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B-172-Bau geplatzt: Droht bald Superstau?

Die Bahnhofstraße in Königstein sollte vor der Eröffnung der Pirnaer Südumfahrung verbreitert werden. Daraus wird nichts. Was das für Autofahrer bedeutet.

Zwei Jahre für 300 Meter: Die B 172 in Königstein soll ausgebaut werden - viel später als geplant.
Zwei Jahre für 300 Meter: Die B 172 in Königstein soll ausgebaut werden - viel später als geplant. © Karl-Ludwig Oberthuer

Es hat sich bereits angedeutet, jetzt ist es gewiss. Die Bauarbeiten an der Bundesstraße B172 in Königstein werden in diesem Jahr nicht mehr starten. Darüber informierte Königsteins Bürgermeister Tobias Kummer (CDU) in der Stadtratssitzung. Ursprünglich sollte das Nadelöhr zwischen dem Königsteiner Kreisverkehr und dem Bahnhof ab diesem Jahr aufgeweitet werden. Das Großprojekt hätte bei einer Bauzeit von geplanten zwei Jahren dann pünktlich vor der Freigabe der Pirnaer Südumfahrung im Jahr 2023 abgeschlossen sein können.

Doch diese Rechnung geht nun nicht mehr auf. Der Grund: Es liegt noch kein Baurecht für die Bundesstraße in Königstein vor. Derzeit wird der Entwurf des Feststellungsbeschlusses bearbeitet. Laut Kummer soll die Trasse deshalb erst in zwei Jahren - also ab 2022 - ausgebaut werden. 

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Das will das Landesamt für Straßenbau und Verkehr (Lasuv) auf Nachfrage von Sächsische.de nicht bestätigen. "Die Verfahrensdauer eines Planfeststellungsverfahrens ist nicht abschätzbar", sagt Pressesprecherin Isabel Pfeiffer. Wann die Bauarbeiten konkret beginnen, könne deshalb nicht gesagt werden.

Mehr Verkehr durch Pirnaer Südumfahrung

Damit scheint aber festzustehen: Wenn der erste Verkehr vom Autobahnzubringer an der A 17 über die neue Pirnaer Südumfahrung bis zur B172 auf dem Pirnaer Sonnenstein rollt, wird im benachbarten Königstein noch gebaut. Zwar nicht unter Vollsperrung. Das wird vonseiten des Lasuv ausgeschlossen. Denn die B172 "gilt als Pulsader des Touristik- und Wirtschaftsverkehrs der Sächsischen Schweiz, der enorme Bedeutung beizumessen ist", wie es beim Landesamt heißt. Nach der Eröffnung der Pirnaer Südumfahrung wird jedoch mit einem weiteren Anstieg des Verkehrsaufkommens auch in Königstein  gerechnet. Das führt sicher auch bei Einschränkungen wie Ampelverkehr zu Staus.

Die Trasse könne auch aus einem anderen Grund nicht komplett dicht gemacht werden, heißt es weiter. Es gibt insbesondere auf der linkselbischen Seite keine Ausweichroute zwischen Pirna und Bad Schandau, die den Verkehr von der viel befahrenen B172 abfangen könnte. Die Kreis- und Staatsstraßen würden diese Mehrbelastung weder verkehrssicher noch leistungsgerecht abwickeln können. 

Auch eine Umleitung auf der rechtselbischen Seite wird vom Lasuv ausgeschlossen. Diese müsste bereits in Pirna ausgeschildert werden, damit der Verkehrsstrom hier über die Elbe geleitet wird. "Die Verlustzeit dieser Umleitung ist enorm", erklärt Isabel Pfeiffer. 

Überlegungen, die B172 in Königstein während der Bauarbeiten als Einbahnstraße in nur eine Richtung zu öffnen, wurden ebenfalls verworfen. Denn es gäbe in beide Richtungen mal deutlich mehr, mal deutlich weniger Verkehr. Je nach Stoßzeit.

Zwei Jahre halbseitig gesperrt

Die B 172 soll deshalb halbseitig gesperrt werden, mit möglichst kurzen Bauabschnitten und intelligenter Ampelregelung. "Diese soll den Verkehr bedarfsgerecht und je nach Verkehrsaufkommen wechselseitig an der Baumaßnahme vorbeiführen", informiert Pfeiffer. Auch wenn die Ampel individuell auf Grün schalten kann: Königstein droht damit zur Staufalle zu werden. Und zwar über einen Zeitraum von zwei Jahren. So lange soll der Ausbau der Bahnhofstraße dauern.

Damit der zu erwartende Rückstau an den Ampeln die Festungsstadt nicht komplett lahmlegt, hält das Landesamt für Straßenbau und Verkehr eine sogenannte Pförtnerampel für sinnvoll. Diese soll weit außerhalb der Baustelle aufgestellt werden und den Verkehr bereits vor der Stadtgrenze abfangen. Zudem soll das Verkehrsaufkommen in Echtzeit erfasst werden. 

"Dennoch ist mit nicht unerheblichen Verkehrsbehinderungen zu rechnen", wie Isabell Pfeiffer sagt. Gerade Touristen sollten während der Bauzeit deshalb lieber auf den öffentlichen Nahverkehr, vor allem die S-Bahn, umsteigen. Denn der Zugverkehr sei von keinen Einschränkungen betroffen. 

Pförtnerampeln gegen den Superstau

Wenn die Bauarbeiten an der B 172 starten, dann konzentrieren sie sich im ersten Bauabschnitt noch nicht direkt auf die Fahrbahn. Im ersten Schritt wird die Stützwand im Bereich des Bahnhofs erneuert sowie der Hang auf der anderen Straßenseite gesichert werden. Um die Stützmauer zu erneuern, brauchen die Bauleute Platz. Um den zu schaffen, muss das ehemalige Empfangsgebäude des Bahnhofs teilweise zurückgebaut werden. Wenn die neue Stützmauer steht, wird dieser Teil  des Bahnhofsgebäudes nach den Anforderungen des Denkmalschutzes wieder aufgebaut. 

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"Zunächst wurde die Vorgehensweise mit der Deutschen Bahn abgestimmt, das muss nun noch mit der Denkmalschutzbehörde erfolgen", erklärt Pfeiffer. Ist dieser Bauabschnitt fertig, soll die Fahrbahn zwischen dem Kreisverkehr und dem Pladerberg auf einer Länge von rund 300 Metern ausgebaut und verbreitert werden.

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