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Wie ein Ausflug zum Lichtblick wird

Wenn der Lebenswerte-Verein zum Ausflug einlädt, ist das Ziel unbekannt. Für die Mitreisenden ist etwas anderes auch viel wichtiger.

Die Fahrt mit dem Motorschiff von Bernd Frenzel gehörte zum Ausflug der Frauen.
Die Fahrt mit dem Motorschiff von Bernd Frenzel gehörte zum Ausflug der Frauen. © Daniel Förster

Wenn man die zwölf Frauen beim Kaffee trinken, Spazieren oder auf dem Schiff sah, sah man es ihnen nicht an. Sie plauderten, lachten, schmiedeten Pläne. Doch wenn man genauer hinhörte, hörte man, was sie zusammenführte: der Krebs. Aber auch der verhindert nicht, dass sie ihren Spaß haben.

Der Ausflug im September führte die Frauen diesmal nach Wehlen, zurück ging es mit dem Schiff. Alles eine Überraschung, organisiert wie immer von Sozialarbeiterin Kerstin Franke vom Pirnaer Lebenswerte-Verein. Die Idee zu den Ausflügen hatte sie schon vor über zehn Jahren. Seither organisiert sie zwei, drei Touren im Jahr sowie eine Weihnachtsfeier. Die Idee hinter der Idee war auch, die Arbeit der Hospizdienste bekannt zu machen. Nicht vordergründig, sondern über diejenigen, die sie leisten. "Damit kann das Angebot, wenn es später notwendig ist, leichter angenommen werden, weil man sich eben schon kennt", sagt Kerstin Franke. Noch immer gibt es viel Unklarheit über die Hospizarbeit, zu der auch die Begleitung von Kranken gehört. Für viele der Betroffenen ist es eine wichtige Hilfe, die mitunter in vielen Jahren zu einer engen Beziehung wird.

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Durch den Krebs schon genug zu tragen

Kerstin Franke arbeitet seit vielen Jahren mit Krebskranken, weiß, was sie brauchen, was ihnen gut tut und was ihnen schwerfällt. Vor allem aber wollen sie zuallererst als Menschen gesehen werden, nicht als Kranke. Mit Carola Epperlein ist eine Fachfrau beim Ausflug dabei. Sie hat den Malteser Hospizdienst in Pirna mitinitiiert, ist aktiv in der Hospizarbeit und gehört jetzt auch zu dem Verein, der sich für den Bau eines stationären Hospizes in der Region Pirna einsetzt.

"Diese Nachmittage gehen ins Herz, geben ganz viel Kraft und Motivation für den nächsten Tag", sagt eine der Frauen. "Der Alltag ist dann für ein paar Stunden total vergessen." Ein Alltag, in dem "wir mit unserer Krebserkrankung schon genug zu stemmen und zu tragen haben." Eine andere Frau sagt: "In den schönen Stunden können wir uns austauschen, Neues erfahren, uns gegenseitig Mut und Hoffnung zusprechen."

Kerstin Franke hat auch immer neue Ideen. Diesmal war es die des gemeinsamen Kochens und Essens. Das fanden viele richtig toll, auch wenn noch ein passender Raum gesucht werden und es wohl auf später verschoben werden muss. Das Planen nächster Begegnungen, das Austauschen von Erfahrungen gibt der Zukunft einen Platz und eine Chance.

So funktioniert die Lichtblick-Hilfe

  • Die Spenden können mit beiliegendem Überweisungsträger oder online über www.lichtblick-sachsen.de/jetztspenden überwiesen werden.
  • Der Überweisungsbeleg gilt bis 200 Euro als Spendenquittung. Für größere Überweisungen senden wir bei Angabe einer Adresse eine Quittung.
  • Hilfesuchende wenden sich bitte an Sozialeinrichtungen ihrer Region wie Diakonie, Caritas, DRK, Volkssolidarität, Jugend- und Sozialämter.
  • Die Sächsische Zeitung veröffentlicht automatisch die Namen der Spender. Wer anonym spenden will, vermerkt beim Verwendungszweck „Anonym“.
  • Erreichbar ist Lichtblick: Telefon: Dienstag und Donnerstag von 10 bis 15 Uhr unter 0351 4864 2846, Fax - 9661.
  • E-Mail: [email protected]
  • Post: Sächsische Zeitung, Stiftung Lichtblick, 01055 Dresden, www.lichtblick-sachsen.de
  • Spenden an: Ostsächsische Sparkasse Dresden, BIC: OSDDDE81, IBAN: DE88 8505 0300 3120 0017 74

Die Lichtblick-Stiftung der Sächsischen Zeitung hilft Kerstin Franke und dem Lebenswerte-Verein dabei über Kulturfonds-Spenden. Damit sind die Ausflüge möglich, für Gruppen wie im September, aber auch für Einzelpersonen. Das kann ein Theater- oder Konzertbesuch sein oder eine Fahrt nach Moritzburg oder Meißen, in ein Museum, eine Ausstellung. Alles, was gut tut, ist erlaubt.

Dass der Ausflug im September stattfinden konnte, war in diesem Jahr nach und vor Corona besonders wichtig. "Alle freuen sich auf das nächste Mal", sagt Monika, eine der Frauen. Ein Ausflug, der auf den ersten Blick einer wie viele ist, wird so zu einer besonderen Bereicherung in einem nicht leichten Alltag.

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