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Krippe verdoppelt Betreuungskapazität

In Rosenthal-Bielatal werden deutlich mehr kleine Kinder angemeldet als früher. Deshalb musste die Kita umgebaut werden. Das Ergebnis überzeugt.

Gute Nacht: Jana Salomon bereitet die Bettchen im neuen Schlafraum der Krippe vor.
Gute Nacht: Jana Salomon bereitet die Bettchen im neuen Schlafraum der Krippe vor. © © privat

Die Erzieher in der Kita "Robies Zwergenland" in Rosenthal-Bielatal können künftig fast doppelt so viele Windeln wechseln. Denn in der Krippe können deutlich mehr Kinder betreut werden. Insgesamt 20 Plätze für die Jüngsten gibt es hier. Damit können acht zusätzliche Kinder bis drei Jahre aufgenommen werden.

Der Boom in der Krippe begann bereits 2017. "Damals stieg der Bedarf deutlich", erklärt Kitaleiterin Jana Salomon. Fast drei Jahre sind inzwischen vergangen, bis die neue Betriebserlaubnis vorlag. Die gab es nicht einfach so. Um mehr Platz zu bekommen, wurde die Einrichtung, deren Träger die Käptn Browser gGmbH aus Berlin ist, in diesem Sommer quasi umgekrempelt. Etwa 280.000 Euro wurden investiert, um das knapp 30 Jahre alte Haus zu sanieren.

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Legionellengefahr gebannt

Etwa zehn Wochen dauerte der Baumarathon. Von Mitte Juli bis Ende September wurde das Erdgeschoss entkernt. Nur die Außenwände konnten stehen bleiben. "Da, wo wir sonst spielen, stand ein Bagger", erinnert sich Jana Salomon. Kein Stein blieb auf dem nächsten. Erneuert werden mussten auch die Wasserleitungen. Die Rohre waren so in die Jahre gekommen, dass der Kita ein Legionellen-Problem drohte. Die Bakterien gedeihen im warmen Süßwasser und werden über Wasserleitungen übertragen. Die Erreger können grippeähnliche Erkrankungen und schwere Lungenentzündungen hervorrufen. "Die Gefahr ist jetzt gebannt", sagt die Kita-Leiterin.

Wände weg, Grundriss neu

Und auch andere Probleme wurden bei der Sanierung gelöst. Bis zum Sommer war der Krippenbereich zum Beispiel im Obergeschoss untergebracht. Eine Aufteilung, die weder für die Erzieher noch Kinder ideal ist. Denn unter den Jüngsten kann nicht jeder allein die Treppe steigen. Sie mussten von den Erziehern getragen werden. Der neue Platz im Erdgeschoss entlastet jetzt nicht nur die Rücken der Pädagogen. Dadurch, dass die Innenwände weggerissen wurden, konnten wir nach unseren Wünschen und Bedürfnissen einen neuen Grundriss festlegen", sagt Jana Salomon.

Massive Holzmöbel und viel Platz zum Spielen: ein Gruppenraum in der Krippe in Robies Zwergenland.
Massive Holzmöbel und viel Platz zum Spielen: ein Gruppenraum in der Krippe in Robies Zwergenland. © © privat

Entstanden sind zwei große Gruppenräume, einer für die kleineren, einer für die größeren Krippenkinder. Hier gibt es viel Platz zum Spielen, Toben und auch Verstecken und Kuscheln. Dafür sorgt zum Beispiel eine weich gepolsterte Holzkiste, in die sich die Kinder zurückziehen können. Auf dem neuesten Stand ist auch der Sanitärbereich. Kleine Waschbecken und Toiletten gibt es hier. Und eine großzügige Windelstrecke - die die Gemeinde Rosenthal-Bielatal rund 5.000 Euro gekostet hat. Die moderne Wickelkommode hat eine kleine Treppe, über die die Kinder selbst nach oben krabbeln können, genügend Stauraum für Windeln und Wechselsachen und sogar ein Waschbecken.

Adé Toiletten mit Strippe

Auch das Obergeschoss, in dem nun die Kindergartenkinder untergebracht sind, wurde saniert - zwar nicht überall, sondern nur der Sanitärbereich. Auch dieser wurde generalüberholt. "Hier hatten die Toiletten noch einen Spülkasten und eine Strippe", erklärt Jana Salomon. Der 30 Jahre alte "Charme" ist nun verschwunden. Vier Kindergartengruppen mit über 40 Kindern haben das Obergeschoss stattdessen erobert.

Moderner Standard im neuen Sanitärbereich der Rosenthaler Kita im Obergeschoss.
Moderner Standard im neuen Sanitärbereich der Rosenthaler Kita im Obergeschoss. © © privat

Während der zehnwöchigen Sanierung mussten fast alle Kinder aus "Robies Zwergenland"ausgelagert werden. Die Größeren kamen über den Sommer in der benachbarten Grundschule und dem Hort unter. "Das war ein tolles Miteinander", sagt Jana Salomon. Die Kinder hätten sich schnell an die neue Umgebung gewöhnt. Und auch die Eltern hätten viel Verständnis für die Einschränkungen gehabt - vor allem für die Schließzeit von zwei Wochen im Sommer. In der Zeit wurden die Wasserleitungen erneuert. Nur die Krippenkinder blieben während der Bauarbeiten im Haus. Sie bekamen im Obergeschoss einen Bereich nur für sich und konnten den Bauleuten quasi auf die Finger schauen.

Kommune trägt Löwenanteil

Vom Ergebnis seien nun alle überzeugt - die Kinder und Erzieher. Auch die Gemeinde Rosenthal-Bielatal hat ihren Beitrag geleistet. Bereits seit mehreren Jahren kämpfte die Kommune um Fördermittel vom Bund und Landkreis, um das Projekt zu stemmen. Letztes Jahr wurde es dann konkret: Ein Fördermittelantrag wurde eingereicht und auch bewilligt. Von den rund 280.000 Euro Gesamtkosten trägt die Kommune mit etwa 150.000 Euro mehr als die Hälfte. Auch Möbel im Wert von gut 13.000 Euro hat die Gemeinde finanziert. "Dafür sind wir sehr dankbar", sagt Jana Salomon.

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