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Dresdner Künstler gewinnt Robert-Sterl-Preis

Willy Schulz zeigt mit seinen Werken Haltung - gesellschaftlich und regional. Für seine Kreativität wurde er nun ausgezeichnet.

Von Katarina Gust
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Willy Schulz ist der Preisträger des diesjährigen Robert-Sterl-Preises.
Willy Schulz ist der Preisträger des diesjährigen Robert-Sterl-Preises. © Nikolai Schmidt

Willy Schulz hat keine Angst, wenn es unbequem wird, wenn seine Kunst andere provoziert. Die Arbeiten des aus Dresden stammenden und in Leipzig lebenden Künstlers offenbaren ein spannungsreiches Wechselspiel von Material und Ikonografie. Für ihn hinterlassen jede Handlung, jede Entscheidung und jeder Schritt Spuren.

Eine wichtige Entscheidung betrifft nun den 31-Jährigen selbst. Denn er wurde mit dem diesjährigen Robert-Sterl-Preis für Meisterschüler der Hochschule für Bildende Künste Dresden ausgezeichnet. Bereits seit 1997 wird der Preis, der dem Impressionisten und Dresdner Akademieprofessor Rober Sterl gewidmet ist, vergeben. Dieses Jahr zum 25. Mal.

Nachwuchsförderung als Vermächtnis

Den Nachwuchs zu fördern, dafür machte sich Sterl stark. Sei es als Leiter einer privaten Damenschule oder als Professor an der Dresdner Kunstakademie. Nach seinem Tod 1932 sollte sein Haus in Naundorf in der Sächsischen Schweiz deshalb dem künstlerischen Nachwuchs ein Forum bieten. Darüber verfügte er per Testament. Ein Vermächtnis, dem das Robert-Sterl-Haus bis heute nachgeht.

Auch mit dem gleichnamigen Preis für zeitgenössische Kunst, auf den sich alle Meisterschüler der Dresdner Hochschule für Bildende Künste bewerben können. Wer ihn verdient, entscheidet eine fünfköpfige Fachjury.

Diese hat sich 2021 für Willy Schulz entschieden. Der 31-Jährige machte im vergangenen Jahr seinen Diplom-Abschluss, danach setzte er seine künstlerische Ausbildung als Meisterschüler bei Wilhelm Mundt, Professor für Bildhauerei, an der Dresdner Hochschule fort. In mehreren Ausstellungen hat er seine Werke bereits zeigen dürfen, neben Dresden auch in Berlin, Brixen, Görlitz, Köln oder Prag.

Kulturraum in der Oberlausitz entsteht

Seit Beginn seines Studiums in Dresden engagiert sich Willy Schulz im C. Rockefeller Center for Contemporary Arts in Dresden. "Ein Forum für progressives Arbeiten und ein belebter Galerie- und Ausstellungsraum“, wie Schulz sagt. Dieser würde sich zu zeitgenössischen Kunstformen positionieren. Außerdem baut er mit ehemaligen Kommilitonen ein „kollektiv gestaltetes Atelier“ in einer restaurierten Motorenhalle in Neugersdorf in der Oberlausitz auf. Mit dem Projekt soll ein öffentlicher Kulturraum geschaffen werden, in dem ein „dauerhafter Dialog“ zwischen KünstlerInnen und Ortsansässigen ermöglicht wird.

Ein Dialog mit seinen eigenen Werken ist derzeit im Robert-Sterl-Haus in Naundorf bei Struppen möglich. Dort stellt Willy Schulz anlässlich der Preisverleihung aus. Unter dem Titel „Bricks – Arbeit als Spiegelbild des Grotesken“, sind seine Werke noch bis zum 28. November zu sehen. Normalerweise endet die Saison im Sterl-Haus Ende Oktober. Dieses Jahr wird sie um einen Monat verlängert.

Robert-Sterl-Haus, Robert-Sterl-Straße 30 in Struppen. Die Ausstellung „Bricks – Arbeit als Spiegelbild des Grotesken“ ist bis 28. November jeweils Donnerstag bis Sonntag von 9.30 Uhr bis 17 Uhr geöffnet.