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SOE: Ausgezeichnetes Frauen-Trio

Der Frauentag war zum zehnten Mal Anlass, den Anna-Hirsch-Preis zu vergeben. Warum er diesmal nach Pirna, Altenberg und Schmiedeberg ging.

Von Heike Sabel
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Drei besonders aktive Frauen: Sabine Schilka, Bärbel Zimmermann, Carola Nacke (v.l.).
Drei besonders aktive Frauen: Sabine Schilka, Bärbel Zimmermann, Carola Nacke (v.l.). © privat

Alle Jahre wieder und das nun schon zum zehnten Mal: Die Linken im Landkreis haben anlässlich des Frauentages drei Frauen mit dem Anna-Hirsch-Preis ausgezeichnet. Er trägt den Namen der Dohnaer Antifaschistin Anna Hirsch. Die Übergabe erfolgte sonst immer in der Heidenauer Drogenmühle, wegen der Corona-Pandemie jedoch zum zweiten Mal individuell. Davon gibt es ein Video.

Die Geehrten kommen diesmal aus Pirna, Altenberg und Schmiedeberg. Es sind Carola Nacke, Sabine Schilka und Bärbel Zimmermann.

Carola Nacke: Aktiv für Behinderte und Senioren

Die Pirnaerin Carola Nacke ist seit Ende 2021 bundesweit bekannt. Sie gehört zu den neun Klägern, die vor dem Bundesverfassungsgericht für die Gleichsetzung von Behinderten, Senioren und chronisch Kranken stritten. Bei der Triage sind diese Menschen bisher nicht ausreichend geschützt, argumentierten sie. Das höchste deutsche Gericht gab den Klägern fast in allen Punkten recht.

Im Bereich der Behindertenarbeit ist Carola Nacke schon seit Jahren ein Begriff. Sie war ehrenamtlich im Behindertenfahrdienst und beruflich Haupt- und Bezirkspersonalrätin. Sie ist in zahlreichen zum Teil bundesweiten Netzwerken, Arbeitsgruppen, Ausschüssen, kennt die Kämpfe um Pflegegeld, Therapien und Einstufungen und unterstützt andere dabei. Im Landeselternrat kümmert sich Carola Nacke um Inklusion. Seit vier Jahren kümmert sie sich in Pirna um eine Seniorengruppe der Volkssolidarität und ist Mitglied in der Seniorenvertretung der Stadt. Derzeit arbeitet sie im Organisationsteam für die Betroffenen der Brandkatastrophe auf der Karl-Liebknecht-Straße in Pirna mit. "Bei all dem ist sie bescheiden, kämpferisch und bodenständig geblieben", sagt Sören Pellmann, Bundestagsabgeordneter der Linken, in seiner Laudatio.

Sabine Schilka: Kleiner Anteil an den Goldmedaillen

Sabine Schilka ist seit 1990 Mitglied im Altenberger Stadtrat und war bis 2014 auch Fraktionsvorsitzende der Fraktion der Linken. Seit 2014 ist sie ehrenamtliche stellvertretende Bürgermeisterin. In den Kreistag wurde sie 2009 erstmals gewählt, seither ist sie hier stellvertretende Fraktionsvorsitzende sowie ehrenamtliches Mitglied im Aufsichtsrat der Rennschlitten- und Bobbahn Altenberg. Damit habe sie auch ein bisschen Anteil an den Goldmedaillen von Rekord-Olympiasieger Francesco Friedrich, sagt die Dippoldiswalder Linken-Stadträtin Edith Post in ihrer Laudatio.

Neben ihrer Mitarbeit im Kreisvorstand und im Bundesvorstand ihrer Partei setzt sich Sabine Schilka für die Integration vom Flüchtlingen ein. "Sie ist dort, wo ihre Hilfe, ihr Sachverstand und ihr Herz gebraucht werden", heißt es in der Laudatio. "Und sie hat immer ein offenes Ohr für die Altenberger."

Bärbel Zimmermann: Hilfe für Flüchtlinge und Obdachlose

Bärbel Zimmermann war 2015 eine der Ersten, die in der Flüchtlingshilfe aktiv wurden. Sie half Wohnungen zu finden und Anträge auszufüllen, begleitete Geflüchtete bei Arztbesuchen, vermittelte Praktikums- und Arbeitsplätze. "Kein Aufwand war zu viel, ihr war es wichtig, die Menschen zu integrieren, ihnen Mitgefühl entgegenzubringen und Hilfe anzubieten", sagen ihre beiden Laudatoren Ines Eckstein und Markus Schütz. Fast jede Woche organisierte die Dippoldiswalderin das Flüchtlingscafé in Schmiedeberg, hörte die Geschichten der Menschen, spendete Trost und suchte nach Lösungen für ihre Probleme.

Bärbel Zimmermann ist auch in der Hilfe für Rumänien und der für Obdachlose sowie jetzt für die ukrainischen Kriegsflüchtlinge aktiv. Trotz Überstunden und Mehrarbeit in der Corona-Zeit als Krankenschwester engagiert sie sich weiter. "Für sie sind Nächstenliebe, Menschlichkeit und Hilfsbereitschaft eine Selbstverständlichkeit", sagen die Vorjahrespreisträgerin Ines Eckstein und der Chefarzt der Klinik Dippoldiswalde.