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Dohna: Eine Brücke, die nicht verbindet

Die neue Brücke über die Müglitz in Dohna ist fast 19 Jahre nach dem Hochwasser fertig - aber gesperrt. Macht die Stadt zu wenig Druck?

Eigentlich fertig, aber trotzdem noch immer nicht freigegeben: Die neue Brücke über die Müglitz in Dohna.
Eigentlich fertig, aber trotzdem noch immer nicht freigegeben: Die neue Brücke über die Müglitz in Dohna. © Daniel Schäfer

Erst zerstörte die Flut 2002 die alte Brücke, dann wurde lange über eine neue diskutiert und nun steht sie und trennt doch mehr als sie verbindet: Die neue Brücke über die Müglitz in Dohna sollte bereits im Oktober vergangenen Jahres fertig sein. Inzwischen nennt Bürgermeister Ralf Müller (CDU) keinen Termin mehr und die Brücke einen "schmerzlichen Punkt". Auf den sprach ihn nun mal wieder Rudolf Werner (Freie Wähler) im Stadtrat an. Auch wenn Dohna nicht selbst schuld sei, sei es blamabel für die Stadt. "Die Leute schimpfen auf Dohna und nicht auf die Baufirma", sagte Werner. Und auch er schimpft auf die Stadt und nicht auf die Firma. "Die Stadt muss mehr Druck machen."

Brücke in Dohna ist praktisch fertig

Das habe Müller nach eigenen Angaben gemacht. Letzter Stand: Das Geländer war nach der Frostperiode gebaut worden. Eine offizielle Fertigmeldung habe es jedoch nicht gegeben. Diese sowie die Restarbeiten habe man mehrfach gefordert, so Müller. Doch: "Die Firma redet nicht mit uns." Ob das an der Uneinigkeit über die Schlussrechnung liegt? Eigentlich müssen nur noch Verkehrsschilder aufgestellt Bauzäune weggeräumt werden. Theoretisch könnte beides auch die Stadt machen. Doch das hätte Gewährleistungs- und finanzielle Folgen, sagt Müller.

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Brücke bei Flut 2002 zerstört und dann abgerissen

Wie die Geschichte ausgeht und vor allem, wann die Brücke endlich freigegeben wird? Schulterzucken im Rathaus. "Es ist ein schwieriges Zusammenarbeiten", sagt Müller.

Einfach war es mit der Brücke noch nie. Nachdem der Vorgänger nach den Flutschäden abgerissen werden musste, hatte es 2011/12 einen ersten Versuch einer neuen Brücke gegeben. Damals sollte sie aus Anlass des zehnjährigen Hochwasser-Jahrestags eine Interimslösung sein. Doch dafür hatte Bürgermeister Müller nicht die Mehrheit im Stadtrat begeistern können.

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Danach dauerte es wieder einige Jahre, bevor man sich auf eine Brücke einigte und die Finanzierung sicher war. Zwischendurch wurde auch immer wieder ihre Notwendigkeit diskutiert. Schließlich gibt es rechts links weitere Müglitzbrücken. Die neue alte Brücke ist zwar nur für Fußgänger und Radfahrer, doch vor allem für die künftigen Radwegepläne wichtig.

Inzwischen behaupten böse Zungen, die Brückeneinweihung wird auf den 20. Flutjahrestag 2022 verschoben.

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