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Erst keine Teller, dann kein Essen

Eine Heidenauer Erstklässlerin muss hungrig nach Hause gehen. Es gab Kommunikationsprobleme. Die sollen jetzt gelöst werden.

Bei einer Erstklässlerin in Heidenau blieb der Teller in ihrer ersten Schulwoche leer bzw. die Teller waren leer.
Bei einer Erstklässlerin in Heidenau blieb der Teller in ihrer ersten Schulwoche leer bzw. die Teller waren leer. © dpa

Die Tochter von Andreas Glaß hat sich auf die Schule gefreut. Doch die erste Woche war für die Erstklässlerin in der Heidenauer Astrid-Lindgren-Grundschule zumindest was das Mittagessen betrifft alles andere als erfreulich. Am ersten Tag bekam sie kein Essen, weil die Teller alle waren, am zweiten Tag war das Essen alle, am nächsten wieder die Teller, am vierten schließlich gab es zwar ein Essen, aber nicht das, was bestellt war. "Leider hat gar nichts funktioniert", sagt der Vater. Zudem habe die Schule ihn am Telefon nicht ernst genommen. 

Mit der Schule hat das zwar nichts zu tun, weil die Eltern einen Vertrag mit dem Versorger haben, Schulleiterin Karla Dorn hat es dennoch keine Ruhe gelassen. Sie hat eine Vermutung für die Probleme. Der Versorger, die Leipziger RWS, hat ihre Modalitäten für die Bestellungen geändert. Drei Tage vorher muss jetzt das Essen bestellt werden. Während das den Eltern der jetzigen Zweit- bis Viertklässler mit der letzten Abrechnung vor den Ferien mitgeteilt wurden, erfuhren es die Eltern der Schulanfänger erst später. Die hatten in den Tagen vor dem Schulstart viel um die Ohren. Wer also erst am Freitag vor dem ersten Schultag oder gar erst am Montag bestellte, dessen Kind bekam frühestens am Mittwoch oder Donnerstag sein Essen. "Das ist schlecht von RWS kommuniziert worden", sagt Schulleiterin Dorn. 

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Gründe der Nachhaltigkeit

Die RWS Catering  räumt ein: "Da ist was schiefgegangen", sagt Jeanet Schettler, Assistentin der Dresdner Bereichsleitung. Da sei ein Fehler unterlaufen, für den man sich entschuldige. Sie verstehe, dass das mit dem Bestellen für die Eltern der Schulanfänger kurzfristig war. Die Eltern bestellen per Internet. Für die Maßgabe, dass das inzwischen mit drei Tagen Vorlauf erfolgen muss, wirbt Schletter um Verständnis. Es seien ökonomische und ökologische Gründe. Bisher habe man mit Reserve gekocht, die dann aber oft auch weggeworfen werden musste, weil sie nicht gebraucht wurde. Und das sei eben aus wirtschaftlichen und Umwelt- bzw. Nachhaltigkeitsgründen nicht gut. Hinzu kommen Lieferketten.

Das Abbestellen aber bleibt nach wie vor bis morgens 7.30 Uhr für den Tag möglich. RWS beliefert im Landkreis drei Schulen, darunter die Lindgren- und die im gleichen Gebäude befindliche Förderschule, die als eine zählen. Diese Dopplung hatte in einem Fall auch zu Problemen geführt, sagt Schulleiterin Karla Dorn. Doch das Kind der Eltern, die die falsche Schule angekreuzt hatten, bekam doch noch sein Essen. 

Eigentlich ist die Heidenauer Grundschule zufrieden mit RWS. Seit etwa sieben Jahren sind sie der Versorger. "Bisher haben wir bei Schwierigkeiten immer miteinander geredet", sagt Karla Dorn und bietet auch diesmal ein Gespräch an. Wie viele hungrige Schüler es gab, kann nicht genau gesagt werden. Beschwerden gab es zwei. 

Die Teller-Frage bleibt zwar ungeklärt. Dafür ist wieder ein anderer RWS-Bereich zuständig. Doch inzwischen sollte die Tochter von Andreas Glaß und die anderen wieder jeden Tag einen vollen Teller bekommen. 

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