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Pirnas kriminelle Vergangenheit

Heike Stöhr arbeitet die Geschichte ihrer Heimatstadt auf besondere Weise auf. Jetzt ist sie zu Lesungen wieder da und freut sich auf alte und neue Fans.

Heike Stöhr ist in Pirna aufgewachsen und findet hier in der Geschichte spannende Geschichten.
Heike Stöhr ist in Pirna aufgewachsen und findet hier in der Geschichte spannende Geschichten. © privat

Lesungen sind für Autoren der Moment der Wahrheit. Da schauen sie denen in die Augen, die sonst weit weg sind, ihren Lesern. Die gebürtige Pirnaerin Heike Stöhr steht als Lehrerin immer vor Schülern, die ihr zuhören. Doch wenn sie aus ihren historischen Pirna-Romanen liest, ist das noch einmal etwas anderes. Dieses Jahr ist mit "Der Pesthändler" ihr viertes Buch erschienen.

Nach der Premiere in ihrer Berliner Stamm-Bibliothek und nach der Vorstellung beim Meißener Lesefest ist sie nun in ihrer Heimatregion zu Gast. Lesungen in Pirna, Arnsdorf, Bad Schandau und Dippoldiswalde stehen auf dem Programm und sind in Corona-Zeiten eben etwas anders.

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Worum geht es in "Der Pesthändler"?

Pirna 1532: Kaum ist der Bader Valentin Arnold nach Jahren der Wanderschaft in seine von der Pest gebeutelte Heimatstadt zurückgekehrt, wird sein Bruder Conrad des zweifachen Mordes beschuldigt und in die Fronfeste gesperrt. Valentin riskiert alles, um die Unschuld seines Bruders zu beweisen. Unverhoffte Unterstützung erhält er dabei von Magdalena, der Witwe des ersten Opfers. Während die junge Frau in Pirna alles daran setzt, ihm mehr Zeit für seine Nachforschungen zu verschaffen, folgt Valentin einer Spur, die ihn nach Böhmen in die junge Bergstadt Sankt Joachimsthal führt.

Innerer Jubel der Autorin und Deutschlehrerin

An der Buchpremiere durfte natürlich nur eine beschränkte Zahl von Zuhörern teilnehmen, die Maske tragen mussten. "Das ist natürlich sehr ermüdend, und mein Eindruck ist, dass sich inzwischen viele Leute überlegen, ob sie sich unter solchen Umständen nicht doch lieber einen gemütlichen Abend zu Hause machen."

Das Literaturfest in Meißen dagegen fand bei strahlendem Sonnenschein unter freien Himmel statt und es kamen ziemlich viele Leute, sagt Heike Stöhr. "Ich konnte die Gesichter meiner Zuhörer sehen, habe genau mitbekommen, wie sie auf jedes Wort reagierten. Diese Lesung hatte eine ganz andere Energie." Außerdem liebt sie es, wenn ein Wochenende lang an allen Ecken und Enden einer Stadt gelesen wird. "Da jubeln die Autorin und die Deutschlehrerin in mir gleichermaßen."

Lesung in Pirna aus "Der Pesthändler"

Lesungen in Pirna sind für Heike Stöhr nach wie vor die absoluten Höhepunkte. "Darauf freue ich mich jedes Mal wie verrückt, denn hier habe ich die meisten Fans", sagt sie. Die Pirnaer kennen den Handlungsort ihrer Geschichten natürlich am besten. "Ein Lob aus ihrem Munde erfreut mich deshalb besonders." Dennoch ist es diesmal nicht so einfach. Für die Lesung im Q24, das in der Vergangenheit bei Heike Stöhr immer gut besucht war, gibt es erst sehr wenige Reservierungen.

"Viele sind vermutlich verunsichert, welche Hygieneregeln gerade wo wie gehandhabt werden", sagt Heike Stöhr. Trotzdem vertraut sie auf ihre Pirnaer Fans, die alten und die neuen. Sie hat angesichts der schlimmen Lage der Kultur schon im letzten Jahr ohne Honorar im Q24 gelesen und würde das auch wieder tun. "Unter solchen Umständen erweist sich der mitunter ziemlich aufreibende Spagat zwischen einem ganz normalen Vollzeitjob und meinem Zweitjob als Autorin dann eben doch als vorteilhaft."

Recherche in Erfurt für nächsten Pirna-Roman

Für ihren nächsten Pirna-Roman hat Heike Stöhr im Sommer schon im Erfurter Stadtarchiv recherchiert. "Aber auch in Pirna muss ich noch weiter 'graben' und Experten befragen", sagt sie. Nur so viel: Die Geschichte wird im 16. Jahrhundert spielen und von einer unerhörten wahren Begebenheit erzählen. Und dann ist da auch immer noch die spannende Geschichte vom Pirnaer Rathausturm aus dem 19. Jahrhundert, die auf sie wartet.

Signierstunde: Sonnabend, 16. Oktober, 11 bis 12 Uhr, Buchhandlung Gladrow, Dohnaische Straße;

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Lesung: Sonnabend, 16. Oktober, 20 Uhr, Einlass 19 Uhr, Q24, Karten im Vorverkauf für 14/12 Euro im DDV-Lokal auf der Dohnaischen Straße/Ecke Schössergasse, an der Abendkasse 16/14 Euro. Es gilt 3G, also Nachweis über Geimpft, Getestet oder Genesen.

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