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Lob für Pirnas erste Fahrradgarage

Am Bahnhof finden Radler in Kürze eine abschließbare Abstellanlage. Der ADFC ist über diesen Fortschritt sehr erfreut.

Abschließbare Fahrradbox am Bahnhof Coswig: So ähnlich wird die Anlage in Pirna aussehen - nur größer.
Abschließbare Fahrradbox am Bahnhof Coswig: So ähnlich wird die Anlage in Pirna aussehen - nur größer. © Matthias Schumann

Dass der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) Kommunen lobt, kommt eher selten vor. In den meisten Fällen kritisiert der Verein Städte dafür, dass sie sich zu wenig für Radfahrer engagieren und deckt Mängel in der vielerorts noch unterentwickelten Radfahr-Infrastruktur auf. Auch Pirna kam dabei in der Vergangenheit eher schlecht weg.

Doch nun findet der ADFC Sachsen anerkennende Worte für die Stadt. Der Anlass: Pirna lässt in Kürze auf einem Areal zwischen Bahnhof und Busbahnhof die erste Fahrradgarage aufstellen.

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Das doppelstöckige, containerbasierte Radparksystem wird 16 voneinander abgegrenzte stabile und sichere, aber auch gebührenpflichtige Stellplätze bieten, wenn Radler auf den oder vom öffentlichen Nahverkehr umsteigen. Die Stellplätze sind beleuchtet, zudem gibt es acht Ladestationen für E-Bikes.

"Viele Pendler wollen auf dem Weg zur Arbeit das Rad und die Bahn kombinieren. Damit das gelingen kann, müssen sie ihre Fahrräder angstfrei am Bahnhof stehen lassen können", sagt Konrad Krause, Geschäftsführer des ADFC Sachsen. Die Installation von Fahrradboxen sei daher insbesondere in Zeiten hochwertige E-Bikes ein sehr wichtiger Schritt.

Auf dieser Fläche zwischen Busbahnhof und Bahnhof stellt Pirna in Kürze die erste Fahrradgarage in der Stadt auf.
Auf dieser Fläche zwischen Busbahnhof und Bahnhof stellt Pirna in Kürze die erste Fahrradgarage in der Stadt auf. © Stadt Pirna

Mehr Service für die Pendler

Pirna, so Krause, sei als Stadt mit einem hohen Pendleraufkommen bekannt. Über 9.000 Pendler kämen täglich zum Arbeiten in die Stadt, und fast ebenso viele Pirnaer verließen täglich ihren Wohnort.

"Ich freue mich sehr, dass die Stadt in einem ersten Schritt 16 neue Fahrradboxen aufstellt", sagt Krause. Nun müsse das Rathaus auch mittelfristig eine Strategie entwickeln, um dem hohen Pendleraufkommen in Pirna und der wachsenden Bedeutung des Fahrrades gerecht zu werden. Da gebe es noch großes Potenzial am Bahnhof.

Aktuell, so der Geschäftsführer, biete der Pirnaer Bahnhof den Pendlern 220 fahrradgerechte Vorderradhalter. Damit fänden aber nur sechs Prozent der Fahrgäste eine diebstahlsichere Abstellanlage für ihre Fahrräder vor.

Pirna hat noch Nachholbedarf

Da in letzter Zeit immer mehr Menschen ihre Wege mit hochwertigen Rädern zurücklegen, wachse auch die Bedeutung sicherer Abstellanlagen an Bahnhöfen rasant.

Der ADFC empfiehlt generell, dass auf jeden siebten Fahrgast ein diebstahlsicherer Fahrrad-Abstellplatz kommen sollte. Das ist längst noch nicht überall Realität. So verfügen die Haltepunkte "Copitz" und "Copitz Nord" in Pirna laut des ADFC bisher über keine oder zu wenige diebstahlsichere Fahrradständer.

Gleichwohl ist Pirna in einer Art Vorreiterrolle: Wenn denn die neue Fahrradbox aufgestellt ist, bieten nach Aussage des ADFC aktuell in Sachsen neben Pirna dann nur Radeberg, Coswig, Eilenburg, Bautzen, Oschatz, Neukieritzsch und Delitzsch ihren Pendlern verschließbare Fahrradabstellanlagen an Bahnhöfen an. In Sachsen gibt es insgesamt 521 Bahnhöfe.

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