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Vorhang auf im Kultkino

Seit eineinhalb Monaten wird das Lichtspielhaus in Königstein saniert. Jetzt ist eine wichtige Etappe geschafft. Das wird gefeiert - mit Theaterprominenz.

Simone Leonhardi vom Verein "Königsteiner Lichtspiele" im neuen Saal.
Simone Leonhardi vom Verein "Königsteiner Lichtspiele" im neuen Saal. © Steffen Unger

Er ist kaum wiederzuerkennen - der Saal des Königsteiner Kinos. Wo heute gemütliche Kinosessel thronen, klaffte vor eineinhalb Jahren eine tiefe Baugrube. Damals, im April 2019, begann der Umbau des unsanierten Hauses an der Goethestraße. Der Verein Königsteiner Lichtspiele hat das Millionenprojekt initiiert. Vor genau zehn Jahren wurde er gegründet. Mit dem Ziel, das alte Kino zu einem neuen kulturellen Treffpunkt in Königstein zu machen und damit für neues Leben in der Stadt zu sorgen. 18 Monate lang wurde in und an dem Haus abgerissen, neu gemauert, gespachtelt und gemalert. Jetzt ist die wichtigste Etappe - der erste Bauabschnitt - geschafft.

600.000 Euro sind verbaut

Dieser konzentriert sich auf den Eingangsbereich, das Treppenhaus und den Saal. Neue Sanitärbereiche gibt es nun, zudem einen behindertengerechten Zugang. "Etwa 600.000 Euro haben wir bislang in den Umbau investiert", sagt Simone Leonhardi vom Lichtspiele-Verein. Vor allem in das Herzstück des Hauses, den Kinosaal. Zu dem gehört eine Bühne, die zur Goethestraße zeigt. Die Bretter, auf denen die Schauspieler einmal stehen, sind aus robuster Robinie gefertigt. Licht- und Tontechnik machen große und kleine Inszenierungen möglich. Per Knopfdruck kann der Bühnenvorhang auf- und wieder zu gehen. Für einen warmen Goldton hat sich der Verein beim Stoff entschieden - statt einem klassischen Rot. Und das hat seinen Grund. "Wir sind ja nicht nur ein Theater", sagt Simone Leonhardi. 

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Das rund 100 Jahre alte Gebäude soll bis 2023 zu einem Begegnungszentrum werden: nicht nur mit einem Kino. Konzerte, Lesungen, Seminare, Tanzabende und auch private Feierlichkeiten sollen in den Räumen einmal möglich sein. Ein Café ist beispielsweise angedacht, ebenso wie Besprechungsräume, die für Proben oder Kurse genutzt werden können. 

Bis dahin muss das Haus jedoch weiter umgebaut werden. Denn noch längst nicht alles ist fertig. Auch im großen Saal. Was fehlt ist zum Beispiel die Wandbespannung. Wie früher auch sollen die Wände mit Stoff verkleidet werden. Von den wilden grünen Retro-Mustern hat sich der Lichtspieleverein jedoch verabschiedet. Geplant ist ein taubenblauer Stoff, der mit dem warmen Holzton harmoniert. Blau sollen auch die Kinosessel werden. Sechs Stühle sind bereits fertig restauriert. Die Polster wurden ausgetauscht und neu bespannt, das Holz abgeschliffen und neu geölt. Insgesamt fünf Reihen mit rund 70 gemütlichen Plätzen soll es künftig geben. 

Tom Pauls kommt zum Bergfest

Wie es sich in den neuen Kinosesseln sitzt, das können Besucher an diesem Sonnabend ausprobieren. Denn zum Abschluss des ersten Bauabschnitts und zum zehnjährigen Vereinsjubiläum wird am 10. Oktober ein Tag der offenen Tür veranstaltet. Ab 15.30 Uhr werden Führungen durch das Haus angeboten, bei denen alles zum Umbau und den Zukunftsplänen erklärt wird. Für Kinder gibt es parallel dazu Spielangebote. Pfarrer Günter Hartmann aus Rosenthal-Bielatal wird das Gebäude zudem segnen. Ab 18 Uhr läuft Livemusik mit der Tempus-Band. Unter den Gästen am Sonnabend wird ein bekannter Name sein. Kein Geringerer als Kabarettist Tom Pauls hat sich angekündigt. "Er hat sein Theater in Pirna, wir unser Kino in Königstein", sagt Simone Leonhardi. Da gäbe es durchaus Parallelen. 

So ein volles Programm wie das Tom-Pauls-Theater hat das Lichtspielhaus in Königstein zwar noch nicht. Dennoch steht bereits ein erster Termin fest. Am Sonnabend, dem 14. November, ist die Improvisationstheatergruppe "Yes-oder-Nie!" aus Dresden in Königstein zu Gast, um die Bühne einzuweihen. 

Richtig fertig wird der Umbau im Kino wahrscheinlich erst 2023 sein. Insgesamt 1,5 Millionen Euro sollen investiert werden. Die 600.000 Euro, die bislang verbaut wurden, hat der Verein aus eigener Kraft vorfinanziert. Eine Finanzspritze in Höhe von rund 274.000 Euro wurde bereite bewilligt. Weitere Fördermittel in gleicher Höhe sind beantragt. Diese werden aber erst ausgezahlt, wenn die Arbeiten ausgeführt und alles abgerechnet ist.

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