merken
PLUS Pirna

Rathaus Berggießhübel bleibt, wo es ist

Rückzug vom Umzug: Der Stadtrat hat nun eine neue Variante für die Zukunft der Verwaltung beschlossen. Und damit seinen eigenen Beschluss gekippt.

Soll nun doch Rathaus bleiben: Die Verwaltung des Doppelkurortes in Berggießhübel.
Soll nun doch Rathaus bleiben: Die Verwaltung des Doppelkurortes in Berggießhübel. © Daniel Schäfer

Wo wird künftig Bad Gottleuba-Berggießhübel verwaltet? Diese Frage beschäftigt  Einwohner, Rathaus-Mitarbeiter und Stadtrat seit Jahren. Nachdem der Umzug ins Haus des Gastes im Georgenbad beschlossen worden war, wurde nun zurückgerudert. Der neue Beschluss besagt: Das Berggießhübler Rathaus bleibt am Ladenberg. Das Nachbargebäude soll dabei nun in Überlegungen einbezogen werden. Bisher sei jedoch weder eine Standortanalyse noch eine Studie zur Verwaltungsstruktur erstellt worden, sagt die als Bürgermeisterin amtierende stellvertretende Bürgermeisterin Madlen Rätze (CDU) und kündigt an: Dies wird schnellstmöglich umgesetzt.

Förderantrag schon gestellt

Erste Analysen gab es schon 2005. Bereits damals war man sich klar, das Berggießhübler Rathaus ist kein Standort für ewig. Eine Pirnaer Firma betrachtete damals das Schloss Friedrichsthal, die beiden Rathäuser in Gottleuba und Berggießhübel sowie die leer stehende Fabrik Mafago. In diese Betrachtung wurde nach Beschlüssen im Stadtrat in den vergangenen zwei Jahren noch das Haus des Gastes einbezogen. Die Analyse dazu machte die Verwaltung selbst. Das war eine finanzielle Entscheidung. Die Ergebnisse wurden im Technischen Ausschuss und im Stadtrat vorgestellt. So kam es zu dem Beschluss, das gemeinsame Rathaus im früheren Haus des Gastes einzurichten. 

Anzeige
EDER Ziegel Baut meine Welt
EDER Ziegel Baut meine Welt

Natürlich bauen, wohngesund leben: hochqualitative Ziegel von EDER - mit modernster Technologie in Freital produziert.

Im März vorigen Jahres beauftragte der Stadtrat die Verwaltung, die Unterlagen für einen Antrag im Leader-Förderprogramm „Vitale Dorfkerne“ zusammenzustellen und ihn einzureichen. Der hatte zwar im ersten Anlauf keinen Erfolg, doch vor fast genau einem Jahr entschied sich der Stadtrat, weiterzuplanen. Das Ziel: ein Bauantrag.

Nach dem Rücktritt von Bürgermeister Christian Walter (parteilos) wurde dieser Beschluss durch den neuen gekippt, ohne den alten aufzuheben. Die Kommunalaufsicht im Landratsamt prüft derzeit, ob das rechtlich in Ordnung ist. 

Kein Anspruch auf Schönheit

Die Diskussion um den neuen Standort hat im Wesentlichen vier Gründe: erstens, die Verwaltung effektiver zu machen, zweitens, die Bedingungen vor allem für die Berggießhübler Mitarbeiter zu verbessern, drittens, mit einem Standort die Verbindung beider Kurorte zu zeigen und viertens, Bürgern die Wege zu verkürzen. Und so hofften viele auf eine Lösung. Nicht zuletzt eben auch die Mitarbeiter.

Die Aufsicht über deren Arbeitsbedingungen hat die Unfallkasse Sachsen. Deren letzte Kontrolle in Berggießhübel erfolgte 2017. Die damals festgestellten Mängel wurden zur Zufriedenheit abgestellt und die Arbeitsstätte entsprach danach den normativen Anforderungen, sagt Karsten Janz von der Unfallkasse Sachsen in Meißen. "Über nach der Besichtigung hinzugekommene Mängel ist uns nichts bekannt." Das Berggießhübler Rathaus erfülle Grundvoraussetzungen, auch wenn es nicht besonders schön sei, doch darauf gebe es keinen Anspruch. Die Kontrollen finden zwar turnusmäßig statt, aber ohne dass es dafür einen festen Rhythmus gibt. 

Mehr Nachrichten aus Bad Gottleuba-Berggießhübel und Pirna lesen Sie hier.

Den täglichen kostenlosen Newsletter können Sie hier bestellen. 

Mehr zum Thema Pirna