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Schneefall sorgt für Staus in SOE

Am Dienstag ging es auf den Straßen nur langsam voran. In den Serpentinen bei Hohnstein mussten Busse umdrehen. Nicht nur dort standen Lkw quer.

Nichts geht mehr: Am Berg in Rathewalde musste dieser Mann seinen Wagen schieben.
Nichts geht mehr: Am Berg in Rathewalde musste dieser Mann seinen Wagen schieben. © Steffen Unger

Heftiger Schneefall und Glätte haben am Dienstag in weiten Teilen der Sächsischen Schweiz zu Verkehrsproblemen geführt.

Bereits in den frühen Morgenstunden staute sich der Verkehr zwischen Rugiswalde und Neustadt. Nur langsam konnten sich die Pkw und Laster den Weg über die verschneite Staatsstraße bahnen. Rutschig wurde es erfahrungsgemäß im Gegenverkehr an den bergigen Abschnitten. Vor allem nach der Ungerkurve hatten einige Pkw Schwierigkeiten überhaupt vom Fleck zu kommen.

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Ähnlich chaotisch sah es auch auf den Sebnitzer Straßen aus. Zum Glück waren hier allerdings nur wenige Pkw unterwegs. Einigen wurde zum Beispiel die Bahnhofstraße oder die Gartenstraße zum Verhängnis. Nur mit Mühe gelang es mehreren Kraftfahrern, im bergigen Gelände wieder anzufahren, ohne ins Rutschen zu kommen.

Am Mittag war dann kurzzeitig die S177 zwischen Wünschendorf und Eschdorf voll gesperrt. Grund war hier ein liegengebliebener Lkw. Dieser konnte jedoch rasch wieder in Fahrtrichtung gebracht werden, sodass die Sperrung wieder aufgehoben wurde. "Die wintertaugliche Ausrüstung dieser Fahrzeuge ist als absolut mangelhaft zu bewerten", heißt es nicht zu diesem Zwischenfall aus dem Pirnaer Landratsamt.

Auf der Ortsumgehungsstraße von Neustadt in Richtung Bischofswerda hatten die Schneepflüge ordentlich zu tun. Hier kam es teilweise zu Verwehungen, sodass die Kraftfahrer auch hier nur mit äußerster Vorsicht an ihr Ziel kamen.

Nur im Schneckentempo ging es teilweise im Hohwald voran. Grund auch hier morgendliche Glätte und einsetzender Schneefall im Berufsverkehr. Von steckengebliebenen Lastern oder Pkw zwischen Neustadt und Steinigtwolmsdorf ist aktuell nichts bekannt. Wer jedoch weiter in Richtung Weifa musste, der hatte Pech. Hier war die B 96 wegen eines Unfalls gesperrt. Durch Vereisungen an den Bäumen entlang der Kreisstraße 8726 zwischen Oberottendorf und Schmölln-Putzkau im Landkreis Bautzen musste auch diese Straße gesperrt werden, teilte das Landratsamt in Pirna mit. Da man hier an die Bäume ran muss, was derzeit nicht möglich sei, werden voraussichtlich noch Tage vergehen, bis die Straße wieder frei ist.

Serpentinen bei Hohnstein wurden zum Verhängnis

Nicht nur auf den Straßen, auch im öffentlichen Nahverkehr mussten die Passagiere Geduld mitbringen, denn die Busse des Regionalverkehrs Sächsische Schweiz-Osterzgebirge kamen am Dienstag nur langsam voran. "Zwischen Sebnitz und Bad Schandau fiel die Linie 260 aus, die um 11.10 Uhr gestartet wäre", teilt RVSOE-Sprecherin Solveig Großer mit.

Kein Durchkommen gab es stundenlang zudem für die Linie 237 zwischen Sebnitz und Hohnstein. In den Serpentinen zwischen dem Polenztal und Hohnstein kamen die Busse nicht weiter. Morgens war die kurvige Straße nicht befahrbar, mittags hing dann ein Lkw fest. Die Busse mussten deshalb Umleitung fahren. Von Sebnitz verkehrte die Linie 237 normal bis Hohnstein/Eiche, dort wurde gewendet. Die Tour führte dann weiter über Heeselicht, wo die Busse auf der Strecke der Linie 236/237 weiter nach Pirna fuhren, erklärt Solveig Großer. In der Gegenrichtung lief die Fahrt ebenso. Einige Haltestellen der Linie 237 konnten deshalb nicht angefahren werden.

Große Probleme gab es zudem entlang der B 6 bei Rossendorf. Busse der Linie 261, die zwischen Dresden und Sebnitz pendeln, standen laut Solveig Großer im Stau. Am Rossendorfer Berg hatten sich Lkw quer auf die Fahrbahn gestellt und kamen nicht weiter. Die Behinderungen entlang der B 6 hängen auch mit dem Verkehrschaos auf der A 4 zusammen. Dort bildeten sich am Dienstagmorgen von Bautzen kommend in Richtung Dresden kilometerlange Staus, nachdem sich mehrere Lkw am Burkauer Berg festgefahren hatten. Die B 6 wurde deshalb zur Ausweichstrecke - und es kam auch dort zu Staus.

Keine Einschränkungen im öffentlichen Nahverkehr gab es dagegen im Osterzgebirge. Hier fuhren alle Busse planmäßig, wie der RVSOE mitteilt. Auch in Freital gab es keine nennenswerten Probleme, wie Stadt-Sprecher Matthias Weigel sagte. "Im Tal gab es gar keinen Schnee, in den höher gelegenen Stadtteilen wie Weißig oder Somsdorf war ab 4 Uhr der Winterdienst unterwegs und hat geräumt."

Räumen und streuen im Akkord: der Winterdienst im Einsatz bei Neustadt.
Räumen und streuen im Akkord: der Winterdienst im Einsatz bei Neustadt. © Steffen Unger

Polizei kontrolliert Dächer und Ladeflächen von Lastern

Im Bereich der Polizeidirektion Dresden wurden bis zum Mittag 49 Unfälle registriert. Größtenteils gab es Blechschäden. Vier Menschen wurden leicht verletzt. Einen regionalen Unfallschwerpunkt gab es nicht.

Polizeibeamte des Autobahnpolizeireviers kontrollieren bei den winterlichen Straßenverhältnissen verstärkt Fahrzeuge auf ihre Verkehrssicherheit bei Schnee und Eis. Bei den Kontrollen wird auch darauf geachtet, ob sich Eisplatten auf Dächern und Ladeflächen gebildet haben. So wurden gestern innerhalb weniger Stunden an der Raststätte Dresdner Tor drei Verstöße festgestellt. Die Polizeibeamten fertigten Ordnungswidrigkeitsanzeigen.

Aus dem Landratsamt heißt es, dass der Winterdienst am Dienstag permanent im Einsatz gewesen sei, um Zufahrtsstraßen für den öffentlichen Verkehr und vor allem die Rettungsdienste freizuhalten. "Trotzdem ist es nicht möglich, alle Straßen zu jedem Zeitpunkt in einem schneefreien Zustand zu halten, da zwischen den einzelnen Umläufen zwei bis drei Stunden vergehen können, in denen eine Straße wieder verschneit oder verweht", sagte eine Sprecherin.

Entspannung nicht in Sicht

Wie der Deutsche Wetterdienst mitteilte, sind am Dienstag bis zu 15 Zentimeter Neuschnee gefallen. Winterlich soll es auch in den nächsten Tagen weiter gehen. Die Meteorologen kündigen weitere Schneefälle bis ins Tiefland an. Dazu soll es auch in Richtung Wochenende ziemlich kalt werden. Ski und Rodel gut? Leider nur rein theoretisch. Die Skilifte wie zum Beispiel in Rugiswalde, Sebnitz oder auch in Sohland dürfen laut Corona-Verordnung nicht öffnen, auch nicht für Einheimische. Für alle Langläufer dürfte es jedoch etwas werden. Zumindest am Unger bei Neustadt liegt ausreichend Schnee für Langläufer. Die Loipe muss sich jeder selbst bahnen.

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