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Pirna: Ein bisschen neue Galerie-Vielfalt

Kunst und Kultur erwachen wieder. Für den Tag der Kunst im Juli gibt es so viele Anmeldungen wie nie.

Claudia Pinkau hatte am ersten richtigen Öffnungstag Dienst in der Galerie Vielfalt.
Claudia Pinkau hatte am ersten richtigen Öffnungstag Dienst in der Galerie Vielfalt. © Daniel Schäfer

Das Prinzip der Galerie hat ihr und den Künstlern über die Corona-Zeiten geholfen. Es ist so einfach, wie wirkungsvoll: Die Künstler teilen sich die Mieten und decken gemeinsam die Öffnungszeiten ab. Für die Besucher hat das den Vorteil, dass sie so viele verschiedene Kunst sehen und kaufen können, wie es sonst in kaum einer Galerie gibt. Und die Künstler können sich finanziell und zeitmäßig leisten, was die meisten allein nicht könnten.

Hans-Jürgen Adler ist am Dienstag der erste Besucher. Er ist so etwas wie ein Stammgast. Nicht nur, weil er im Nachbarhaus aufgewachsen ist und das Haus der Familie den Mai des diesjährigen Kalenders von Brigitta M. Arnold ziert. "Man freut sich und zeigt sich auch als Kunde, vielleicht findet man was Schönes und kauft es", sagt Adler. Manchmal ist es ein Aquarell für sich selbst, manchmal ein Geschenk.

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So viele Künstler wie noch nie beim Tag der Kunst

Endlich hat auch die Galerie wieder offen, einfach so, ohne vorher einen Termin zu vereinbaren oder etwas zu bestellen. Zwar hat Claudia Pinkau in der Click-&-Meet-Zeit zwei Bücher verkauft, auch Verena Kremer konnte sich über den Verkauf von zwei kleinen Aquarellen freuen. Eine Vase, ein paar kleine Dinge fanden Käufer. Viel aber war es nicht, und es fehlte eben das, was eine Galerie ausmacht: das Erleben vor Ort, das Reden miteinander. "Aber es wird jetzt wieder", sagt Claudia Pinkau. Sie hat in ihrer eigenen Pirnaer Galerie Ansichtssache schon die ersten Einzelkurse. "Am Sonnabend war zu spüren, es waren bereits wieder mehr Leute unterwegs."

Die Galerie Vielfalt öffnete voriges Jahr Ende Februar, zwei Wochen später war schon wieder Schluss. Wegen Corona. Über den Sommer lief sie dann richtig gut. Darauf hoffen die Künstler auch dieses Jahr. Und auf einen erfolgreichen Tag der Kunst am 3. und 4. Juli. "Es haben sich so viele Künstler wie noch nie angemeldet", sagt Brigitta Arnold, die Vorsitzende des Kunstvereins Sächsische Schweiz. Waren es 2019 über 80, sind es nun an die hundert. "Viele von ihnen hatten ja in den letzten Monaten kaum Gelegenheit, ihre Arbeiten in einem öffentlich zugänglichen Rahmen zu präsentieren."

Brigitta Arnold ist deshalb froh, weitere leerstehende Läden in Pirna gefunden zu haben, in denen Kunst ausgestellt werden kann. Vor einigen Tagen ist es ihr gelungen, auch für die ehemalige Rossmann-Filiale und die von Ernstings family in der Dohnaischen Straße eine Zusage zu bekommen. In diesen großen Räumen können jeweils mehrere Künstler ihre Werke zeigen. Auch die Familie Adler bietet in ihrem Haus am Steinplatz wieder Raum für die Kunst an.

Kunst in leeren Geschäften

Bereits seit Februar arbeiten 26 Künstler an den großen Bildern für die Straßengalerie in der Schmiedestraße. Das Thema ist Nähe. "Etwas, nachdem wir uns wohl alle sehr sehnen", sagt Brigitta Arnold. Diese Bilder werden Ende Juni/Anfang Juli aufgehängt.

Kunst statt Drogerie: Auch den ehemaligen Rossmann auf der Dohnaischen Straße können die Künstler am Tag der Kunst Anfang Juli nutzen.
Kunst statt Drogerie: Auch den ehemaligen Rossmann auf der Dohnaischen Straße können die Künstler am Tag der Kunst Anfang Juli nutzen. © Daniel Schäfer

In der Galerie Vielfalt wechseln Künstler die Stücke in ihren Bereichen, sodass auch diejenigen, die wie Hans-Jürgen Adler immer mal vorbeikommen, stets wieder etwas Neues entdecken. Auch die Bereiche werden ab und zu getauscht, so kann sich jeder mal ganz vorn präsentieren. Ganz neu sind inzwischen die Porzellan-Bilder von Angelika Sorg und die farbenprächtigen Bilder von Antje Seewald. Von Letzterer gibt es auch ein Kinderbuch: "Ein zauberhafter Tag", den erlebt die Waldfee Fabula.

Da kann sie sich mit Susi Schlaumeier zusammentun. Die ist im Kopf von Claudia Pinkau entstanden und erlebt nun schon ihr nächstes Abenteuer. Diesmal jagt Susi die Kugeldiebe. Und das quer durch die Sächsische Schweiz. Claudia Pinkau will damit Kinder und ihre Eltern zum Entdecken der Region einladen. Was Susi an einem Tag schafft, dafür braucht es zwar ein paar mehr, eine Anregung aber ist es immerhin.

Hans-Jürgen Adler hat diesmal nichts gefunden. Aber er kann ja jetzt wieder öfter kommen.

Aktuelle Öffnungszeiten der Galerie Vielfalt auf der Badergasse: Dienstag bis Freitag 11 bis 18 Uhr, Sonnabend 10 bis 14 Uhr.

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