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Stein auf Stein im Schlosspark

Der sieben Hektar große Park von Schloss Thürmsdorf soll nach altem Vorbild wieder hergerichtet werden. Dabei halfen Dutzende Freiwillige - trotz Regenwetter.

Jürgen Weigelsdorf bearbeitet die Stützsteine einer Treppe im Thürmsdorfer Park, damit sie wieder fest verfugt werden können.
Jürgen Weigelsdorf bearbeitet die Stützsteine einer Treppe im Thürmsdorfer Park, damit sie wieder fest verfugt werden können. © Karl-Ludwig Oberthuer

Der Regen hat sie nicht abschrecken können: An die 100 Helfer haben im Schlosspark in Thürmsdorf die Ärmel hochgekrempelt. Zwei Tage lang unterstützten sie beim inzwischen vierten Parkseminar erfahrene Landschaftsgärtner und Experten, das rund sechs Hektar große Gelände wieder in eine Gartenperle zu verwandeln. Denn das war der Thürmsdorfer Schlosspark einmal.

"Mit dem Wetter haben wir am Ende sogar Glück gehabt", sagt Dörte Ackermann, die das Parkseminar mit betreut hat. Dauerregen war vorhergesagt. Der stellte sich zum Glück doch nicht ein. Dafür standen am ersten Tag etwa 60 Helfer parat, am zweiten noch einmal 40. Sie kümmerten sich in diesem Jahr vor allem darum, die wild wuchernden Bäume und Pflanzen zu stutzen. Davon gibt es im Schlosspark mehr als genug, weiß Dörte Ackermann.  

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Seltene Azaleen blühen im Park

Das üppige Grün wurde aber nicht nur entfernt. Auch neue Pflanzen wurden gesetzt - vor allem Azaleen und Rhododendren. Mehr als 30 dieser Sträucher sollen den Schlosspark künftig aufwerten. "Es sind seltene Sorten, die die Gärtnerfamilie Seidel einst gezüchtet hat", erklärt Ackermann. 

Die sächsische Familie hat seit dem 18. Jahrhundert neue Sorten von Azaleen, Kamelien und Rhododendren entwickelt und ist dadurch international bekannt geworden. Zu kaufen gibt es die Azaleen, die jetzt in Thürmsdorf wachsen, übrigens nicht. So einmalig sind sie.

Seltene Rhododendren stehen unter anderem am neu entstandenen Hohlweg in Richtung Mausoleum. Der Weg war einst völlig verwildert und kaum zu erkennen. In den vergangenen Jahren wurde er freigelegt und nun durch Rhododendren ergänzt. Die Azaleen wachsen zudem auf dem Terrassengarten am Schloss. 

Viel Muskelkraft brauchten die Helfer auch, um marode Mauern zu sichern. Steinmetze setzten mehrere Treppen neu. Zudem wurden lose Mauern neu verfugt und damit stabilisiert. 

"Viele der Helfer leben in Thürmsdorf", sagt Dörte Ackermann, die sich im Namen des Landesvereins Sächsischer Heimatschutz und der Gemeinde Struppen als Organisatoren für deren Unterstützung bedankt. Schlossherr Sven-Erik Hitzer hätte sich beide Tage um die Verpflegung der Teams gekümmert - auf eigene Kosten. Er wertet den Einsatz ebenfalls als großen Erfolg. Viel hätte sich seit dem ersten Parkseminar verändert. 

Und das soll es auch künftig. Denn im Moment wird an einer denkmalgerechten Parkstudie für das Thürmsdorfer Schloss gearbeitet. Landschaftsarchitektin Ellen Schneider befasst sich damit. Sie hat bei einem Vortrag bereits erste Einblicke in das Thema gewährt. Auf Grundlage der Studie soll der weitläufige Park weiter umgestaltet werden. Und damit auch der Öffentlichkeit erhalten bleiben, wie Eigentümer Hitzer betont.  

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