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Geld für Schloss Gamigs Fenster

Eigentlich sollte das ganze Schloss auf Gut Gamig saniert werden. Nun wird mit den Fenstern begonnen. Aber auch nicht mit allen.

Hat eine Sanierung dringend nötig: Schloss Gamig. Nun wird mit einigen Fenstern begonnen.
Hat eine Sanierung dringend nötig: Schloss Gamig. Nun wird mit einigen Fenstern begonnen. © Oberthuer

Es sieht nicht aus wie ein Schloss, doch es ist eines und heißt auch so: das Hauptgebäude auf Gut Gamig. Der herrschaftliche Charme ist zum Teil in morbiden Charme übergegangen. Was der Liebenswürdigkeit des Hauses zwar nichts nimmt, aber dem Verein Gut Gamig immer mehr Kopfzerbrechen bereitet. Die Sanierung ist seit Langem ein Thema. Nun gibt es zumindest Geld für die historischen Fenster im ersten Obergeschoss. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz stellt aus Spenden und Erträgen der Glücksspirale-Lotterie 10.000 Euro zur Verfügung.

Die Fenster des Rittergangs haben eine Sanierung auch dringend nötig, müssen jedoch noch warten.
Die Fenster des Rittergangs haben eine Sanierung auch dringend nötig, müssen jedoch noch warten. © Oberthuer

Die Fenstersanierung sollte eigentlich Teil der kompletten Sanierung des Schlosses sein, sagt Geschäftsführerin Katja Frühauf. Doch leider sei der Verein Gut Gamig trotz hochrangiger Unterstützung bei den Fördermitteln nicht berücksichtigt worden. Doch das gesamte Schlossdach und die Fassade ohne Hilfe zu sanieren, übersteigt die  finanziellen Möglichkeiten des Vereins. 

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Die Fenster erzählen Geschichte

Da es nun aber die Förderung für die Fenster gibt, für die auch schon Spenden eingegangen sind, wird mit den Fenstern der ersten Etage begonnen. "Die schöne Fensterfront des sogenannten Rittergangs konnten wir nicht berücksichtigen", sagt Katja Frühauf. Dabei hätten es gerade auch die Rittergang-Fenster nötig gehabt, jedenfalls die, die noch vorhanden sind. Von einigen ist bereits keine Substanz mehr zum Erhalten vorhanden. 

Nicht nur die Fenster sind sanierungsbedürftig, sondern auch die Fassade.
Nicht nur die Fenster sind sanierungsbedürftig, sondern auch die Fassade. © Karl-Ludwig Oberthuer

Fenster gibt es in den Gebäuden des Guts unzählige. Sie sind so verschiedenen wie die Gebäude und deren Geschichte. Einige der Schlossfenster stammen noch aus der Zeit um 1840, als der von Wohnturm neben dem Schloss gebaut wurde. Das sind filigran gearbeitete Fenster. Andere stammen wohl aus den 20er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts, als der Großindustrielle Georg Höntsch das Gut übernommen hatte. Auch die DDR-Zeit hat ihre Fenster hinterlassen. 

So nah liegen Schäden und Schönheit: Dieses Bleiglasfenster gehört zum Anbau, dem Eingang ins Schloss von der Parkseite.
So nah liegen Schäden und Schönheit: Dieses Bleiglasfenster gehört zum Anbau, dem Eingang ins Schloss von der Parkseite. © Oberthuer

Natürlich beginnt man nicht  bei den Fenstern, wenn man ein Haus saniert, sagt Katja Frühauf. Sie hätte lieber mit dem Dach begonnen und die Fenster dann im Zuge der Fassade restaurieren zu lassen. Doch sie ist froh über das Fenster-Geld und hofft, dass deren Sanierung der Anfang ist.  Wenn gesehen wird, dass damit die Sanierung des Schlosses begonnen hat, kommen vielleicht weitere Fördermittel. 

In 610 Jahren vom Rittersitz zum Vereinsobjekt

  • Gut Gamig wird nächstes Jahr 610: Erstmals urkundlich erwähnt wurde es 1411. Damals war es ein befestigter Rittersitz, umschlossen von einer mit Wachtürmen und Schießscharten versehenen Ringmauer. 
  • Das heutige Erscheinungsbild verdankt das Schloss Veränderungen im 16., 18. und 19. Jahrhundert. 
  • Im 19. Jahrhundert wurde das Schloss zum Wohngebäude umgebaut. Dabei fügte man auf der Nordseite zum Park hin einen Anbau hinzu. Der mit einem Walmdach gedeckte Wohnturm besitzt noch großenteils den originalen Putz von 1834.
  • 1946 wurde das Gut im Zuge der Bodenreform in ein Volksgut überführt. 
  • Die damals enteignete Familie verzichtete 1991 entschädigungslos auf ihr Eigentum zugunsten der Vereins Alternativer Landbau und Behinderte Gut Gamig.

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