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Pirna

Die neue Corona-Gefahr: Nerze

Große Bestände der Tiere gibt es im Landkreis nicht. Kleinere müssen aber nicht gemeldet werden. Für andere Tiere gibt es Entwarnung.

In Dänemark getötet, in der Sächsischen Schweiz und dem Osterzgebirge nicht vorhanden: Nerze.
In Dänemark getötet, in der Sächsischen Schweiz und dem Osterzgebirge nicht vorhanden: Nerze. © Mads Claus Rasmussen/Ritzau Scanpix/AP/dpa

In Dänemark wurden Millionen Nerze gekeult, weil sich Menschen mit einer bei Nerzen aufgetretenen Variante des Corona-Virus infiziert hatten. Seither verbreitet sich die Angst vor diesen Tieren. Im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge gibt es weder Züchter noch größere Haltungen dieser Tiere.  Kleinere Bestände oder Einzeltiere sind zwar ebenfalls nicht bekannt, müssen aber auch nicht gemeldet werden, sagt Amtstierärztin Benita Plische. Nur gewerbliche Tierhaltungen von Nerzen müssen angezeigt und durch das Veterinäramt überwacht werden - und diese gibt es im Landkreis nicht. 

Strenge Gesetze für Halter

Damit ist der Landkreis keine Ausnahme und das  Fehlen von Nerzzuchten ist auch kein Zufall. Seit September 2017 gilt in Deutschland das Tiererzeugnisse-Handels-Verbotsgesetz. Die gewerbliche Pelztierhaltung ist seither nur noch bei Erfüllung strengster Anforderung möglich. Bereits im März vergangenen Jahres hatte in Nordrhein-Westfalen die letzte deutsche Nerzfarm ihren Betrieb eingestellt.

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Die Tötung der Tiere in Dänemark wurde angeordnet, weil man befürchtet, dass die  derzeit entwickelten Corona-Impfstoffe weniger gut gegen die von den Tieren übertragene Variante wirken.

Entwarnung für Haus- und Nutztiere

Die wichtigsten landwirtschaftlichen Nutztiere wie Schweine und Hühner sind nicht infizierbar. Bei einzelnen Tieren wie Rindern konnte lediglich eine minimale Virusvermehrung beobachtet werden, die auch nicht an andere Tiere weitergegeben wurde. Von diesen Tieren geht demnach keine Gefahr der Übertragung des Sars-CoV-2- Virus auf den Menschen aus, sagt das Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit.

Bei Katzen, Hunden und gehaltenen Nerzen wurden Sars-Infektionen nachgewiesen und auch experimentell untersucht. Es gibt bisher keine Hinweise, dass sich Menschen bei Hunden oder Katzen infiziert haben. Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft führte jedoch im Juni eine Meldepflicht für Corona-Infektionen bei Haustieren ein, um Erkenntnisse über Vorkommen, Übertragung und Ausbreitung zu erhalten.

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