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Virtuelle Konzerte aus Limbach und Graupa

Die Elbland Philharmonie Sachsen geht online – mit Streichquartett, Schlagwerkern und Peter Kube. Aber allen fehlt der Auftritt vor Publikum.

Aufzeichnung eines Kammerkonzerts in Limbach mit Peter Kube (Mitte) und den Schlagwerkern Hendrik Gläßer (links) und Stefan Köcher.
Aufzeichnung eines Kammerkonzerts in Limbach mit Peter Kube (Mitte) und den Schlagwerkern Hendrik Gläßer (links) und Stefan Köcher. © Klaus-Dieter Brühl

Eine Seefahrt, die ist lustig, jedenfalls solange die See keinen Gang hat, also einen Seegang, der dazu führt, dass die Passagiere sich einiges zum zweiten Male durch den Kopf gehen lassen. „Dann müssen sie Zartbitterschokolade essen und ausreichend Pfefferminztee trinken“, weiß Peter Kube. Das helfe zwar nicht gegen die Seekrankheit, dann aber schmecke das, was nach draußen will, wenigstens wie „After Eight“.

An dieser Stelle brüllt das Publikum normalerweise vor Lachen. Diesmal indes bleibt Kubes Schenkelklopfer ohne Resonanz. Der 64-Jährige, Mitglied des Zwinger-Trios und Schauspieldirektor der Landesbühnen Sachsen, steht am Mittwoch auf der Bühne in der leeren Kulturscheune des Ritterguts Limbach und erzählt seine Geschichten nur für die Kamera. Das verunsichert den Profi dermaßen, dass er mehrmals missmutig abbricht. „Ich habe keinen, den ich ansprechen kann“, sagt er.

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Karsten Dudek zeigt Verständnis. Der Regisseur holt seine Klappe, sagt „Eine Seefahrt, die Dritte“, es knallt, Daniel Csobot stellt die drei Kameras wieder an, und der Kabarettist erzählt erneut das Bonmot mit der englischen Süßspeise. Er wird von Hendrik Gläßer und Stefan Köcher am Marimbaphon musikalisch begleitet. Es ist eine Uraufführung, eine Variation über den Shanty „Eine Seefahrt die ist lustig“ von Karsten Gundermann. Er hat das Stück für zwei Schlagwerker extra für das Programm komponiert, das seit Monaten wegen der Beschränkungen im Zuge der Corona-Pandemie nicht aufgeführt werden darf.

Musikalische Kreuzfahrt als Stream

Nun soll das Kammerkonzert, ein Projekt der Elbland Philharmonie Sachsen, wenigstens virtuell zu den Freunden guter Unterhaltung kommen. Dafür unterzogen sich alle Beteiligten einer mehrstündigen Prozedur, um am Ende eine Dreiviertelstunde Auftritt ins Internet stellen zu können. Für Kube ein Kompromiss, mit dem er sichtlich nicht ganz glücklich ist. „Ich nehme es als eine Probe“, sagt er.

„Nimm uns mit, Kapitän“ heißt die musikalische Reise um die Welt mit der „MS Marimbaphon“, bei der Instrumente die erste Geige spielen, die im Orchester sonst eher im Hintergrund stehen. Pauken, Trommeln oder Vibraphon oder eine Windmaschine. Gläßer und Köcher, die Musikmatrosen, beide seit vielen Jahren Mitglied der Philharmonie, rücken so auch einmal solistisch ins Rampenlicht, verdientermaßen. „Auf die Musik kommt es an“, betont Kube, der Kapitän, der sich nicht als Hauptperson der Aufführung sehen will.

Das Streichquartett der Elbland Philharmonie nahm im Jagdschloss Graupa ein Konzert auf.
Das Streichquartett der Elbland Philharmonie nahm im Jagdschloss Graupa ein Konzert auf. © Klaus-Dieter Brühl

Mitte Mai, sagt Medienbeauftragte Julia Gläßer, soll der Auftritt online gehen. Er gehört zu der Reihe „Unterwegs mit den Elbland Philharmonikern“, in der verschiedene Spielorte vorgestellt werden. Wie auch das Jagdschloss Graupa, in dem am Dienstag ein Kammerkonzert des Elblandquartetts aufgenommen wurde. Auf dem Programm standen Dvořáks „Amerikanisches“ Streichquartett F-Dur sowie als Zugabe Joplins Rag „The Entertainer“.

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„Wir hoffen natürlich, dass wir bald wieder live auftreten können“, sagt Geschäftsführerin Carola Gotthardt, die in Limbach bei der Einrichtung der Kulisse half. Ein Rettungsring gehörte dazu, der Peter Kube indes nicht das fehlende Publikum ersetzte. Das feixt dann zu Hause. Ob die Pointen wirklich gesessen haben, das weiß der Kabarettist so nicht. Aber Nummern wie die mit der Seekrankheit funktionieren wahrscheinlich auch virtuell.

Mehr Infos im Internet unter https://elbland-philharmonie-sachsen.de/

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