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Kartoffelprinzessin im Robert-Sterl-Haus

Eine Schülerin gewann den Schreibwettbewerb, den die neue Leiterin Inga Remmers auslobte. Ihr Start war schwierig.

Inga Remmers, die neue Leiterin des Robert-Sterl-Hauses in Naundorf, steht mit Sterls unvollendetem Gemälde „Die Kartoffellegerin“ im Atelier des Museums.
Inga Remmers, die neue Leiterin des Robert-Sterl-Hauses in Naundorf, steht mit Sterls unvollendetem Gemälde „Die Kartoffellegerin“ im Atelier des Museums. © Thomas Morgenroth

In das Atelier des Malers Robert Sterl in Naundorf bei Struppen ist die „Die Kartoffelprinzessin“ eingezogen. Statt einer Krone trägt sie ein Kopftuch, ihr Kleid ist ein schlichter Kittel. Sie hat auch keine hochherrschaftlichen Stöckelschuhe an den Füßen. Die Prinzessin ist eine Bäuerin, die in gebückter Haltung über den Acker geht und Erdäpfel in die Furchen legt.

Robert Sterl hat sein skizzenhaft wirkendes, wahrscheinlich unvollendetes Gemälde von 1904 „Die Kartoffellegerin“ genannt. Es war eines der fünf Bilder, zu denen Inga Remmers, die neue Leiterin des Robert-Sterl-Hauses, im Mai einen kreativen Schreibwettbewerb auslobte. Daria Pauke, eine Abiturientin aus Dresden, schrieb die Siegergeschichte. Für sie ist die von existenziellen Sorgen geplagte Frau „Die Kartoffelprinzessin“ – wenigstens im Traum.

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Den poetischen Text können interessierte Besucher jetzt im Atelier mit Sterls Gemälde vor den Augen lesen – und hören, gesprochen von dem Dresdner Schauspieler Ahmad Mesgarha. Ein QR-Code verweist auf die Internetseiten des Robert-Sterl-Hauses. Der 57-jährige Mesgarha, seit 1990 im Ensemble des Staatsschauspiels Dresden, ist auch live in Naundorf zu erleben. Er kommt am letzten Septemberwochenende zu einem musikalisch-literarischen Abend mit dem Gitarristen Philipp Makolies in den lauschigen Garten des Museums.

Erste Ausstellung ausgefallen

Inga Remmers freut sich über die große Resonanz auf den Schreibwettbewerb, der sie ein wenig über den verkorksten Saisonstart hinwegtröstet. Die erste Ausstellung zum Künstlerbuch „Musik auf der Wolga 1914“, noch von ihrer Vorgängerin Nora Arnold konzipiert, fiel den staatlichen Beschränkungen im Zuge der Corona-Pandemie zum Opfer. Die Leihgaben konnten nicht beschafft werden.

Ersatzweise zeigte Inga Remmers Bilder von Robert Sterls Sommeraufenthalten in Hessen. Im Juli gab es eine kurze Sonderausstellung mit Werken des Pleinairprojektes der Roland-Gräfe-Stiftung im Steinbruch bei Wehlen. Aktuell sind Bilder der zu Unrecht weitgehend vergessenen Sterl-Schülerin Martha Schrag anlässlich ihres 150. Geburtstages zu sehen. Es ist seit Jahrzehnten die erste Schau, die sich dieser Chemnitzer Künstlerin widmet.

Inga Remmers, die aus Göttingen stammt, hatte bisher mit Robert Sterl und seinen Werken nur indirekt zu tun. Sie studierte in Trier Kunstgeschichte und Germanistik. An der Humboldt-Universität in Berlin promovierte sie zur Darstellung von Umwelthemen in der Fotografie. Im Bröhan-Museum, das sich unter anderem der Kunst der Berliner Secession widmet, in der Sterl seit 1909 Mitglied war, war Inga Remmers als Volontärin an der Ausstellung zu George Grosz beteiligt, einem der bedeutendsten Schüler Sterls.

Nun leitet die 37-Jährige das Robert-Sterl-Haus, dessen Träger die Sammelstiftungen des Bezirkes Dresden sind, und bereitet einen runden Geburtstag vor: 2021 wird das Museum 40. Zunächst aber gibt es bis zum Saisonende noch die Ausstellung mit dem diesjährigen Robert-Sterl-Preisträger. Und den seltenen Besuch der „Kartoffelprinzessin“, die sonst ein eher unscheinbares Dasein im Depot fristet.

Robert-Sterl-Haus Naundorf, Robert-Sterl-Str. 30,01796 Struppen, Ausstellung bis 13.9. Martha Schrag, ab 20.9. Sterl-Preisträger, bis 31. Oktober geöffnet Do. bis So. und an Feiertagen 9.30 bis 17 Uhr; Lesung mit Ahmad Mesgarha am 26.9., 18 Uhr. Alle Termine: http://www.robert-sterl-haus.de/

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