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Pirnaer Keltenschatz kommt ins Museum

Vor zwei Jahren wurde in Pratzschwitz ein rund 2.500 Jahre altes Schmuckstück gefunden. Bald soll es in Chemnitz gezeigt werden.

Das frühkeltische Schmuckensemble von Pirna-Pratzschwitz datiert um 500 v. Chr.
Das frühkeltische Schmuckensemble von Pirna-Pratzschwitz datiert um 500 v. Chr. © Landesamt für Archäologie Sachsen

Archäologen ist vor zwei Jahren ein Sensationsfund geglückt: In der Nähe der Kiesgrube in Pirna-Pratzschwitz stießen sie am 7. Oktober 2018 auf ein einzigartiges keltisches Schmuckstück, das etwa 2.500 Jahre alt ist. Zu den Archäologen gehörte Marin Wittig, der damals bereits seit drei Jahren auf den Spuren der Menschen war, die dieses Gebiet einst besiedelten. 

"Wir kennen kein einziges Stück dieser Art in Europa oder sonst wo. Das ist der erste Fund seit 180 Jahren Forschung", sagt Dr. Ingo Kraft, aus der Abteilung Archäologische Denkmalpflege des Sächsischen Landesamtes für Archäologie. Er widmet sich der Erforschung des Pratzschwitzer Keltenschatzes. Gemeint ist ein etwa 80 Zentimeter langes Collier aus Kupfer. Das aus nahezu 700 einzelnen kleinen Ringen bestehende Schmuckstück, das von einem halbmondförmigen verzierten Nackenstück am Hals des Trägers gehalten wurde. Heute ist es von Grünspan überzogen. Damals muss die fünfreihige Gliederkette golden geglänzt haben.

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Die Veranstaltung findet am Mittwoch, dem 25. November 2020, in virtuellen Räumen statt.

Neben der Kette konnten noch weitere Schätze in Pirna geborgen werden. Darunter drei kunstvoll gefertigte Gewandspangen - sogenannte Fibeln - , die in der keltischen Kultur gleich einer prunkvollen Sicherheitsnadel zum verschließen von Kleidung verwendet wurden. Neben zwei figürlichen Darstellungen von Raubvögeln zeigt die aufwendigste dieser Spangen ein menschliches Gesicht mit einem Hundekopf. Wie diese Fundstücke aus der keltischen Zeit nach Pratzschwitz gelangt sind, war lange unklar. Denn eigentlich lebten die Kelten nie in diesem Gebiet.

Sonderausstellung 2021 geplant

Dieser und weiteren Fragen geht Dr. Ingo Kraft in einem Vortrag auf den Grund. Er spricht am Donnerstag, dem 29. Oktober, in Chemnitz über den Kunstschatz. Da es keine Belege dafür gibt, dass Kelten in Sachsen gelebt haben, gehen Wissenschaftler momentan davon aus, dass es ein positives Miteinander, möglicherweise sogar Handelsbeziehungen zwischen in Sachsen angesiedelten Kulturen und den Kelten gegeben haben könnte. 

Die Fundstücke aus Pirna werden vermutlich in einer Sonderausstellung im Staatlichen Museum in Chemnitz zu sehen sein. Ab Herbst 2021 bilden sie einen Teil einer Ausstellung, bei der es um Schmuck von damals und heute gehen wird.

Vortrag: "Kelten in Sachsen? Ein unerwarteter Schmuckfund aus Pirna-Pratzschwitz", 29. Oktober, 18 Uhr, im Foyer des smac, Stefan-Heym-Platz 1 in Chemnitz. Eintritt: 3 Euro. Die Teilnehmerzahl ist auf 100 Personen begrenzt. 

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