entwickeln. Dafür werden Mitwirkende gesucht: Menschen jeden Alters, in deren Leben die Wismut eine Rolle gespielt hat oder immer noch spielt, zum Beispiel ehemalige Bergleute, Mitarbeiter, die über oder unter Tage gearbeitet haben, Bewohner der ehemaligen Standorte und ihre Töchter, Söhne und Enkel.

Die ehemaligen Mitarbeiter bekommen die Möglichkeit, ihre Geschichten auf der Bühne zu erzählen. Da können Alltagserlebnisse und Geschichten stehen, die vermeintlich nebensächlich sind, die aber das Leben bestimmen, teilt die Bürgerbühne mit.

Mitmachen kann jeder, der einen Bezug zur Wismut hat. Theatervorkenntnisse sind nicht erforderlich. Wie das Projekt ablaufen wird, wird bei einem Infoabend am Dienstag, 10. Mai, 18 Uhr, im Soziokulturellen Zentrum Pirna-Sonnenstein erklärt. Das Regieteam stellt dort die Details vor.

Die Proben finden anschließend vom 30. Mai bis 10. Juli und 29. August bis 21. Oktober statt. Das Stück soll ab Oktober an den beiden Theatern in Dresden und Chemnitz aufgeführt werden.

Anmeldung und Infos per E-Mail an [email protected].

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