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So geht Blut spenden in der Corona-Zeit

Das Deutsche Rote Kreuz ruft zu Spenden auf. Der Vorlauf bei der Versorgung sei auf höchstens anderthalb Tage geschrumpft.

Unter strengen Hygienemaßnahmen bleibt das Spenden von Blut weiterhin möglich.
Unter strengen Hygienemaßnahmen bleibt das Spenden von Blut weiterhin möglich. © ©DRK-Blutspendedienst

Torsten Tonn, medizinischer Geschäftsführer des DRK-Blutspendedienstes Nord-Ost, hat einen klaren Appell: "Wir bitten trotz der erschwerten Bedingungen weiterhin Blut zu spenden!“ Auch wenn Covid-19-Erkrankte in der Regel keine Blutpräparate benötigen, ist der Bedarf für die Versorgung von Patienten in anderen Bereichen ungebrochen hoch. Tatsächlich benötigt in Deutschland statistisch gesehen alle sieben Sekunden ein Patient eine Bluttransfusion. Weil man an Blut nicht zuletzt aufgrund seiner kurzen Haltbarkeit regelmäßigen Nachschub benötigt, seien Spenden noch dringlicher. Das Deutsche Rote Kreuz macht das Blutspenden auch unter den seit Montag geltenden verschärften Corona-Maßnahmen möglich.

Neue Bedingungen bei der Blutspende wegen Corona

Für Spendenwillige gibt es seit Neustem einige Bedingungen. Zum einen muss man völlig Symptomfrei sein. Das heißt: Man darf weder Anzeichen von Erkältungssymptomen noch Fieber oder andere akute Erkrankungen zeigen. Zum anderen ist es erforderlich, sich vorab für seinen Wunschtermin eine Reservierung zu machen, auch um Menschenansammlungen vor den Blutspendezentren zu verhindern. 

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Um das Risiko einer Infektion so gering wie möglich zu halten, hat der DRK-Blutspendedienst die ohnehin schon hohen Sicherheits- und Hygienemaßnahmen in Sachsen noch weiter verschärft. Die entsprechenden Vorkehrungen werden je nach Infektionsgeschehen ständig angepasst, heißt es. 

Aktuell bestehen die Maßnahmen aus Zugangskontrolle, Kurzanamnese, Messen der Körpertemperatur, Hand-Desinfektion, dem Tragen von Mundnasenschutz aller Anwesenden sowie dem Halten größtmöglicher Abstände. Anders als ansonsten werden den Spendern keine offenen Speisen und Getränke angeboten, sondern sie erhalten im Vorfeld abgepackte Imbissbeutel.

Spendenbereitschaft ist gefährlich gering

Die Versorgungslage mit Blutpräparaten im Versorgungsgebiet des DRK Blutspendedienst Nord-Ost, das neben Sachsen unter anderem auch Berlin, Brandenburg und Hamburg umfasst, ist weiterhin angespannt. Das DRK hat den Auftrag, den Bedarf der Kliniken und Arztpraxen in seinem Versorgungsgebiet zu etwa 75 Prozent abzudecken. 

Nach dem Ende des ersten Lockdowns im Mai/Juni wurde der Regelbetrieb in den Kliniken wieder aufgenommen. Operationen, die vorher abgesagt worden sind, wurden und werden nun nachgeholt. "Die Blutversorgung kann mit diesem Bedarf aktuell schwer Schritt halten", sagte eine DRK-Sprecherin. Es entstand eine Schere zwischen Spendenaufkommen und dem Bedarf, die bislang nicht geschlossen werden konnte. 

Über fast jegliche Blutgruppen hinweg kann derzeit die Versorgung lediglich mit einem Vorlauf von einem halben Tag bis anderthalb Tagen gewährleistet werden. Mit dieser geringen Menge an Blut ist zwar eine Notfallversorgung für Patienten sichergestellt, eine langfristige Versorgungssicherheit besteht jedoch aktuell nicht. Wünschenswert wäre laut DRK ein gesicherter Versorgungszeitraum von drei bis fünf Tagen. 

Jeder Dritte ist potenzieller Blutspender

Prinzipiell ist die Spendenbereitschaft bei den Menschen vorhanden, erklärt die Sprecherin des DRK. Jedoch spenden in Deutschland lediglich drei Prozent der Bevölkerung Blut, obwohl es rund 33 Prozent tun könnten.

Das DRK bittet nun eindringlich darum, dass sich gesunde Menschen zu einer Spende bereiterklären, um zur Sicherstellung der Patientenversorgung beizutragen.

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